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Erstversorgung bei Verbrennungen

Erste Hilfe bei thermischen Verbrennungen Unter Brandwunde versteht man die Schädigung von Geweben des Körpers infolge hoher Temperaturen. Neben thermischen Verletzungen treten auch elektrische, chemische und Strahlverbrennungen auf.

Thermische Verbrennungen sind am häufigsten; insbesondere bei kleinen Kindern handelt es sich überwiegend um Verbrühungen durch kochendes Wasser.

Es gibt verschiedene Klassifikationen von Verbrennungen; in unserem Land wird die Einteilung nach A.A. Vishnjewski übernommen, wonach die Verletzungen je nach Tiefe der Gewebeschädigung in Stufen unterteilt werden. Dieses Wissen ermöglicht eine schnelle Orientierung bei der Erstversorgung und hilft, Fehler zu vermeiden. Nach dem System von Vishnjewski werden vier Verbrennungsgrade unterschieden:

  1. Der erste Grad (Erythem) ist durch eine Rötung der Haut gekennzeichnet.
  2. Das Stadium der Blasenbildung
  3. Das Stadium der Hautnekrose
  4. Das Stadium der Nekrose der Haut sowie der darunterliegenden Gewebe (Fettgewebe, Muskulatur, Sehnen und gelegentlich auch Knochen), auch als Stadium des Abstoßens bezeichnet.

Die beiden ersten Stadien gehören zur leichten Kategorie; die dritte und vierte zu den schweren Verbrennungen oder tiefen Verletzungen. Diese Einteilung ist jedoch unzureichend, da sie weder das Ausmaß der Infektion noch besondere anatomische Zonen (wie Kopf, Auge, Genitalbereich, Gelenke) berücksichtigt, was für die Einschätzung des Schweregrads und die Festlegung notwendiger Erstmaßnahmen entscheidend ist.

Die Erstversorgung bei leichten Verbrennungen

Leichte Verbrennungen erfordern in der Regel keine stationäre Aufnahme, sofern eine adäquate Erstversorgung erfolgt ist; jedoch sind bei Infektionen nach Abbruch des Verursachungsfaktors folgende Maßnahmen notwendig:

  1. Lösen Sie die verbrannte Stelle von der Kleidung frei, sofern diese vorhanden ist. Es ist unzulässig, die Kleidung zusammenzuziehen, da dies die Haut (und ggf. das darunterliegende Gewebe) zusätzlich beschädigen kann; stattdessen sollte sie vorsichtig zerschnitten werden.
  2. Kühlen Sie die verbrannte Stelle unter fließendem kaltem Wasser für 10 bis 20 Minuten oder verwenden Sie einen Kaltwasserumschlag. Es ist unzulässig, Eis zur Abkühlung der Haut zu verwenden, da dies das Risiko einer Gewebeschädigung (Nekrose) erhöhen kann.
  3. Reinigen Sie die verbrannte Stelle mit einem Desinfektionsmittel. Die Anwendung von Mitteln wie Panthenol ist erlaubt; auch eine Reinigung mit Spiritus ist möglich. Verwenden Sie jedoch nicht Jod, Kaliumpermanganat-Lösung sowie ölige Salben oder Cremes, da diese den Luftaustausch behindern.
  4. Legen Sie ein nicht gestrichenes steriles Verbandmaterial auf die geschädigte Hautstelle; dabei sollte Watte vermieden werden, da ihre Fasern das Entfernen des Verbands erschweren können.
  5. Bei intensivem Schmerz sollten schmerzstillende Mittel verabreicht werden. Geeignet sind Paracetamol oder Ibuprofen (Nurofen); Aspirin ist für Kinder unerwünscht; Nimesulid kann ebenfalls eingesetzt werden.

In der Regel ist diese Erstversorgung bei leichten Verbrennungen völlig ausreichend. Ähnliche Verletzungen heilen meist innerhalb von 10 bis 14 Tagen; die Hauptaufgabe besteht darin, weitere Gewebeschäden und die Ausbreitung von Keimen zu verhindern.

