Aktivkohle

Aktivkohle Aktivkohle – ein enterosorbierendes Arzneimittel.

Pharmakologische Wirkung

Aktivkohle ist ein Adsorbens pflanzlichen oder tierischen Ursprungs, das Alkaloide natürlicher und synthetischer Herkunft, Gase, Toxine tierischer und pflanzlicher Herkunft, Glykoside, Schwermetallsalze sowie Phenole bindet.

Aktivkohle wirkt bei Lauge- und Säureexposition moderat adsorbierend.

Nach den klinischen Studien besitzt Aktivkohle zudem eine entgegengewirkende und desintoxizierende Wirkung.

Die hohe Wirksamkeit des Präparates zeigt sich insbesondere bei der Hämodialyse nach Vergiftungen mit Theophyllin, Glutathion oder Barbituraten.

Darreichungsformen

Das Präparat ist in Form von Granulaten, Kapseln, Tabletten sowie als Paste und Pulver erhältlich.

Indikationen

Aktivkohle wirkt bei Meteorismus, Dyspepsie mit vermehrter Schleim- und Magensaftsekretion sowie zur Unterbrechung der Gärungs- und Fäulnisprozesse im Darm.

In der Gebrauchsanweisung wird empfohlen, Aktivkohle bei Vergiftungen durch Glykoside, Lebensmittel, Alkaloide, Schwermetallsalze sowie Medikamente, bei Verbrennungen mit septikotoksemischer Toxämie, bei Dysenterie und Salmonellose, bei akuter und chronischer Hepatitis, Bronchialasthma, Gastritis, atopischer Dermatitis, Leberzirrhose, chronischer Cholezystitis sowie Enterokolitis und Cholezystopankreatitis einzusetzen.

Aktivkohle zeigt positive therapeutische Effekte bei allergischen Reaktionen, Stoffwechselstörungen sowie beim Alkoholentzug.

Die Anwendung des Präparats wird vor endoskopischen und radiologischen Untersuchungen empfohlen, um die Gasbildung im Darmkanal zu reduzieren.

Da das Mittel Toxine bindet, wird Aktivkohle gelegentlich zur Gewichtsreduktion eingesetzt; jedoch nicht als Monotherapie, sondern in Kombination mit einer Diät. Es ist ratsam, sich von Mehl-, Süßem und Alkohol fernzuhalten.

Kontraindikationen

Die Anwendung von Aktivkohle bei Magengeschwüren (SCHKT), Blutungen aus Magengeschwüren sowie bei Hypersensibilität wird nicht empfohlen.

Zudem weist die Packungsbeilage für Aktivkohle darauf hin, dass das Präparat gleichzeitig mit Medikamenten eingenommen werden sollte, deren Wirkung erst nach Resorption eintritt.

Anwendungshinweise

Nehmen Sie das Präparat 1 bis 2 Stunden vor der Nahrungsaufnahme oder der Einnahme anderer Arzneimittel ein. Die durchschnittliche zirkadiane Dosierung beträgt 100–200 mg/kg Körpergewicht; die Einnahme erfolgt in drei Dosen. Die Behandlung dauert 3 bis 14 Tage, maximal jedoch 14 Tage. Eine Wiederholung der Therapie ist möglich.

Bei Vergiftungen nehmen Sie gemäß den Anweisungen 20–30 g Aktivkohle ein – das Pulver lösen Sie dazu in 100–150 ml Wasser auf. Bei akuten Vergiftungen führen Sie zunächst eine Magenspülung mit einer Suspension aus 10–20 g Pulver durch, woraufhin dem Patienten die Einnahme von 20–30 g Aktivkohle pro Tag empfohlen wird.

Bei Meteorismus und dyspeptischen Störungen das Präparat 3- bis 4-mal täglich einnehmen. Die Einzeldosis beträgt 1–2 g, die Behandlungsdauer umfasst 3 bis 7 Tage.

Bei Erkrankungen, die von Gärungs- und Fäulnisprozessen im Darm sowie einer erhöhten Magensaftsekretion begleitet werden, wird das Mittel über einen Zeitraum von 1 bis 2 Wochen eingenommen. Die Dosierung richtet sich nach dem Alter: Kindern unter 7 Jahren werden 5 g Aktivkohle verabreicht, Kindern zwischen 7 und 14 Jahren 7 g sowie Erwachsenen eine Tagesdosis von 10 g (verabreicht in drei Einzeldosen).

Basierend auf den Bewertungen zur Aktivkohle existieren zwei wirksame Anwendungsschemata für die Organreinigung während der Diät:

  • Aktivkohletabletten Pro Tag sind 10 Tabletten einzunehmen. Die Kohle wird vor dem Essen in etwas Flüssigkeit aufgenommen.
  • Die Einnahme von Aktivkohle zur Gewichtsreduktion erfolgt basierend auf einer Berechnung mit einer Tablette pro 10 kg Körpergewicht vor dem Essen. Es wird nicht empfohlen, mehr als sieben Tabletten in einer Einzeldosis einzunehmen. Ideal ist ein Schema, bei dem zunächst nicht mehr als drei Tabletten pro Dosis eingenommen werden und die Dosierung schrittweise erhöht wird.

Die Einnahme von Aktivkohle zur Gewichtsreduktion erfolgt über Zehntagekurse mit einer Pause von 10 Tagen, gefolgt von der Rückkehr zur Diät. Ein guter Effekt kann zusätzlich durch die Anwendung von reinigenden Klistieren erzielt werden.

Nebenwirkungen

Die Langzeitanwendung von Aktivkohle kann zu einer Hypovitaminose und einer Verschlechterung der Nährstoffresorption im Dünndarm führen. Zudem können Durchfall oder Verstopfung sowie Erbrechen auftreten.

Bei der Durchführung einer Hämodialyse mit Hilfe des Präparates werden in einigen Fällen Hämorrhagien, Hypothermie, Blutpfropfembolien und Hypoglykämie beobachtet.

Ob Das wissen Sie:

Die mittlere Lebenserwartung von Linkshändern ist geringer als die von Rechtshändern.


Impressum | Datenschutz | Über uns | Kontakt