Prostata

Die Prostata, auch als Bläschen bekannt, ist das Organ, das sich unterhalb der Harnblase befindet. Ihre Hauptfunktion besteht in der Bildung eines spezifischen Sekrets, das den Samenflüssigkeit bildet. Dieses Prostatasekret bestimmt die Konsistenz des Ejakulats (insbesondere durch seinen flüssigen Beitrag) und enthält Vitamine, Enzyme, Immunglobuline sowie Zinkionen u.a.

Prostata

Die Prostata ist so positioniert, dass sie die Harnröhre von allen Seiten umschließt; ihre Ausführungsgänge münden dort.

Die Funktion der Prostata wird durch die Hypophyse gesteuert, welche Östrogene, Androgene und Steroidhormone ausschüttet.

Das Volumen der Prostata lässt sich mit dem einer Walnuss vergleichen; unter dem Einfluss verschiedener pathologischer Zustände kann sie jedoch zunehmen.

Aufbau der Prostata

Die Prostata besteht aus drei Gewebetypen: eisenhaltiges, glattmuskuläres und fibröses Gewebe (das äußere Schicht bildet). Grundlage dieses Aufbaus sind die Azini, die einen Komplex aus alveolär-röhrenförmigen Strukturen darstellen, welche durch Bindegewebe geteilt werden. Die Ausführungsgänge der Azini münden im Bereich der hinteren Harnröhre. Über den Ausflüssen liegt der Samenhügel; in der submukösen Schicht der Harnröhre befinden sich die Paraurethraldrüsen, deren Ausflüsse in die Prostata münden. Unterhalb der Prostata liegen die Samenbläschen.

Die Blutversorgung der Prostata erfolgt über ober- und unterprostatische Venen, die sich aus den Gefäßen des Mastdarms und der Harnblase ableiten.

Funktionen der Prostata

Die Prostata übernimmt eine Reihe von Aufgaben im Organismus, insbesondere:

  • Sie fungiert als Klappe, die während der Erektion den Ausgang aus der Harnblase verschließt und so das Zurückhalten des Urins ermöglicht.
  • Die Produktion des Prostatasekrets, das einen Bestandteil des Samens bildet.
  • Der indirekte Einfluss auf die Erzielung einer Erektion.
  • Die Ejakulation des Samens im Rahmen des Geschlechtsverkehrs.

Erkrankungen der Prostata

Zu den häufigsten Beschwerden, die mit pathologischen Zuständen in der Prostata verbunden sind, gehören:

  • Das Prostataadenom, auch als gutartige Prostatavergrößerung bezeichnet. Bei dieser Erkrankung nimmt das Volumen der Prostata infolge des wachsenden Blutdrucks innerhalb der Drüse zu und beeinträchtigt damit die Funktion der Harnblase. In der Regel wird ein Prostataadenom bei Patienten beobachtet, deren Alter 60 Jahre übersteigt. Die Hauptsymptome sind eine zunehmende Häufigkeit des Wasserlassens sowie das subjektive Empfinden einer unvollständig entleerten Blase. Zudem kann die Dauer des Wasserlassens zunehmen und gleichzeitig die Schwäche der Strahlkraft festgestellt werden. Bei schweren Krankheitsverläufen entsteht eine akute Urinretention – ein Zustand, bei dem das eigenständige Wasserlassen erschwert ist. Eine inadäquate Behandlung des Adenoms führt zu einer übermäßigen Vergrößerung der Prostata, zur Bildung von Konkrementen in der Harnblase, zum Entstehen von Infektionen im Harntrakt sowie zur Hydronephrose – einer Erkrankung, bei der die Niere durch Urin aufgefüllt wird.
  • Das Prostatakarzinom entwickelt sich bei Männern meist ab dem 65. Lebensjahr. Zur Risikogruppe gehören Männer mit familiärer Vorbelastung sowie Personen, die Präparate mit Testosteron einnehmen. Die Hauptsymptome ähneln denen des Adenoms; zusätzlich können jedoch Blut im Urin oder Schmerzen im Bereich von Rücken und Becken auftreten. Das Behandlungskonzept bei fortgeschrittenem Prostatakarzinom hängt vom Stadium ab und umfasst chirurgische Eingriffe, Strahlentherapie und/oder Chemotherapie.
  • Die Prostatitis, also die Entzündung der Prostata, gehört zu den häufigen Erkrankungen im männlichen Geschlechtsbereich. Das Erkrankungsrisiko steigt mit dem Alter; Männer ab 30 Jahren sind häufiger betroffen. Je nach Auslöser unterscheidet man zwischen akuter bakterieller, chronischer bakterieller, nicht-bakterieller Prostatitis sowie der prostatodynie. Ein Risiko jeder Form ist die Unfruchtbarkeit etwa bei der Hälfte der Patienten, die die Behandlung vernachlässigen. Daher ist es wichtig, Symptome rechtzeitig zu erkennen: Dazu zählen Störungen des Wasserlassens, Beeinträchtigungen der sexuellen Funktion (schwache Erektion, Schmerzen beim Samenerguss, Orgasmusverlust) sowie eine erhöhte Nervosität durch Fixierung auf das Befinden. Nicht selten begleiten die akute Form Fieber und Schüttelfrost. Zu den Komplikationen zählen unter anderem Pyelonephritis, Prostataabszess, Harnblasenobstruktion, rezidivierende Blasenentzündung sowie weitere Erkrankungen. Als Prophylaxe wird für Männer in der Risikogruppe ein regelmäßiger Urologenbesuch empfohlen; in einigen Fällen ist die Prostata-Massage eine geeignete Behandlungsform.

Methoden zur Prostata-Untersuchung

Neben der Inspektion der äußeren Genitalien umfasst die Prostata-Untersuchung eine Reihe spezifischer Verfahren:

  • Die rektale Untersuchung mittels Finger. Dank dieser Methode lassen sich Umfang, Konturen, Form und weitere Merkmale der Prostata beurteilen.
  • Die Analyse des Prostatasekrets. Das Sekret der Drüse, das durch Massage der Prostata gewonnen wird, ermöglicht es, die Wirksamkeit der verschriebenen Behandlung zu überprüfen sowie das Fehlen von Erkrankungen zu kontrollieren. Es bestehen jedoch Kontraindikationen für dieses Verfahren: akute Prostatitis, Nebenhodenentzündung, Proktitis, Urethritis, Hämorrhoiden-Thrombose, Tuberkulose sowie Konkrementbildung in der Prostata und Aftersprünge.
  • Zystoskopie und Uretroskopie sind für die Beurteilung des Zustands der Prostatalappen, des Blasenhalses sowie des Restharnvolumens aussagekräftig.
  • Die radioisotopische Untersuchung wird zur Diagnose von Prostata-Tumoren eingesetzt.
  • Die Biopsie der Prostata ermöglicht die Kontrolle des Behandlungserfolgs und stellt eine aussagekräftige Methode zur differentialdiagnostischen Abklärung dar. Das Untersuchungsmaterial wird durch Exzision oder Punktion des betroffenen Bereichs mittels transrektaler, transurethraler, suprapubischer oder ischiorektaler Verfahren gewonnen. Dieses Verfahren ist für die Krebsdiagnose der Prostata aussagekräftig.
Ob Wissen Sie das:

Jeder Mensch besitzt nicht nur einen individuellen Fingerabdruck, sondern auch einen charakteristischen Zungenabdruck.


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