Der Physiotherapeut

Der Physiotherapeut ist ein Spezialist für die Behandlung von Erkrankungen unter Einsatz physikalischer Faktoren wie Magnetfelder, Ultraschall, Kälte oder Wärme sowie ultravioletter Strahlung und anderer Verfahren.

Physiotherapeut – Arzt, der zur Behandlung von Erkrankungen physikalische Methoden anwendet

Besonderheiten des Berufes

Die Physiotherapie gehört zu den medizinischen Disziplinen, die sich den therapeutischen Effekten physikalischer Faktoren wie Strom, Ultraschall, Magnetfelder, Laser, Wärme oder Kälte sowie anderer Verfahren widmen.

In der modernen Medizin ist die Physiotherapie weit verbreitet. Zwar kann sie chirurgische oder medikamentöse Behandlungen nicht ersetzen, ergänzt diese jedoch sehr effektiv. Daher wird die Physiotherapie häufig im Rahmen einer komplexen Patiententherapie eingesetzt.

Der Hauptvorteil der Physiotherapie liegt darin, dass sie die medikamentöse Belastung des Organismus reduzieren kann.

Die chirurgische Behandlungsmethode ist radikal; selbst bei erfolgreich durchgeführten Operationen werden dem Patienten Kraft und Zeit für die Rehabilitation abverlangt. Physikalische Verfahren beschleunigen diesen Prozess erheblich.

Der behandelnde Arzt entscheidet pro Patient individuell über die einzusetzenden physiotherapeutischen Methoden.

In der Regel erfolgt das Vorgehen wie folgt: Der Rheumatologe verschreibt dem Patienten Medikamente für das kranke Gelenk und berät ihn gleichzeitig, einen Termin bei einem Physiotherapeuten für Ultraschall-Sitzungen zu vereinbaren.

Der Physiotherapeut führt die Aufnahme in der Poliklinik (Abteilung für Physikalische Therapie), im allgemeinen oder spezialisierten medizinischen Zentrum sowie in Sanatorien und anderen Heilanstalten durch.

Welche Erkrankungen behandelt der Physiotherapeut?

Das Berufsfeld des Physiotherapeuten umfasst die Behandlung einer Vielzahl von Krankheitsbildern: des Nervensystems, des Stütz- und Bewegungsapparates, der HNO-Organe, der Gefäße, des Auges sowie der Atmungsorgane.

Zum Kompetenzbereich des Kinderphysiotherapeuten gehören die Behandlung von Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts, des Urogenitalsystems, des Nervensystems und anderer Organe unter Einsatz natürlicher Faktoren.

Wann sollte man einen Termin bei einem Physiotherapeuten vereinbaren?

Eine Beratung durch einen erfahrenen Physiotherapeuten deckt folgende Bereiche nicht ab:

  • Mastopathie
  • Urologische Erkrankungen
  • Postoperative Zustände
  • Schmerzsyndrome
  • Entzündungsprozesse
  • Verletzungen des Bewegungsapparates
  • Vorbereitung auf die Eklampsie sowie allgemein zur Schwangerschaft
  • Scheiden-Ganglion
  • Chronische Endometritis mit Beteiligung der Eileiter
  • Genitalinfantilismus sowie Hypoplasia uteri
  • Menstruationsstörungen
  • Wirbelsäulen- und Gelenkerkrankungen

Wann sollte man sich an einen Kinderphysiotherapeuten wenden?

Die Physiotherapie ist im Verlauf der Rehabilitation des kindlichen Organismus sowie bei der Wiederherstellung nach schweren Erkrankungen unverzichtbar. Zudem sollte man sich an einen Kinderphysiotherapeuten wenden, um Verschlimmerungen verschiedener Erkrankungen zu verhindern, die Widerstandskraft des Körpers zu stärken, den Tonus aufrechtzuerhalten und Ausdauer sowie körperliche Leistungsfähigkeit zu erhöhen.

Welche Hauptdiagnostikmethoden führt der Physiotherapeut durch?

