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Emphysematöse Gangrän

Das Wesen der emphysematösen Gangrän und die Vorbedingungen ihres Entstehens

Traumatische Gasgangrän Die emphysematöse Gangrän ist eine Infektion durch anaerobe Bakterien, die sich infolge umfangreicher Gewebeschädigungen entwickelt. Als Auslöser kommen in der Regel Schussverletzungen, Ranzwunden, offene Frakturen und Gliedmaßenamputationen sowie Darmperforationen und andere schwere Traumata infrage. Je größer das Ausmaß der Gewebeschädigung und je stärker die Wunde verschmutzt ist, desto günstiger sind die Bedingungen für die Infektionserregung. Der Erreger der emphysematösen Gangrän sind anaerobe Mikroben, die sich von den in der Wunde befindlichen Geweben ernähren. Während ihrer Vermehrung scheiden diese Bakterien das spezifische Gas ab. Dieses Gas ist nicht nur eines der charakteristischen Symptome des Infektionsvorhandenseins, sondern verursacht auch eine umfangreiche Intoxikation der lebenswichtigen Organsysteme. In der Regel entwickelt sich die Infektion innerhalb der ersten Tage nach dem Trauma; in einigen Fällen treten jedoch die Krankheitsmerkmale erst wesentlich später auf. Bei der Diagnosestellung ist darauf hinzuweisen, dass die Behandlung der emphysematösen Gangrän in maximal verkürzten Zeitfenstern erfolgen muss, da diese Erkrankung äußerst gefährlich ist und häufig zum Tod des Patienten führt.

Emphysematöse Gangrän – Symptome und klinisches Bild

Derzeit werden von Ärzten vier Formen der emphysematösen Gangrän unterschieden.

Die klassische emphysematöse Gangrän wird durch eine lokale Wassergeschwulst des geschädigten Gewebes charakterisiert, die allmählich in Nekrose übergeht und von intensiver Gasbildung begleitet ist. Die Haut um die Wunde wird blass und mit graubraunen Flecken bedeckt. Bei Palpation werden Gasbläschen sowie seröse Flüssigkeit abgesondert. Das geschädigte Gewebe nimmt eine grau-grüne Schattierung an und stirbt nach einigen Stunden endgültig ab, begleitet von der Absonderung des Leichengeruchs. Die klassische emphysematöse Gangrän wird nicht durch Eiterbildung begleitet.

Die ödematös-toxische Form der emphysematösen Gangrän: Im Bereich der Läsion bildet sich eine ausgedehnte Wassergeschwulst, die auf das noch gesunde Gewebe allmählich übergeht. Es liegt kein Eiter vor – die Gasbildung ist schwach. Das Ödem breitet sich äußerst schnell aus. Wie Untersuchungen zeigen, erfolgt die Nekrose des Muskelgewebes bereits unmittelbar nach dem Trauma.

Die phlegmonöse emphysematöse Gangrän unterscheidet sich von den anderen Formen durch schwach ausgeprägte Symptome. Das Gewbeödem beschränkt sich meist auf einen kleinen Bereich, wird jedoch von Eiterbildung und Gasproduktion begleitet. Die Hauttemperatur bleibt unverändert; es treten weder Flecken auf der Haut noch im Ödem auf.

Die fäulniserregende Form des Antoniusfeuers entwickelt sich sehr stürmisch mit intensivem Geweb zerfall. Die Muskelnekrose tritt äußerst schnell ein, begleitet von der Absonderung eitrigen Inhalts und Gasen. Die Geschwindigkeit der Infektionsentwicklung resultiert aus der Symbiose anaerober Bakterien und Fäulnisbakterien. Der Erreger der emphysematösen Gangrän scheidet Toxine ab, die das Bindegewebe und die Gefäßwände zerstören, was zu erneuten erosiven Blutungen führt. Ein weiteres Kennzeichen: Während sich die vorhergehenden Formen meist an den Gliedmaßen lokalisieren, erstreckt sich die fäulniserregende emphysematöse Gangrän hauptsächlich im Bereich des Mediastinums und des Mastdarms.

Zu den charakteristischen Symptomen dieser Erkrankung gehören insbesondere:

  • Ein Rückgang des arteriellen Blutdrucks;
  • Entweder depressive Verstimmung oder im Gegenzug eine übermäßige Erregung
  • Eine Tachykardie
  • Ein Anstieg der Körpertemperatur auf 38–39 Grad
  • Schlafstörungen mit qualvoller Unruhe
  • Dehydrierung
  • Beschleunigte Atmung
  • Eine sich schnell entwickelnde Anämie.

Die emphysematöse Gangrän, deren verspätete Behandlung zum schnellen Tod führt (innerhalb von 2–3 Tagen). Manchmal tritt der Tod noch viel schneller ein (die sogenannte ‚sofortige' emphysematöse Gangrän). In diesem Fall können nur eine eilige operative Intervention und eine qualifizierte medizinische Versorgung den Menschen retten.

Emphysematöse Gangrän – Behandlung und Prophylaxe

Behandlung der Gasgangrän durch chirurgische Interventionen Bei geringsten Verdachtsmomenten auf eine Infektion ist sofortige flächendeckende chirurgische Intervention erforderlich. Der Arzt muss den betroffenen Bereich großzügig eröffnen und alle infizierten Gewebe entfernen, um die Drainage des eitrigen Wundinhalts sicherzustellen. Um den Rand des geschädigten Areals herum werden Breitbandantibiotika appliziert. Bei bestätigter Diagnose einer emphysematösen Gangrän erfolgt die Behandlung durch unverzügliche Amputation gefolgt von einer Sauerstoffüberdrucktherapie (wobei der Patient mit einem hohen Blutdruck, regulär nicht mehr als 3 atm, behandelt wird).

Unmittelbar nach der Diagnosestellung wird dem Patienten eine intensive Infusionstherapie mit Plasma, Albuminen, Proteinen und Elektrolytlösungen verordnet. Entwickelt sich die emphysematöse Gangrän, deren Symptome auf Anämie hindeuten, erfolgt bei Patientinnen eine Bluttransfusion unter gleichzeitiger Gabe von Antibiotika.

Ist der Erreger der emphysematösen Gangrän identifiziert, werden monovalente antiganrenöse Seren eingesetzt; andernfalls erhalten Patienten polyvalente Seren mit einem breiten Wirkungsspektrum.

Hinsichtlich der allgemeinen Maßnahmen: Patientinnen mit der Diagnose emphysematöse Gangrän werden von anderen Patienten isoliert. An ihrer Seite wird eine 24-Stunden-Pflegestation eingerichtet. Alle Instrumente und Bettwäsche werden sorgfältig gereinigt. Es ist zu beachten, dass Bakterien nur durch erneutes Kochen abgetötet werden; daher ist für die Desinfektion der Einsatz von Luft- oder Dampfsterilisation mit spezieller Ausrüstung vorzuziehen.

Die Beachtung der Vorsichtsregeln bei der Behandlung der emphysematösen Gangrän gilt auch für medizinisches Personal. Alle Prozeduren müssen in Gummihandschuhen durchgeführt werden; diese werden regelmäßig desinfiziert. Verunreinigtes und übriges Verbrauchsmaterial wird unmittelbar nach Abschluss des Eingriffs vernichtet.

Ob Bitte beachten Sie Folgendes:

Ein regelmäßiger Sonnenbadbesuch erhöht das Risiko für eine Erkrankung an Hautkrebs um 60 Prozent.


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