Ein Darmkrebs ist ein bösartiges Tumorwachstum in der Darmschleimhaut. Er kann an jeder Stelle des Verdauungstrakts entstehen, wobei das Rektum und der Dickdarm am häufigsten betroffen sind. Die Erkrankung ist weit verbreitet; die Inzidenzrate steigt kontinuierlich an, insbesondere in wirtschaftlich entwickelten Ländern, wo sie am höchsten ist. Derzeit belegt Darmkrebs den zweiten Platz unter allen Krebsarten nach dem Prostatakarzinom bei Menschen im höheren Alter.
Am häufigsten sind Männer und Frauen ab 45 Jahren betroffen; alle zehn Jahre steigt die Inzidenzrate um etwa 10 %. Bei 96 % der Fälle entwickelt sich ein Adenokarzinom aus den drüsigen Strukturen der Darmschleimhaut.
Die drei Hauptmerkmale des Darmkrebses:
Die Erkrankung kann über einen langen Zeitraum symptomfrei verlaufen; oft ähneln die ersten Symptome des Darmkrebses denen einer Kolitis. Ein Hauptsymptom im frühen Stadium ist Blut im Stuhl, das aus dem Bereich stammt, der von der Geschwulst betroffen ist. Da dieses Blut unmerklich sein kann, hat die Durchführung einer prophylaktischen Fäkalblutanalyse für alle Risikopatienten hohen Wert.
Die Symptome hängen vom Stadium und der Lokalisation des Tumors ab. Bei Tumoren im rechten Dickdarmabschnitt sind Bauchschmerzen sowie Blut im Stuhl charakteristisch, gefolgt von einer eisenmangelbedingten Anämie infolge ständiger Blutverluste; bei Tumoren im linken Abschnitt dominieren Verstopfung und Blähungen. Zu den weiteren Merkmalen zählen auch hartnäckige (dauerhaft länger als zwei Wochen) dyspeptische Erscheinungen wie Übelkeit, Aufstoßen, Schweregefühl im Bauch, Appetitverlust und unregelmäßiger Stuhl.
Ein weiteres charakteristisches Symptom ist die Abneigung gegen Fleisch. Je nach Fortschreiten der Krankheit schließen sich Zeichen einer Vergiftung durch Zerfallsprodukte des Tumors an: allgemeine Schwäche, Müdigkeit, Hautblässe, Gewichtsverlust und erhöhte Nervosität.
Im späten Stadium treten Metastasen auf – Tochtergeschwülste, die über Lymph- oder Blutgefäße entstehen. Darmkrebsmetastasen gelangen lymphatisch zu den regionalen Lymphknoten, dann zu denen des kleinen Beckens und des Dickdarms sowie hämatogen in die Lungen und Leber; am häufigsten finden sie sich in der Leber.
Eine Früherkennung des Darmkrebses ist außerordentlich wichtig, da die Erkrankung einen langsamen Verlauf nimmt; rechtzeitig ergriffene Maßnahmen können den Tumor vollständig entfernen, sofern dieser noch nicht zu weit fortgeschritten ist. Die Diagnose wird nach Durchführung der folgenden Untersuchungen gestellt:
Unabhängig vom Stadium des Darmkrebses ist die chirurgische Entfernung des Tumors das wichtigste Behandlungsmittel. Wird die Erkrankung in einem frühen Stadium diagnostiziert, kann die Therapie schonend erfolgen: In diesem Fall wird der Tumor endoskopisch unter Verwendung eines Retroflexionskolonoskops entfernt. Bei fortgeschrittenen Fällen ist eine offene Operation mit Schnitt in der Bauchdecke erforderlich. Der Darmabschnitt, der vom Tumor betroffen ist, wird reseziert; die Darmränder werden miteinander vernäht. In einigen Fällen erfolgt die Operation in zwei Etappen: In der ersten Etappe wird der Tumor entfernt und ein künstlicher Darmausgang (Kolosotomie) seitlich angelegt. In der zweiten Etappe wird die Kolostoma entfernt, die Darmabschnitte wieder miteinander vernäht, und die physiologische Stuhlentleerung über das anale Loch des Rektums wird wiederhergestellt.
Für die Behandlung des Darmkrebses kommen auch Chemotherapie und Strahlentherapie zum Einsatz. In frühen Stadien werden diese Methoden unterstützend zur primär chirurgischen Therapie eingesetzt, um Metastasierung und Rezidiv zu verhindern. Bei nicht operablen Spätstadien dienen Chemotherapie und Strahlentherapie dazu, Schmerzen zu lindern und den allgemeinen Zustand des Patienten zu verbessern.
Die Prognose hängt direkt vom Stadium ab, in dem die Behandlung begonnen wurde. Wird das Tumorwachstum im frühen Stadium erkannt, bevor es die Schleimhautgrenzen überschreitet, beträgt die fünfjährige Überlebensrate nach Tumorentfernung und adäquater Therapie 97 %. Bei Befall der gesamten Darmwand ohne Metastasierung liegt sie bei 60 %; bei Vorhandensein von Metastasen verschlechtert sich die Prognose erheblich, sodass die fünfjährige Überlebensrate auf nicht mehr als 35 % sinkt.
Zur Prävention des Darmkrebses sind regelmäßige prophylaktische medizinische Untersuchungen insbesondere für Personen in Risikogruppen unerlässlich. Eine ausgewogene Ernährung mit hohem Gehalt an Ballaststoffen und fermentierten Lebensmitteln sowie einem reduzierten Anteil tierischer Fette ist entscheidend, ebenso wie die Vermeidung von scharfer und geräucherter Nahrung. Es ist wichtig, regelmäßig auf eine gute Darmfunktion zu achten und rechtzeitig Maßnahmen gegen Verstopfung zu ergreifen.
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