Prolaktinom

Allgemeine Charakteristik der Erkrankung

Ein Prolaktinom ist eine Variante einer gutartigen Hypophysengeschwulst. Bösartige Prolaktinome treten außerordentlich selten auf. Ein Prolaktinom führt zur Vergrößerung des Hypophysenvolumens sowie zu einem erhöhten Prolaktinspiegel im Organismus (was den Namen der Erkrankung erklärt). Prolaktinom – gutartige Hypophysen-Tumor

Das Prolaktinom ist einer der häufigsten Tumortypen. Postmortale Obduktionen des Gehirns haben gezeigt, dass bei 25 % der Patienten ein Prolaktinom vorliegt. In einem Viertel der Fälle verhielt sich die Geschwulst während des Lebens nicht aggressiv; die Hormonsekretion blieb unbeeinflusst. Bei weiteren 40 % der Fälle traten keine Symptome auf, da das Tumorgewicht gering war und unter 3 mm lag.

In etwa 35 % der Fälle zeigten sich bei Patienten mit einem Prolaktinom charakteristisch eine rasche Tumorvergrößerung sowie ein ungestüm ansteigendes Hypophysenvolumen. Die Gründe für die Aggressivität des Tumors in einigen Fällen sind der Medizin bis heute nicht bekannt.

Symptome eines Prolaktinoms

Im Normalzustand steigen die Prolaktinspiegel bei Frauen während der Schwangerschaft und der Stillzeit an. Der Milchfluss hängt direkt von diesem Hormon ab.

Bei einer pathologischen Überproduktion von Prolaktin, die durch ein Hypophysen-Prolaktinom verursacht wird, entwickelt sich eine Hyperprolaktinämie.

Zu den Symptomen eines Prolaktinoms gehören Störungen des Menstruationszyklus; bei Patientinnen mit einem Hypophysenprolaktinom sind folgende Veränderungen möglich:

  • Oligomenorrhö (verminderte Dauer der menstruellen Blutungen)
  • Opsomenorrhö (selteneres Auftreten der Menstruation bei einem Zyklus von 35 Tagen und mehr)
  • sowie Amenorrhö (Abwesenheit der Menstruation)

Die Störungen des Menstruationszyklus bei einem Prolaktinom werden durch Funktionsstörungen der luteinisierenden und follikelstimulierenden Hormone ausgelöst, die auf den hohen Prolactinspiegel im Organismus zurückzuführen sind.

Ein weiteres wichtiges Symptom eines Prolaktinoms bei Frauen ist die Galaktorrhö, also die Milchabsonderung aus den Brustdrüsen. Diese Erscheinung beruht auf dem physiologischen Effekt: Der erhöhte Prolactinspiegel bereitet die Brust der Frau auf die Milchproduktion vor. Die Galaktorrhö stellt keine Pathologie der Brustdrüsen dar, erhöht jedoch das Risiko für eine Mastopathie (gutartiges Wachstum des Drüsengewebes).

Patientinnen mit Hypophysenprolaktinom beklagen zudem häufig Kopfschmerzen. Dieses Symptom wird oft auf die mechanische Kompression des Hypophysenvorderlappens zurückgeführt, was zu Störungen im Hormonhaushalt führt.

Bei Männern manifestieren sich die Symptome eines Prolaktinoms durch Gynäkomastie (Vergrößerung der Brustdrüsen). Das Prolactin unterdrückt die Wirkung des männlichen Hormons Testosteron. Daher tritt als weiteres deutliches Symptom eine Senkung der Libido bis hin zur Entwicklung einer Impotenz auf. Ein Hypophysenprolaktinom kann bei Männern zudem zu Unfruchtbarkeit führen, und besonders große Tumoren können Sehstörungen verursachen. Die Diagnose eines Prolaktinoms erfolgt mittels Computertomographie des Gehirns.

Bei männlichen Patienten treten Prolaktinome mit größerem Umfang häufiger auf; bei der Mehrheit der Frauen wird ein Mikrohypophysenadenom diagnostiziert.

Diagnostik des Prolaktinoms

Die Bestimmung des Prolaktinspiegels erfolgt durch Blutuntersuchungen. Zur Visualisierung von Prolaktinomen in der Hypophyse wird eine kontrastverstärkte Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt.

Therapie des Prolaktinoms

Die Behandlung von Prolaktinomen erfolgt entweder konservativ oder chirurgisch. Bei Tumoren kleineren Ausmaßes wird zunächst die konservative Therapie eingeleitet. Zu den Wirkstoffen, die die Prolaktinausschüttung hemmen, gehören: Bromocriptin (Parlodel), Levodopa, Lisurid, Peritol und Lergotril; die konservative Behandlung ist bei kleinen Tumoren in 85 % der Fälle erfolgreich.

Bei nicht wirksamer konservativer Therapie wird eine Strahlentherapie sowie eine anschließende mikrochirurgische Tumorresektion der Hypophyse empfohlen. Die Ergebnisse der operativen Behandlung von Prolaktinomen sind in der Regel gut; bereits nach 2–3 Monaten kehrt der Prolaktinspiegel zur Norm zurück, bei Frauen wird der Menstruationszyklus wiederhergestellt und bei Männern steigt die Libido mit verbesserter Erektionsqualität.

Ob Sie sollten Folgendes wissen:

In Großbritannien gibt es ein Gesetz, wonach Chirurgen von einer Operation absehen können, wenn der Patient raucht oder Übergewicht hat; dem Patienten wird geraten, schädliche Gewohnheiten aufzugeben. Ansonsten ist eine operative Intervention nicht zwingend erforderlich.


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