Die wiederholte Langzeitanwendung dieser Medikamente kann dazu führen, dass beim Absetzen des Medikaments das Befinden des Patienten sich verschlechtert oder heftige Entzugssymptome auftreten. Diesen Zustand bezeichnet man als Syndrom der medikamentösen Abhängigkeit.
Dieses Syndrom tritt häufig bei der Anwendung von Psychopharmaka auf, die am stärksten mit Entzugssymptomen assoziiert sind (Opiate und Psychostimulanzien). Eine medikamentöse Abhängigkeit kann jedoch auch von anderen Wirkstoffen wie Glukokortikoiden sowie Gallensäuren oder organischen Lösungsmitteln entstehen, die nicht für den therapeutischen Zweck vorgesehen waren.
Das Syndrom manifestiert sich durch das pathologische Bedürfnis des Menschen nach Einnahme solcher Mittel aufgrund von Unwohlsein, psychischen Störungen und Entzugssymptomen – ein Zustand, bei dem beim Patienten eine hysterische Angst vor der Aufhebung des Medikaments entsteht.
Die Überwindung der medikamentösen Abhängigkeit kann nur schwer gelingen, insbesondere bei Fällen einer psychischen Abhängigkeit; alternativ ist eine schrittweise Reduktion der Anwendung oder ein Ersatz durch andere Substanzen möglich.
In der Medizin unterscheidet man zwei Formen der medikamentösen Abhängigkeit: die physische und die psychische (psychologische). Die erste entsteht, wenn die Aufhebung einer bestimmten Substanz oder eines Medikaments beim Patienten Entzugssymptome hervorruft, die sich als vegetativ-somatische oder neurologische Störungen äußern.
Der Entzug kann neben der Aufhebung des Mittels auch durch die Gabe von Antagonisten bedingt sein, die die physische Abhängigkeit verursacht haben; das Krankheitsbild hängt dabei vollständig vom Typus, der Dauer und der Dosierung des psychoaktiven Stoffes ab.
Die Entwicklung der zweiten Form der medikamentösen Abhängigkeit – psychischer Art – tritt ein, wenn die Aufhebung des Präparats zu einem psychischen oder emotionalen Unwohlsein führt; sie manifestiert sich durch eine unüberwindbare Sucht des Patienten nach diesem Medikament, das in eine aufdringliche Idee umgewandelt wird.
Es wird angenommen, dass die Fähigkeit von Psychopharmaka, den psychischen Zustand des Menschen positiv zu beeinflussen, die Grundlage für die Entstehung einer psychologischen Medikamentenabhängigkeit bildet.
Die Mehrheit dieser Substanzen – seien es Tranquilizer, narkotische Analgetika, Alkohol oder Sedativa – übt einen direkten Einfluss auf Wahrnehmung, Stimmung und Denken aus; sie rufen Euphorie hervor und nehmen Anspannung sowie Angst und Sorge ab.
Eine solche Reaktion des Organismus bei bestimmten Personen, bedingt durch genetische, psychologische, soziale, biochemische und situative Faktoren, kann zu einem unüberwindbaren Wunsch nach erneuter Einnahme führen, was zur Entwicklung einer Medikamentenabhängigkeit beiträgt.
Die äußerste Form dieses erzwungenen Bedürfnisses ist die Entwicklung eines pathologischen Wunsches, psychoaktive Substanzen regelmäßig einzunehmen, um den Zustand der Euphorie zu erreichen; dieser Zustand wandelt sich später in eine Sucht oder Toxikomanie.
Bei vielen Fällen entsteht die psychologische Medikamentenabhängigkeit bei Patientinnen mit Neurose oder einem beunruhigten-charakterologischen Profil: In Situationen, in denen das Absetzen der Medikamente negative Affektreaktionen auslöst, greifen diese oft selbstständig auf weitere Psychosubstanzen zurück, um die negativen Folgen des Entzugs zu mildern. Durch diesen ähnlichen Mechanismus entwickelt sich bei solchen Personen eine Medikamentenabhängigkeit.
Daraus lässt sich schließen, dass das Entstehen einer psychologischen Abhängigkeit in vieler Hinsicht mit der Bildung eines operant-verstärkten Stereotyps verbunden ist: Nach der Einnahme solcher Mittel empfindet der Patient Ruhe; das Gefühl von Unbehagen und Sorge verschwindet, während Euphorie und ein emotional-positiver Zustand eintreten.
Vermutlich spielen bei der Entwicklung einer physischen Medikamentenabhängigkeit neben operant-verstärkten Mechanismen auch anpassungsfähige Reaktionen des Organismus eine nicht unerhebliche Rolle. Diese hängen mit Veränderungen in den medialen Organen der Sensibilität sowie mit der Anzahl der Rezeptoren zusammen, die mit den aufgenommenen Psychosubstanzen interagieren.
Die Diagnose einer medikamentösen Abhängigkeit kann sich nach dem plötzlichen Auftreten von Symptomen wie Schwindel, Tremor (Hände zittern), Photopsien (Lichtblitz) oder akustischen Halluzinationen sowie einem Zustand der Besorgnis und erhöhter Angst manifestieren. Dies ist oft auf die ständige Notwendigkeit einer Dosissteigerung zurückzuführen.
Ist geklärt, dass sich beim Patienten eine Abhängigkeit von der Einnahme des Präparats entwickelt hat, so bestimmt der Arzt das Stadium der Abhängigkeit sowie die Intensität des Entzugswunschs. Gerade dieser starke und aufrichtige Wunsch gilt als Schlüsselfaktor für den Behandlungserfolg.
Die vollständige Ablehnung der Anwendung des Präparats stellt ein entscheidendes Element der Therapie dar; idealerweise sollte der Patient hospitalisiert werden, um die strikte Beachtung aller ärztlichen Empfehlungen zu gewährleisten. Zugleich müssen Angehörige und nahestehende Personen im Rahmen der Rehabilitation Verständnis zeigen und Unterstützung leisten.
Die Behandlung der medikamentösen Abhängigkeit ist komplex und umfasst Psychotherapie, Entgiftung des Organismus sowie die Identifikation der Substanzen. Dazu gehört auch Heilsport.
Unter medikamentöser Abhängigkeit versteht man einen Zustand, bei dem Panik auftritt, sobald das Präparat abgesetzt wird. Dies betrifft Psychopharmaka, Glukokortikoide sowie andere nicht zur Behandlung zugelassene Substanzen. Das frühzeitige Erkennen und die Anwendung einer adäquaten Therapie sind Garantien für den erfolgreichen Kampf gegen diese Abhängigkeit.
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