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Der Schilddrüsenkrebs

Die allgemeine Charakteristik der Erkrankung

Krebs der Schilddrüse

Der Schilddrüsenkrebs stellt eine ernste endokrine Erkrankung dar, die durch Strukturveränderungen des Drüsengewebes und pathologisches Wachstum charakterisiert ist. Die Häufigkeit des Schilddrüsenkrebses weltweit ist im Vergleich zu anderen onkologischen Erkrankungen nicht hoch – sie beträgt maximal 2 %.

Meistens werden Symptome des Schilddrüsenkrebses bei älteren Personen oder bei Individuen diagnostiziert, die einer Strahlenbelastung ausgesetzt waren. Nach dem ukrainischen Tschernobyl-Unfall sowie den atomaren Bombardierungen in Hiroshima und Nagasaki wurden Merkmale des Schilddrüsenkrebses bei Kindern aufgedeckt, die intrauterin der Bestrahlung ausgesetzt waren. Für alle anderen Fälle von Schilddrüsenkrebs, insbesondere für Metastasen, die sich auf andere Organe erstrecken, ist das Auftreten dieser Symptome bei Kindern äußerst selten und nicht typisch.

Als einer der Ursachen des Schilddrüsenkrebses neben der Strahlenbelastung wird auch ein langdauernder Jodmangel im Organismus genannt. Eine Rolle in der Entwicklung des Schilddrüsenkrebses spielen verschiedene Störungen des immuno-neuro-endokrinen Systems, die durch die Bildung einer Struma (Schilddrüsenvergrößerung), benigner Geschwülste oder Zysten manifestiert werden. Zu den Risikofaktoren gehören auch eine genetische familiäre Veranlagung der Patienten.

Die Symptome des Schilddrüsenkrebses

Nicht selten ist das erste Symptom des Schilddrüsenkrebses die Palpation einer kleinen Induration, des sogenannten Knotens. Dieser ist in der Regel völlig schmerzlos, und die Umfänge des Organs sind noch nicht verändert. Beim Fortschreiten der Erkrankung und bei weiterer Vergrößerung der Geschwulst treten als Symptome neben den lokalen Veränderungen Druckempfindungen im Bereich des Organs sowie eine Zunahme benachbarter Lymphknoten hinzu.

Manchmal entwickelt sich die Krankheit auf dem Hintergrund zusätzlicher Merkmale wie einer Hypothyreose (Hormonmangel) oder im Gegenteil einer moderaten Thyreotoxikose (Hormonüberfluss). Bei großen Tumormassen und Metastasen in die Luftröhre oder Speiseröhre können weitere Symptome des Schilddrüsenkrebses auftreten: Atemnot, Schluckbeschwerden, Stimmbandverschiebung usw.

Stadien und Formen des Schilddrüsenkrebses

Etwa in 90 % der diagnostizierten Schilddrüsentumore handelt es sich um gutartige Neubildungen, nämlich Papillär- oder Follikelkarzinome. Auf die übrigen 10 % entfallen die Formen des Schilddrüsenkrebses als anaplastisches Karzinom, medulläres Karzinom sowie gemischte Formen. Jede dieser Formen wird durch den vorherrschenden Ursprungstyp der Tumorzellen, unterschiedliche Entwicklungsverläufe und eine variable Anzahl bösartiger Knoten charakterisiert. Am seltensten (ca. 1 % aller Schilddrüsentumore) treten metastasierte Karzinome auf.

Wie bei anderen onkologischen Erkrankungen wird auch das Schilddrüsenkarzinom nach der Entwicklungsstufe differenziert. Ein Merkmal des I. Stadiums ist das Vorhandensein eines einzelnen Tumors ohne Metastasen und ohne Infiltration der Organ kapsel. Das II. Stadium zeichnet sich durch die Abwesenheit von Fernmetastasen bei gleichzeitigem Vorliegen einzelner oder mehrerer bösartiger Knoten sowie einer Beschädigung der Organkapsel aus.

Das III. Stadium wird durch die Beteiligung naher Lymphknoten, die Infiltration des Schilddrüsengewebes und die Ausbreitung auf benachbarte Gewebe definiert. Als IV. Stadium gelten Metastasen in ferne Lymphknoten sowie andere Organe. Die Prognose für das I.-II. Stadium ist günstig; das höchste Erkrankungsrisiko liegt im Alter von 30 bis 50 Jahren, wenn die Erkrankung am meisten auf eine Behandlung anspricht.

Verfahren zur Erkennung des Schilddrüsenkrebses

Das Vorgehen bei der Krebsdiagnostik erfolgt in mehreren Etappen: Es beginnt mit einer einfachen Tastuntersuchung (Palpation) durch den Internisten oder Endokrinologen und schließt sich genaueren diagnostischen Methoden an. Zu diesen gehören bildgebende Verfahren wie Ultraschall (US) und MRT sowie funktionelle Studien mittels Radioisotopen. Die Hauptmethode zur Bestimmung des Tumortyps ist die biochemische Untersuchung, konkret eine Feinnadelpunktion der Schilddrüsenstrukturen.

Behandlung des Schilddrüsenkrebses

Photodynamische Therapie des Schilddrüsenkrebses

Das Therapiekonzept richtet sich nach dem diagnostizierten Tumortyp und Stadium. Die beste Prognose bietet in der Regel die chirurgische Vollresektion (Totaltherese) des Organs. Nach der Operation wird bei Patienten mit bestätigten Karzinom-Symptomen eine lebenslange hormonsubstitutive Therapie verordnet.

Bei kleinen Tumoren ist eine organerhaltende Operation (Resektion betroffener Areale) zulässig. Die Prognose verbessert sich signifikant durch zusätzliche Therapiemaßnahmen, insbesondere die orale Gabe radioaktiven Jods. Auch lokale Strahlentherapie kann als effektive Methode eingesetzt werden; diese Behandlung birgt für das Umfeld keine Gefahr.

Bei fortgeschrittenen Stadien ist die Prognose bei kombinierter Therapie günstiger. Diese umfasst eine totale Resektion oder Teilresektion, einen Kurs mit radioaktivem Jod und Chemotherapie. Nach einigen Wochen erfolgt ein Kontroll-Szintigramm zur Beobachtung des Behandlungsverlaufs. Bei geringer Empfindlichkeit der Tumorzellen gegenüber Chemo- und Jodtherapie wird die Medikamentendosis erhöht.

Die Prognose des Schilddrüsenkarzinoms ist unter den onkologischen Erkrankungen eine der besten.

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