Urologie

Das Forschungsfeld der Urologie umfasst Erkrankungen des Harnsystems bei Männern und des Ausscheidungssystems bei Frauen. Manchmal werden Erkrankungen des männlichen Sexualsystems in das separate Gebiet der Andrologie abgegrenzt; diese verhält sich jedoch zur Urologie, da beide Systeme im männlichen Organismus unmittelbar verbunden sind. Auch die Nephrologie ist ein Teilgebiet der Urologie – eine Richtung, die sich mit der Behandlung von Nierenerkrankungen beschäftigt. Eine besondere Stellung nimmt die Kinderurologie ein; in ihren Aufgabenbereich fallen neben den oben genannten auch die Korrektur angeborener Fehlbildungen der Organe des Ausscheidungssystems und des Sexualsystems.

Das Ausscheidungssystem ist für das normale Funktionieren des Organismus von großer Bedeutung, und Erkrankungen seiner Organe führen stets zu schwerer Pathologie, da sich im Organismus Substanzen ansammeln, die eine Intoxikation verursachen.

In jüngster Zeit wurde aufgrund der zunehmenden Präzision diagnostischer Methoden in der Urologie festgestellt, dass ein erheblicher Teil urologischer Erkrankungen auf eine spezielle Gruppe von Erregern zurückzuführen ist: sogenannte urogenitale Infektionen (abgekürzt: UGI). Diese Gruppe von Mikroorganismen ist heterogen und umfasst Bakterien, Viren, Pilze, Mykoplasmen sowie Ureplasmen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie Organe des Harnsystems als Zielorgane nutzen. Die Übertragung der urogenitalen Infektion erfolgt vor allem über den Tröpfcheninfektionsweg; die Hauptübertragungswege sind häuslicher und sexuell, wobei letzterer besonders bei erwachsenen Patienten eine Rolle spielt.

In der Kinderurologie treten UGI-spezifische Erkrankungen seltener auf; häufiger kommt es zu angeborenen Fehlbildungen oder Pathologien im Zusammenhang mit neuroendokrinen Störungen. Daher ist die Kinderurologie, wie auch die Erwachsenen-Urologie, eng mit der Neurologie verbunden.

In der Urologie erfolgt die Behandlung chirurgisch und konservativ. Heute werden die meisten Eingriffe mittels minimalinvasiver endoskopischer Verfahren durchgeführt, was die Wirksamkeit der Behandlung zahlreicher Erkrankungen erheblich verbessert und gleichzeitig das Komplikationsrisiko deutlich reduziert hat. Durch moderne Methoden der Endoskopie und Mikrochirurgie ist nun auch eine erfolgreiche Korrektur von Pathologien möglich, die früher als unheilbar galten – einschließlich bestimmter angeborener Fehlbildungen bereits bei Neugeborenen.

Ob Wissen Sie das?

Arbeit, die dem Menschen Unbehagen bereitet, ist für seine Psyche schädlicher als die vollständige Arbeitslosigkeit.


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