Duodenale Sondierung

Durchführung der Duodenalsondierung Die duodenale Sondierung ist ein diagnostisches Verfahren zur Erfassung des Inhalts des Zwölffingerdarms – insbesondere der Mischung aus Galle, Magen- und Pankreassaft. Diese Untersuchung ermöglicht die Beurteilung des Zustands der Verdauungsorgane sowie die Bewertung der sekretorischen Funktion der Bauchspeicheldrüse. Sie wird bei Cholezystitis sowie Erkrankungen der Gallenwege und Leber eingesetzt, die sich durch folgende Symptome manifestieren: Auswurf von Galle in die Blase, bitterer Geschmack im Mund, Übelkeit, Schmerzen im Oberbauch und konzentrierter Urin.

Vorbereitung auf die duodenale Sondierung

Führen Sie die Diagnostik nüchtern am Morgen durch; das Abendessen des Vortages sollte fettarm sein. Lebensmittel wie Kartoffeln, Milch und Schwarzbrot müssen ausgeschlossen werden, da sie die Gasproduktion erhöhen. Fünf Tage vor der Sondierung ist es notwendig, die Einnahme von Präparaten zur Reduktion der Gallensekretion (Zikwalon, Barberin, Allochol, Flamin, Cholenism, Cholossas, Liw-52, Cholagol, Barbary-Salz, Sorbit und Xylit) sowie antispastischer Mittel (Abraschpa, Tifen, Bellalgin, Papaverin, Bischpan, Belloid, Belladonna), gefäßwirksamer Substanzen, Abführmittel und Medikamente zur Verbesserung der Verdauung (Pansinorm, Abomin, Pankreatin, Festal u. a.) einzustellen.

Während der Vorbereitung auf die duodenale Sondierung darf dem Patienten acht Tropfen einer 0,1 %igen Atropinlösung verabreicht werden; am Vortag kann das Präparat auch subkutan injiziert werden. Zudem ist es erlaubt, warmes Wasser mit 30 g Xylit zu trinken.

Technik der duodenalen Sondierung

Für die Durchführung dieser Untersuchung kommen zwei Verfahren zum Einsatz: die klassische und die fraktionelle duodenale Sondierung. Die klassische Methode wird teilweise noch als dreiphasige Sondierung bezeichnet; dabei erfolgt die Entnahme des duodenalen Inhalts in drei Phasen: aus dem Zwölffingerdarm, aus den Gallendurchflüssen sowie aus der Gallenblase und der Leber. In diesem Kontext werden die Galleproben entsprechend als duodenal, pylorisch und hepatisch klassifiziert.

Die fraktionelle duodenale Sondierung umfasst fünf Phasen; dabei wird der Inhalt alle 5 bis 10 Minuten entnommen, um dessen Dynamik und den Typ der Gallensekretion zu erfassen:

  • In Phase I wird eine Portion entnommen, sobald die Sonde im Zwölffingerdarm positioniert ist, bevor cholezystokinetische Mittel verabreicht wurden. Der Inhalt dieser Etappe besteht aus Galle, Pankreassekret, enteralem Sekret sowie teilweise Magensaft. Diese Phase dauert etwa 20 Minuten.
  • Die zweite Phase tritt nach der Gabe von Magnesiumsulfat und der Unterbrechung der Gallensekretion durch den Krampf des Sphincter Oddi ein; sie dauert 4 bis 6 Minuten.
  • Die dritte Phase umfasst die Absonderung des Inhalts der extrahepatischen Gallenwege; sie dauert 3 bis 4 Minuten.
  • Die vierte Phase: Absonderung einer Gallenblase-Portion mit Zerstörung der Gallenblase; die Galle ist dickflüssig, braun oder dunkelgelb.
  • Die fünfte Phase: Beginn nach dem Aufhören des Fließens der dunklen, trüben Galle. Nun wird goldgelbe Galle (Portion) abgesondert und über eine halbe Stunde gesammelt.

Für die klassische und fraktionelle duodenale Sondierung wird eine Gummisonde verwendet. An ihrem Ende befindet sich eine Plast- oder Metallolive mit Öffnungen für den Probenentzug; bevorzugt wird die doppelte Sonde eingesetzt, da einer der Kanäle den Mageninhalt auspumpt.

Vorbereitung auf die Duodenalsondierung Bei der Vorbereitung auf die duodenale Sondierung werden auf der Sonde die Entfernung von den Vorderzähnen des Patienten bis zum Nabel (in stehender Position) gemessen und drei Zeichen gesetzt, um zu bestimmen, wo sich die Sonde befindet. Anschließend setzt sich der Patient hin, legt ihm für die Zungenspitze die mit Glyzerin eingeschmierte Olive auf, bittet ihn tief einzuatmen und Schluckbewegungen auszuführen. Wenn das erste Zeichen auf Höhe des Zäpfchens erscheint, bedeutet dies, dass die Sonde vermutlich im Magen ist. Der Patient legt sich auf die rechte Seite und setzt fort, die Sonde zu schlucken. Es wird erwartet, bis zum zweiten Zeichen vorzudringen, was anzeigt, dass die Olive der Sonde am Pylorus angelangt ist; nach dessen Öffnung kann sie in den Zwölffingerdarm gelangen (das dritte Zeichen auf dem Gummihörer der Sonde). Dies geschieht gewöhnlich innerhalb von einer oder mehreren Stunden, woraufhin aus der Sonde der goldgelbe Liquor – die Portion – abfließt und in die Prüfgläser gesammelt wird.

Die Portion III wird 20 bis 30 Minuten nach der Entnahme von Portion II entnommen und besitzt den größten diagnostischen Wert.

Diese Technik der duodenalen Sondierung ermöglicht die Bestimmung des Fassungsvermögens der Gallenblase, die Charakteristika der Gallensekretion sowie das Aufdecken organischer und funktioneller Störungen der Cholerese; alle während der Sondierung gewonnenen Gallenproben werden mikroskopisch und bakteriologisch untersucht.

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