Digitoxin

Digitoxin ist ein niedropolares Herzglykosid, das aus verschiedenen Digitalis-Arten gewonnen wird.

Gehalts- und Darreichungsform

Digitoksin-Formel Es wird als Kerze mit einer Dosierung von 0,15 mg zur lokalen Anwendung sowie als Tablette mit einer Dosierung von 0,1 mg zur innerlichen Anwendung bereitgestellt.

Wirkstoff: Digitoxin

Anwendungsbedingungen: Nach ärztlicher Verordnung.

Pharmakologische Wirkung

Zeigt eine kardiotrope Wirkung (vergrößert die Kontraktilität des Herzens), verlangsamt die Herzfrequenz. Besitzt starke kumulative Eigenschaften und wird rasch aus dem Gastrointestinaltrakt aufgenommen.

Das Präparat entfaltet seine Wirkung 2 bis 4 Stunden nach der Einnahme und reichert sich im Organismus an.

Hinweise zur Anwendung von Digitoxin

Die Tabletten Digitoxin werden gemäß der Packungsbeilage eingenommen bei:

  • Schwere und mäßige Formen einer Herzinsuffizienz, insbesondere bei niedrigem Herzauswurf mit normalem Sinusrhythmus sowie Vorhandensein eines Galopprhythmus und Dilatation der Kammern;
  • Die langdauernde Herzinsuffizienz in tachysystolischer Form (Vorhofflimmern);
  • Zur Senkung der systolischen Zeit des linken Ventrikels bei Sinustachykardie infolge schwerer Herzinsuffizienz; zur Behandlung der Anfälle;
  • Paroxysmale supraventrikuläre Arrhythmien (Vorhofflattern, Vorhofflimmern, supraventrikuläre Tachykardie).

Die Kerzen mit Digitoxin werden nach Rezept in der Augenheilkunde eingesetzt bei:

  • Asthenopien (es muss ausgeschlossen werden, ob eine fehlerhafte Sehtestung oder eine organische Augenerkrankung vorliegt)
  • Augenmüdigkeit bei Durchblutungsstörungen, erhöhte Sehbelastung, Augenbeschwerden sowie das Auftreten von Migräneattacken im Rahmen einer beginnenden Presbyopie.

Aufnahmeweg und Dosierung

Die Dosierung wird vom individuell behandelnden Arzt je nach Behandlungsschema und den klinischen Befunden festgelegt.

Die Tabletten-Dosierung von Digitoxin für Erwachsene richtet sich nach dem Behandlungsschema und den klinischen Befunden: In den ersten Tagen werden 6–12 Tabletten pro Tag in vier Einzeldosen (jeweils alle sechs Stunden) verabreicht. Nach Erreichen des therapeutischen Effekts wird die Dosierung auf eine bis zwei Tabletten täglich reduziert.

Digitoxin-Zäpfchen werden bei Patienten mit Verdauungsstörungen oder Pfortaderhochdruck gemäß der Packungsbeilage verschrieben. Das Präparat wird zunächst zweimal täglich (ein- bis zwei Zäpfchen) über mehrere Tage rektal appliziert, woraufhin die Dosierung auf maximal ein Zäpfchen einmal oder zweimal täglich gesenkt wird. Digitoxin-Tabletten

Kontraindikationen

Digitoxin-Tabletten und -Zäpfchen sind gemäß der Packungsbeilage kontraindiziert bei:

  • Überempfindlichkeit gegen das Präparat
  • Leberfunktionsstörungen
  • Digitoxinglykosidtoxizität

Die Einnahme von Digitoxin-Tabletten nach ärztlicher Verordnung ist kontraindiziert bei:

  • AV-Block I. und II. Grades
  • Vorliegen einer ausgeprägten Bradykardie
  • Akuter Myokardinfarkt
  • Isolierte Mitralstenose
  • Herzbeuteltamponade
  • Kammertachykardie
  • Extrasystolien
  • WPW-Syndrom
  • Instabile Angina pectoris

Nebenerscheinungen

Die Anwendung von Digitoxin nach den Anweisungen kann folgende Nebenwirkungen verursachen:

  • Herz-Kreislauf-System: Rhythmusstörungen, AV-Blockaden, Bradykardie
  • Zentrales Nervensystem: Euphorie, vermehrte Ermüdung, Depression, Synkope, Delirium, Schlafstörung, Schwindel, Bewusstseinsverwirrung
  • Verdauungssystem: Diarrhöe, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen
  • Hämatopoetisches System: Thrombose der Mesenterialgefäße
  • Sehorgane: Schleimhautabszesse vor den Augen, Absenkung des Sehwitzes, Xanthopsie, Skotome
  • Fortpflanzungssystem: Bei Langzeittherapie kann sich eine Gynäkomastie entwickeln.

Wechselwirkungen von Digitoxin mit anderen Arzneimitteln

Die Anwendung von Digitoxin in Kombination mit Magnesium- und Aluminiumsalz-Antazida führt zu einer verminderten Absorption.

Die gleichzeitige Einnahme von Digitoxin zusammen mit Glukokortikoiden birgt das Risiko für eine Glykosidintoxikation.

In Kombination mit Azithromycin wird eine signifikante Steigerung der Konzentration des betreffenden Substanz im Blut beobachtet, was zur Entwicklung einer Glykosidintoxikation führt.

Die gleichzeitige Einnahme von Digoxin nach dem Rezept zusammen mit Aminoglutethimid, Amiodaron und Amphoterizin B kann eine Glykosidintoxikation herbeiführen.

Die gleichzeitige Einnahme dieses Präparats mit Barbituraten beschleunigt den Metabolismus von Digitoxin und bewirkt dessen Umwandlung in Digoxin.

Die Kombination von Digitoxin mit Diltiazem oder Verapamil führt zu einer Erhöhung der Konzentration des betreffenden Wirkstoffs im Blut.

In Kombination mit Disopyramid kann eine schwere Arrhythmie entstehen.

Die gleichzeitige Anwendung von Fenylbutazon, Rifampicin, Phenytoin und Spironolacton verringert die Konzentration des betreffenden Wirkstoffs im Plasma.

Die gleichzeitige Gabe von Karbenoxolon wird nicht empfohlen, da es zu einer Verminderung des Kaliums im Serum führt, die Liquorproduktion im Organismus hemmt und den arteriellen Blutdruck erhöht.

Ob Wissen Sie das?

Jeder Mensch besitzt nicht nur einzigartige Fingerabdrücke, sondern auch einen individuellen Zungenabdruck.


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