Die Ornithose ist eine akute Infektionskrankheit, die sich durch Infektionen des Zentralnervensystems sowie der Lunge manifestiert. Typische Symptome sind Fieber und Intoxikation, begleitet von einer Vergrößerung von Leber und Milz. Der Erreger Chlamydia psittaci dringt aus der Umwelt in den menschlichen Organismus ein; er kann dort bis zu 2–3 Wochen überdauern und entwickelt sich intrazellulär.
Infektionsquellen der Ornithose beim Menschen sind wilde und häusliche Vögel wie Enten, Truthähne, Papageien, Kanarien sowie Stadttauben. Meistens wird die Behandlung von Personen gefordert, die regelmäßig mit Vögeln in Kontakt stehen, insbesondere mit Arbeitern aus Fleischkombinaten und Geflügelgroßfarmen. Die Erkrankung tritt hauptsächlich in der kalten Jahreszeit auf; Einzelfälle kommen gewöhnlich vor, während familiäre Ausbrüche und Epidemien äußerst selten sind. Der Erreger dringt beim Einatmen von Staubpartikeln ein, die winzige Bestandteile des Vogelkots sowie Chlamydien enthalten. Zudem kann Ornithose nach dem zufälligen Einatmen von Partikeln aus dem Gefieder kranker Individuen entstehen. Patientinnen und Patienten mit Ornithose stellen für das Umfeld keine Gefahr dar; daher ist eine eilige Aufnahme in Infektionsabteilungen oder die Isolierung der übrigen Familienmitglieder nicht erforderlich.
Die Chlamydien haben die Schutzbarrieren überwunden und sind durch die Schleimhäute der oberen Atemwege in den Organismus eingedrungen. Anschließend dringen sie schnell in die Bronchiolen und kleinen Bronchien ein, wobei dies nicht selten zu entzündlichen Prozessen führt. Die Vermehrung der Erreger erfolgt intrazellulär. Wenn bei der Diagnose falsche Interpretationen vorlagen und die Behandlung verzögert wurde, können sich die Chlamydien hämatogen ausbreiten; dies führt zu einer Intoxikation sowie Infektionen verschiedener Organe und Systeme – von den Nebennieren bis zum Zentralnervensystem. Die Vergiftung durch Toxine resultiert aus dem Einfluss des Erregers sowie der Lebensmittel während des Krankheitsverlaufs.
Manchmal dringt die Infektion über das Verdauungssystem in den Organismus ein, statt über die oberen Atemwege. In diesem Fall verläuft die Erkrankung nach dem oben beschriebenen Muster, jedoch ohne Lungenentzündung, die nur für eine aerogene Ansteckung charakteristisch ist. Es wird auch darauf hingewiesen, dass nach der Infektion eine Immunität gebildet wird; diese ist jedoch kurzlebig und instabil, sodass Wiederinfektionen möglich sind. Hier kann lediglich eine komplexe Prophylaxe sowie regelmäßige Untersuchungen von Arbeitern aus Geflügelgroßfarmen und anderen mit Vögeln arbeitenden Unternehmen helfen.
Die Inkubationszeit der Ornithose beträgt sechs Tage bis zu zwei Wochen. Bei den Patientinnen wird die Erkrankung in eine akute Form (typische Pneumonie) und eine chronische Form (Ornithose-Meningitis, Ornithose bei Menschen ohne Lungeninfektion, Meningopneumonie) unterteilt.
Scharf ornitos. Fängt mit der heftigen Erhöhung der Temperatur (bis zu 39 Grad) an, wonach bei den Patienten die folgenden Symptome gezeigt werden:
Nach 2–4 Tagen treten die ersten Anzeichen der Lungeninfektion auf: Brustschmerzen, die sich beim Atemzug verstärken, trockener Husten sowie schleimiger bis eitrig-schleimiger Auswurf. Die Intoxikation und das Fieber in dieser Phase bleiben entweder auf dem ursprünglichen Niveau oder steigen leicht an. Bei unzureichender rechtzeitiger Diagnose der Ornithose bei Menschen treten Leber- und Milzfunktionsstörungen hinzu. In der ersten Woche nehmen die Symptome stark zu und werden durch vegetative Störungen sowie schnelle Ermüdbarkeit auch bei geringen körperlichen Belastungen begleitet. Selbst nach Normalisierung des Allgemeinzustands bleibt das Befinden des Patienten noch längere Zeit beeinträchtigt, was auf den anhaltenden Toxineffekt zurückzuführen ist. Die vollständige Genesung erfolgt erst 2–3 Monate nach Beginn der Erkrankung.
Bei unzureichender oder fehlender Behandlung übergeht die Infektion in eine chronische Form. Bei Patientinnen mit Ornithose treten alle Merkmale einer Bronchitis auf, die Intoxikation bleibt langanhaltend und das Fieber ist konstant, wobei es jedoch selten über 38 Grad ansteigt. Eine chronische Ornithose kann vier bis fünf Jahre oder länger dauern.
Zu den gefährlichsten Folgen einer Ornithose gehören Myokarditis, Thrombophlebitis, die Entwicklung einer akuten Herzmuskelinsuffizienz sowie eine Leberentzündung. Im Verlauf der Erkrankung können bei Patientinnen sekundäre Infektionen in Form von Neuritiden und Mittelohrentzündungen auftreten. Bei schwangeren Frauen kann Ornithose nicht selten zu spontanen Aborten führen; eine intrauterine Übertragung des Erregers findet jedoch nicht statt.
Zur Therapie der Ornithose werden Antibiotika aus der Gruppe der Tetracycline (Wibramycin, Doxycyclin, Tetracyclin) eingesetzt. Die Behandlungsdauer beträgt zunächst 4 bis 7 Tage bis zum Rückgang der Temperatur auf den Normalwert; danach wird die Medikation noch weitere 10 Tage fortgeführt, um das Therapieergebnis zu konsolidieren. Liegt bei Patientinnen eine individuelle Unverträglichkeit gegenüber Tetracyclinen vor, erfolgt die Behandlung mit Levomycetin oder Erythromycin als Alternative. Diese Substanzen sind jedoch weniger wirksam, sodass die vollständige Genesung oft erst deutlich später eintritt.
Die Prophylaxe der Ornithose umfasst die frühzeitige Erkennung der Infektion bei Hausvögeln, die Regulierung der Taubenzahl sowie sanitär-veterinärmedizinische Maßnahmen in Geflügelgroßbetrieben und anderen Unternehmen, die sich mit der Züchtung von Vögeln und der Verarbeitung ihres Fleisches befassen. Für importierte Produkte sind Quarantänemaßnahmen erforderlich. Es ist zu betonen, dass die Prophylaxe der Ornithose das einzige Mittel zur Verhinderung von Infektionsfällen darstellt, da es gegen diese Krankheit keine Impfstoffe gibt.
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