Antoniusbrand

Antoniusbrand (Gangrän; lateinisch gangraena, von griechisch gráō – zernagen) – eine Unterart der Nekrose, die durch Mumifizierung oder Fettabsterben des Gewebes sowie dessen faulen Zerfall gekennzeichnet ist.

Spezies des Antoniusbrands:

  • Feucht – gekennzeichnet durch den faulen Zerfall feuchter Gewebe; unterscheidet sich durch eine geringe Tendenz zur Abgrenzung und eine allgemeine Intoxikation.
  • Dekubital (Synonym: Prolektisch) – bezeichnet als Nekrose des weichen Gewebes (Schleimhaut, Haut mit subkutanem Bindegewebe, Wand von Blutgefäßen oder hohlen Organen sowie weitere Strukturen); entsteht infolge einer Ischämie, die durch anhaltenden mechanischen Druck auf das Gewebe bedingt ist.
  • Diabetisch: Der Erweichungsbrand entsteht vor dem Hintergrund einer schweren Zuckerkrankheit und wird durch tiefgreifende Störungen des säurehaltig-alkalischen Gleichgewichts sowie des Kohlenhydratstoffwechsels verursacht.
  • Infektiös: Ausgelöst durch den Zerfall der Gewebe unter dem Einfluss mikrobieller Toxine, beispielsweise beim Milzbrand oder bei einer Anaerobiose.
  • Allergisch: Der Hautbrand entwickelt sich als Symptom einer allergischen Vaskulitis.
  • Wismuthäute: Ein Hautbrand, der durch eine Thrombose des Gefäßes an der Einstichstelle von fetthaltigem Wismut verursacht wird.
  • Dermatomykotische Hautveränderungen: Ein Hautbrand, der im Rahmen schwerer Dermatomykosen (z. B. Akromykose, Blastomykose, Sporotrichose) auftritt.
  • Toxische Hautveränderungen: Ein Hautbrand, der durch Vergiftungen mit Phosphor, Quecksilber, Ergotin sowie anderen allgemeinen Giften verursacht wird.
  • Neurotrophische Hautveränderungen: Ein Hautbrand, der auf schwere Störungen der trophischen Innervation zurückzuführen ist, beispielsweise bei Rückenmarksinsuffizienz.
  • Greisenhafte Hautveränderungen (Synonym: Antoniusfeuer): Ein Hautbrand, der durch allgemeine und lokale atherosklerotische Kreislaufstörungen sowie neurotrophe Defekte im Alter hervorgerufen wird.
  • Trockene Hautveränderungen: gekennzeichnet durch ein schnelles Austrocknen der Gewebe, was das Wachstum von Mikroben behindert; sie zeichnen sich durch eine Tendenz zur Abgrenzung und schwache Intoxikationserscheinungen aus.
  • Thermische Hautveränderungen: Ein Hautbrand infolge von Verbrennungen oder Erfrierungen im III. und IV. Grad.
  • Traumatische Hautveränderungen: Ein Hautbrand infolge ausgedehnter Gewebeschädigung, hervorgerufen durch mechanisches Trauma.
  • Zirkulatorische Hautveränderungen: Entstehen durch Störungen des peripheren Blutkreislaufs.
  • Venöse Zirkulationshautbrand (Synonym: Phlegmasia): Ein Erweichungsbrand, der durch das Fehlen des venösen Abflusses bei gleichzeitig erhaltenem arteriellem Blutfluss entsteht, beispielsweise im Rahmen einer Thrombose der Hauptleitungsvene.
  • Zirkulatorische Ischämie: Entwickelt sich bei unzureichender arterieller Blutversorgung.
  • Chemische Verbrennung: Eine Verletzung, die durch die lokale Einwirkung ätzender Laugen, fester Säuren sowie weiterer chemischer Substanzen verursacht wird.
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