Zu den am weitesten verbreiteten diagnostischen Methoden, die der Physiotherapeut einsetzt, gehören:

  • Die Elektrophorese ist ein Verfahren, bei dem durch Stromfluss auf den Organismus gewirkt und medikamentöse Substanzen appliziert werden. Durch diese Methode wird eine langanhaltende lokale Wirkstoffkonzentration am pathologischen Herd oder an der Infektionsstelle erreicht, ohne dass der gesamte Organismus mit dem Medikament gesättigt wird. Dies ermöglicht es, viele Nebenwirkungen der verabreichten Medikamente zu vermeiden. Der Vorteil dieser Methode liegt in ihrer absoluten Schmerzlosigkeit und einem breiten Spektrum an Heileffekten: beruhigend, schmerzlindernd, entzündungshemmend, sekretorisch, kräftigend, gefäßstärkend sowie lymphdrainierend.
  • Die Magnetotherapie ist ein physikalisches Therapieverfahren, das Verschiebungen im Blut-, Hormon- und Gefäßsystem durch die Wirkung des magnetischen Feldes bewirkt. Diese Methode wirkt protektiv auf den Organismus gegenüber verschiedenen äußeren Reizstoffen. Der Physiotherapeut verschreibt die Magnetotherapie zur Aktivierung des Gewebe- und Organstoffwechsels, zur Beschleunigung der Wundheilung sowie zur Auflösung von Infiltraten.
  • Die Lasertherapie ist ein Verfahren, bei dem der Physiotherapeut Laserstrahlung einsetzt, um die Proteinsynthese und Nukleinsäuresynthese zu verstärken sowie den Abbau von Kohlenhydrat- und Fettmolekülen zu fördern. Zudem unterstützt diese Methode die Energiebildung in Zellen. Oft wird sie eingesetzt, um die Aktivität des Immunsystems zu steigern, Ödeme im entzündeten Gewebe zu reduzieren und die Schmerzempfindlichkeit am Entzündungsherd zu senken.

Zusätzlich kann der Physiotherapeut dem Patienten unter anderem Oszillotherapie, Laserreflexotherapie, Massage, Diadinamotherapie, Phonophorese, SMT-Therapie, UV-Bestrahlung, Bandagetherapie, sinusoidalmodulierte Ströme, Okuf-Therapie sowie abdominale Dekompression verschreiben.

Ärzte unterteilen die Physiotherapiemethoden in zwei Gruppen:

  • Zu den natürlichen (physikalischen) Methoden gehören das Klima (Berg-, Meeres- und Waldklima), Frischwasseranwendungen, Mineralwässer sowie Peleotherapie (Moor).
  • Zu den künstlichen Methoden zählen Impulsströme, Gleichstrom, Wechselstrom, magnetische Felder, elektrische Felder, Wärme, Kälte sowie mechanische Faktoren (Manualtherapie, Massage) und optische Strahlung.

Welche Qualitäten und welches Wissen ein Physiotherapeut besitzen sollte?

Der Beruf des Physioarztes bedeutet nicht nur das Interesse an der Medizin, sondern auch den Wunsch, Menschen zu helfen; er erfordert technisches Verständnis, Intellekt und Verantwortung sowie die Fähigkeit, neue Technologien ständig anzueignen.

Um fundiertes Wissen anzuwenden, muss sich der Physiotherapeut in chemische und physikalische Wirkungen gut auskennen und über Behandlungsmethodiken verfügen. Er sollte die Hauptsyndrome und Symptome verschiedener Erkrankungen kennen, bei denen Physiotherapie angewendet werden kann, sowie verstehen, wie man mit medizinischer Apparatur arbeitet.

Ob Kennen Sie das Folgende?

Die seltenste Erkrankung ist die sogenannte 'Kura-Krankheit'. Nur Angehörige des Stammes der Kura in Neuguinea sind davon betroffen. Der Patient stirbt durch Gelächter. Es wird angenommen, dass die Ursache dieser Krankheit eine Überlastung des menschlichen Gehirns ist.


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