Guave

Auf unseren Marktständen erscheint diese Frucht als Exotik, doch in ihrer Heimat ist sie vor allem aufgrund ihres hohen Vitamin-C-Gehalts sehr beliebt.

Guava am Baum

Beschreibung

Die Guave stammt aus der Familie der Myrtengewächse. Zwar ordnen einige Botaniker diese Pflanzengruppe zu den Sträuchern, doch erreichen die Bäume in der Natur eine Höhe von bis zu 20 Metern; die Früchte sind vergleichbar mit einem Tennisball. Sie besitzen ein feines Hautgewebe in grünlicher oder gelblicher Färbung und einen charakteristischen intensiven Duft. Im Durchschnitt wiegt eine Frucht zwischen 90 und 130 Gramm; das Fruchtfleisch ist weich und zart und weist verschiedene Farbtöne auf – von gelb über weiß bis hin zu rosa oder hellrot –, in denen sich zahlreiche kleine, feste Samen befinden.

Der Duft der Guave ist stets angenehm, kann jedoch manchmal so intensiv sein, dass er als überwältigend empfunden wird. Ein besonderes Merkmal der Guave ist ihre Fähigkeit, andere Gerüche zu überlagern: Wird beispielsweise ein Raum stark nach Tabak riechend, reicht es aus, eine frisch geschnittene Frucht hinzugeben, um den Tabakgeruch schnell zu verdrängen.

Die Heimat der Guava umfasst Süd- und Mittelamerika, wo die Früchte des Baumes seit altersher von den Einheimischen als Nahrungsmittel genutzt wurden. Die erste schriftliche Erwähnung der Pflanze findet sich im Jahr 1553 bei dem spanischen Historiker Pedro Cieza de León in seinem Werk „Peruanische Chronik".

Aus Amerika hat sich die Pflanze weltweit verbreitet. Sie wächst ausschließlich in Regionen mit warmem Klima – in den Tropen und Subtropen. In manchen Kulturen wird sie auch als „tropischer Apfel" bezeichnet; heute wird sie in Asien, Afrika, Nordamerika, Ägypten, Israel, Indien, Kolumbien und weiteren Ländern kultiviert.

In ihrer Heimat spielt die Guave eine bedeutende Rolle in der Küche: Daraus werden verschiedene Getränke, Salate, Pürees, Marmeladen sowie leckere Eisgerichte zubereitet. In unseren Breiten kann man die Guava vorzugsweise frisch genießen; doch selbst bei dieser begrenzten Auswahl lässt ihr Geschmack kaum jemanden gleichgültig.

Kaloriengehalt und Nährstoffzusammensetzung von Guave

In 100 g Guava sind enthalten: 81 g Wasser, 12,5 g Kohlenhydrate, 5,4 g Ballaststoffe, 2,5 g Proteine, 1,4 g Asche sowie 0,9 g Fette. Die Vitaminzusammensetzung umfasst Vitamin C sowie die B-Vitamine (B1, B2, PP, B5, B6 und B9) mit Pantothensäure in einer Menge von bis zu 240 mg. Ferner sind die Vitamine JE enthalten. Zu den Makroelementen zählen Phosphor, Natrium, Magnesium, Kalzium und Kalium; zu den Mikroelementen gehören Zink, Selen, Kupfer und Mangan.

Der niedrige Kaloriengehalt von Guave beträgt etwa 68 kcal pro 100 g Produkt.

Trotz des geringen Kaloriengehalts ist Guava äußerst nahrhaft und nützlich. Der Gehalt an Vitamin C ist fünfmal höher als in Zitrusfrüchten. Je heller das Fruchtfleisch, desto mehr Vitamin C enthält die Frucht.

Nützliche Eigenschaften von Guave

Aufgrund des hohen Vitamin-C-Gehalts ist Guava zur Stärkung der Knochen und des Lymphsystems sowie zur Verbesserung des allgemeinen Organismus-Tonus empfehlenswert. Das Lymphsystem spielt eine wichtige Rolle im normalen Lebensablauf. Bei Störungen kann dies sogar zum Tod führen. Die Unterstützung desselben in der Norm gestaltet sich oft komplizierter als die des Blutsystems!

Ein weiterer Nutzen von Guave ist das Beta-Carotin, welches vorzugsweise in roten Früchten vorkommt. In einigen Sorten finden sich zudem mehrfach ungesättigte Fettsäuren der Omega-3- und Omega-6-Reihe.

Europäische Ernährungsberater empfehlen die Aufnahme von Guava zwingend in das Menü schwangerer und stillender Frauen sowie kleiner Kinder.

Es ist wichtig, die bakteriziden, antimikrobiellen, antiseptischen und adstringierenden Eigenschaften der Guave zu kennen, die in der Volksmedizin vieler Länder erfolgreich angewendet werden.

So halten beispielsweise Länder Lateinamerikas den Nutzen der Guava bei Magen-Darm-Problemen sowie Erkrankungen des Rachens und der Lungen für offensichtlich. Auf den Inseln des Atlantiks wird sie zur Behandlung von Epilepsie und Krämpfen eingesetzt. In einigen Ländern ist ihr Nutzen für Herzkrankheiten anerkannt; zudem stärkt sie die Immunität hervorragend und stellt ein unersetzliches Produkt einer gesunden Ernährung dar.

Guavafrüchte

Aufgrund des hohen Zellstoffgehalts ist die Guave ein hervorragendes Mittel gegen Verstopfung.

Für Heilzwecke werden nicht nur die Früchte, sondern auch Blätter, Rinde und Blüten der Pflanze verwendet. Die Blätter werden als Tee zubereitet und bei Dysenterie, Magenverstimmungen, Schwindel sowie Zyklusstörungen des Menstruationszyklus eingenommen.

Bei Halskrankheiten gurgelt man mit einem Sud aus Guava-Blättern; dieser wird auch bei Fieber und Husten eingesetzt. Der Sud findet zudem Anwendung bei verschiedenen Hauterkrankungen wie Geschwüren und Wunden. Bei Zahnschmerzen kauen die frischen Blätter der Pflanze.

In der Schale von Guave sind mehr Antioxidantien enthalten als in den Früchten, sodass man auf die Eigenschaften der Guava eine reinigende, antiallergische, entzündungshemmende, schmerzstillende und krampflösende Wirkung zurückführen kann.

Allerdings besteht das Risiko, dass die Schale in einigen Fällen einen Anstieg des Blutzuckerspiegels verursachen kann; daher muss bei der Anwendung mit Diabetikern besonders vorsichtig vorgegangen werden. Die Kerne von Guava können zudem ein Reiz für den Hals beim übermäßigen Verzehr der Frucht darstellen.

Ob Sie sollten Folgendes wissen:

Die seltenste Erkrankung ist die Kuru-Krankheit. Sie betrifft ausschließlich Angehörige bestimmter Stämme in Neuguinea. Der Patient stirbt vor Lachen. Als Ursache wird der Verzehr menschlichen Gehirns angenommen.


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