Die Erstversorgung bei Brandwunden

Bei thermischen Verbrennungen III. und IV. Grades sowie bei II.-Grad-Verbrennungen mit großflächiger Hautbeteiligung oder Befall anatomisch bedeutsamer Bereiche ist eine ärztliche Hilfe im Krankenhaus erforderlich; rufen Sie daher so schnell wie möglich einen Rettungsdienst an. In Erwartung des Eintreffens des Arztes und nach Beseitigung des Verursachungsfaktors bestehen die Maßnahmen der Erstversorgung bei schweren Verbrennungen wie folgt:

  1. Es ist zu prüfen, ob Bereiche der glimmenden Kleidung nicht entfernt wurden; Fetzen dürfen von der verbrannten Haut nicht abgezogen werden.
  2. Die verbrannte Oberfläche sollte nach Möglichkeit steril sein oder auch dann, wenn sie durch eine reine undicht angrenzende Binde verschlossen wird.
  3. Bei tiefen Verbrennungen darf der verletzte Körperteil nicht unter Wasser getaucht werden; zudem ist die Anwendung von Eis kontraindiziert. Stattdessen muss die Binde mit kaltem Wasser befeuchtet werden.
  4. Der Betroffene sollte mit warmem Tee oder einer Lösung aus alkalischem Wasser (für 1 Liter Wasser: 1–2 g Soda und 3 g Salz) versorgt werden.
  5. Der Patient sollte in einer Position platziert werden, die den verbrannten Körperteil über dem Niveau des Herzens hält.

Zur lokalen Behandlung sind medikamentöse Präparate wie Panthenol geeignet; in diesem Fall erfolgt die Wundbehandlung jedoch erst im Krankenhaus.

Die Erstversorgung bei elektrischen Verbrennungen.

Die Erstversorgung einer elektrischen Verbrennung umfasst das Isolieren des Betroffenen von der schädigenden Wirkung sowie die Prüfung von Puls und Atmung. Fehlen diese, sind Reanimationsmaßnahmen – äußere Herzmassage, Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung – unverzüglich einzuleiten und bis zur Stabilisierung von Puls und Atmung oder bis zum Eintreffen des medizinischen Personals fortzusetzen.

Oberflächliche Hautschäden bei elektrischen Verbrennungen werden analog zu thermischen Verbrennungen behandelt.

Die Erstversorgung bei chemischen Verbrennungen.

Chemische Verbrennungen entstehen durch die Einwirkung von Säuren, Laugen oder anderen ätzenden Substanzen auf Haut und Schleimhaut. Obwohl die auslösenden Faktoren variieren können, ist das Vorgehen im Rahmen der Erste-Hilfe-Maßnahmen bei diesem Verbrennungstyp einheitlich: Der betroffene Bereich muss für 10 bis 20 Minuten unter fließendes Wasser gehalten werden. Diese Regel gilt für alle chemischen Verbrennungen mit Ausnahme von Kalkbrandwunden sowie Verbrennungen durch schwefelsäurehaltige Substanzen.

Nach der Spülung mit Wasser wird die Verbrühungsstelle mit einer schwachen Lauge, beispielsweise Natriumcarbonatlösung (ein Teelöffel pro Glas Wasser) oder Seifenlösung behandelt; bei Verbrennungen durch schwefelsäurehaltige Substanzen ist eine vorläufige Spülung mit Wasser jedoch unerwünscht.

Alkalische Verbrennungen werden nach der Spülung mit einer schwachen Säure, wie Essigsäure oder Zitronensäure, behandelt.

Kalkbrandwunden werden sofort mit Öl oder Fett behandelt – dies ist der einzige Fall, bei dem im Rahmen des Erste-Hilfe-Verfahrens fettreiche Salben eingesetzt werden.

Es gilt als bekannt, dass Laugenverbrennungen gefährlicher sind, da sich bei ihnen keine scharfe Grenze zwischen geschädigtem und gesundem Gewebe bildet; es handelt sich um eine sogenannte Kolliquationsnekrose, die auch nach Abklingen der Wirkung des schädigenden Agens weiter fortschreitet.

Ob Sie sollten Folgendes beachten:

Während der Natriurese kommt es zu einer vollständigen Funktionsstörung des Organismus, einschließlich eines vorübergehenden Kreislaufstillstands.


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