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Herpetiformer Erythem

Juckreiz – das erste Symptom des herpetiformen Dermatitis Herpetiforme Dermatitis

Die herpetiforme Dermatitis ist eine entzündliche Erkrankung der Schleimhaut der Mundhöhle und der Haut. Diese Dermatose wird als langdauernd eingestuft, wobei die Ätiologie bis heute unklar bleibt. Die Erkrankung tritt bei Patienten im Alter von 20 bis 45 Jahren auf; Frauen sind dabei etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Die herpetiforme Dermatitis wurde erstmals vom amerikanischen Dermatologen L. Dühring beschrieben. Zahlreiche Studien untersuchten diese Krankheit, doch die genauen Ursachen konnten bisher nicht ermittelt werden. In verschiedenen Forschungsarbeiten konnte weder ein Virus noch ein spezifischer bakterieller Faktor als Auslöser identifiziert werden. Einige Forscher gehen von einer Verbindung mit endokrinen Störungen und erblichen Defekten aus, während andere eine allergische Natur der Erkrankung annehmen. Dies wird gestützt durch den Verlauf der Krankheit auf dem Hintergrund einer gestörten Darmresorption sowie einer erhöhten Sensibilität gegenüber jodhaltigen Präparaten.

Symptome und Verlauf der herpetiformen Dermatitis nach Djuring

Für die polymorphe bullöse Dermatitis sind das paroxysmale Auftreten auf Haut und Schleimhaut charakteristisch. Es bilden sich polymorpe Elemente in Form von Papeln, Flecken, Pusteln und Urtikariaelementen (Quaddeln). Die Quaddeln ähneln optisch den Blasen einer Brennblasenwunde. Pusteln können nach ihrer Form matt oder dicht sein. Der Inhalt der Pusteln kann trüb, durchsichtig oder hämorrhagisch sein. Wenn die Blasen geöffnet werden, trocknen sie aus und bilden honiggelbe oder krustenartige Tuberkel, unter denen sich im weiteren Verlauf eine Epithelisierung einstellt. Bei ihrer Heilung auf der Haut bleibt eine Pigmentierung zurück. Papeln werden gewöhnlich als pustulöse Formen vorgestellt. Alle Elemente des Ausschlags werden in Halbringe, Ringe und Girlanden gruppiert.

Für alle Formen der herpetiformen Dermatitis nach Djuring sind Brennen und Jucken an den Stellen der Hautinfektion charakteristisch. Die Flecken ähneln Halbkreisen, Ringeln und Kreisen mit unregelmäßigen Rändern. Bei dieser Erkrankung erscheint das Exanthem meist auf glatten Oberflächen von Schultern, Händen, Beinen und Gesäßbacken, im Bereich des Kreuz- und Schulterblatts sowie am behaarten Kopf, am Hals und an der Körperoberfläche (an der Grenze des Haarwuchses). Eine Störung der Verdauung tritt bei neun bis zehn Patienten infolge einer erhöhten Sensibilität gegenüber Klebstoff (pflanzliches Eiweiß) auf. Jucken, Brennen und Peeling auf äußerlich unveränderter Haut treten gewöhnlich 10–12 Stunden vor dem Auftreten des Ausschlags ein.

Im Kindesalter wird das Exanthem bei der herpetiformen Dermatitis meist durch einzelne Elemente, häufig Pusteln, dargestellt. Bei einigen Patienten treten neben den Hautausschlägen auch Erosionen in Form von Pusteln auf der Schleimhaut des Mundes auf.

Ohne adäquate Behandlung kann sich der Verlauf einer herpetiformen Dermatitis über Jahre hinziehen. Die Erkrankung verschlimmert sich in Perioden, kann aber auch vollständig abklingen; es sind Fälle dokumentiert, bei denen die Krankheit nach vielen Jahren spurlos verheilte.

Bei schwerem Verlauf der herpetiformen Dermatitis können Komplikationen die Gesundheit des Patienten gefährden. Sie entstehen auf dem Hintergrund eines langdauernden Verdauungsdefekts.

Diagnostik und Therapie der herpetiformen Dermatitis

Zur Diagnosestellung unter häuslichen Bedingungen eignet sich die Jodprobe: Für die Zubereitung einer 2-%igen Jodkaliumlösung werden eine halbe Kaffeelöffel des Jodsalzes in ein Glas Wasser gegeben; danach wird sofort ein Drittel des Lösungsvolumens (entsprechend drei Suppenlöffeln) getrunken. Sulfargin – ein topisches Sulfonamid zur Behandlung der Dermatitis Duhring

Alternativ kann eine Salbe aus Vaseline und Jodkalium hergestellt werden; diese wird als Kompresse kurzzeitig auf die betroffenen Hautherde aufgelegt. Das Auftreten neuer Bläserelemente deutet auf eine Reaktion des Organismus auf das Jod hin.

Ein Dermatologe kann den wahren Grund der Hauteffloreszenz feststellen und basierend auf histologischen Untersuchungen der Gewebestruktur diagnostizieren.

Zu den Haupttherapeutika bei der herpetiformen Dermatitis gehören schwefelhaltige Medikamente (Sulfonamide und Sulfonylverbindungen); für die topische Anwendung werden Präparate mit Glukokortikoiden und Teer üblicherweise verschrieben.

Bei Verdauungsstörungen empfiehlt der Arzt eine Diät ohne Hafer, Roggen, Weizen, Gerste und andere Getreidearten sowie Lebensmittel mit Jodgehalt; durch die Einbeziehung von Reis, Mais, Kartoffeln und Hirse in den Ernährungsplan über einen Monat wird die gestörte Verdauungsfunktion meist wiederhergestellt.

Unter häuslichen Bedingungen können verschiedene Methoden zur Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte genutzt werden: regelmäßige Sportaktivitäten, die Einnahme von Vitaminkomplexen und energetischen Zusatzstoffen gehören zur allgemeinen kräftigenden Therapie; zudem kann durch die Anwendung eines Sulfonamid-Pulvers über 10 bis 14 Tage die Entzündung der Infektionsherde gelindert werden.

Ob Wissenswertes:

Die höchste gemessene Körpertemperatur wurde bei Ulli Jones (USA) registriert; er wurde mit einer Temperatur von 46,5 °C ins Krankenhaus eingeliefert.


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