Röteln

Allgemeine Informationen zur Erkrankung

Ein Kind mit Röteln Unter Rubella versteht man eine akute Virusinfektion, die zur Gruppe der sogenannten Kinderkrankheiten zählt. Der Name leitet sich von der charakteristischen Farbe des Ausschlags ab, der den Körper des Erkrankten über mehrere Tage bedeckt.

Röteln waren Ärzten bereits im Mittelalter bekannt und damals weit verbreitet. Dennoch galten sie über Jahrhunderte als absolut harmlos für Kinder. Erst vor 40 Jahren wurde nachgewiesen, dass die Erkrankung mit intrauteriner Fetalsterblichkeit und angeborenen Missbildungen verbunden ist; daraufhin wurde die Impfung gegen Röteln in die nationalen Impfkalender der meisten Länder aufgenommen.

Was bewirkt Röteln und wie werden sie übertragen?

Der Erreger von Röteln ist ein Virus aus der Gruppe der Togaviren. Die Übertragung vom Menschen zum Menschen erfolgt über den Luft-Tröpfchenweg bei direktem Kontakt mit infizierten Personen. Zudem ist eine transplazentare Übertragung bekannt, bei der sich das Kind im Mutterleib ansteckt, sobald der Virus durch die Plazenta auf den Fötus übergeht.

Der Röteln-Erreger kann ausschließlich im menschlichen Organismus überleben; in der Umwelt stirbt er unter ultravioletten Strahlung, Druckänderungen, unzureichender Feuchtigkeit und hohen Temperaturen rasch ab. Unter Bedingungen niedrigerer Temperaturen bleibt das Virus jedoch länger infektiös und behält die Vermehrungsfähigkeit über mehrere Jahre bei.

Die Gefahr von Röteln liegt in der Inkubationszeit von 2 bis 3 Wochen. Der kranke Mensch ist bereits ansteckend, noch bevor erste unspezifische Symptome auftreten. Zudem können bei Kindern oft überhaupt keine Symptome festgestellt werden; ein infiziertes Kind steckt daraufhin häufig alle Umgebungskontakte an, sodass Ärzte den Fall oft erst dann erkennen, wenn charakteristische Hautausschläge bei den Kindern sichtbar werden.

Röteln-Epidemien treten etwa alle fünf bis sieben Jahre auf. Die jährlichen Anstiege konzentrieren sich auf die Winter- und Frühjahrsperiode; durch wirksame Schutzmaßnahmen stellen sie jedoch keine besondere Gefahr mehr dar. Der letzte große Epidemieausbruch wurde 1960 in Nordamerika registriert: damals erkrankten über 20 Millionen Menschen, wobei nach dem Ausbruch bei Tausenden schwangerer Frauen Kinder mit verschiedenen angeborenen Missbildungen zur Welt kamen.

Formen der Röteln

Je nach Infektionsweg wird das Röteln-Virus beim Erwachsenen und beim Kind in zwei Varianten unterschieden:

  • Die erworbene Rötelnkrankheit tritt in den vielfältigsten Formen auf, geht mit einem Hautausschlag einher, kann aber auch einen atypischen Verlauf nehmen, bei dem kein Ausschlag entsteht. Zudem bleiben in 30 % der Fälle jegliche Symptome einer Rötelninfektion aus, was die Diagnosestellung erheblich erschwert und das Entstehen von Epidemien begünstigt. In der Regel verläuft die Erkrankung in leichter oder mittelschwerer Form; Patientinnen werden ambulant behandelt. Eine stationäre Aufnahme ist nur bei Auftreten schwerer Komplikationen erforderlich, was jedoch äußerst selten vorkommt.
  • Die angeborene Röteln ist deutlich schwerwiegender als die erworbene Infektion. Hinsichtlich Erscheinungsformen sowie möglicher Folgen, unter denen man vor allem Infektionen des Nervensystems, Herzfehler sowie Störungen der Augen- und Ohrenfunktion hervorheben kann, zeigt sich ein besonders ernstes Bild.

Im Zusammenhang mit dem Vorstehenden ist eine wesentliche Bemerkung zu machen: Die Röteln bei Erwachsenen treten relativ selten auf, da die meisten Menschen bereits im Kindesalter durchgemachte Infektionen haben und eine lebenslange Immunität besitzen. Derzeit verfügen nicht weniger als 85 % der Frauen über eine Immunität gegen diese Infektion zum Zeitpunkt des Eintritts in das fertile Alter.

Symptome der Röteln

Der Verlauf der erworbenen Röteln ist zyklisch. Die Symptome beginnen mit:

  • Unwohlsein
  • Kopfschmerzen
  • vorübergehende Fiebersteigerung
  • Gelenkbeschwerden
  • Das Auftreten kleiner roter Flecken (tritt am 2.–3. Krankheitstag auf und erstreckt sich über den gesamten Körper).

Im Gegensatz zu den Masern, die charakteristische Elemente der Blüte aufweisen, neigen sie nicht zum Abblättern und verschwinden ohne Pigmentierung oder Abschuppung. Die typischen Symptome der Röteln sind Lymphknotenschwellungen am Hals sowie im okzipitalen Bereich. Die Merkmale des Fiebers und der Intoxikation sind entweder unbedeutend oder fehlen vollständig. Bei vielen Fällen verläuft die Erkrankung in einer subklinischen Form, da die Symptome der Röteln bei Kindern sehr schwach ausgeprägt sind, was eine korrekte, termingemäße Diagnose erschwert.

Die Behandlung der Röteln

Impfung gegen Röteln für Kinder Die Therapie von Rubella erfolgt in der Regel ambulant. Das Kind muss Bettruhe einhalten und eine vollwertige, vitaminreiche Ernährung sowie reichliche Flüssigkeitszufuhr gewährleisten; dabei wird die Präferenz für Säfte gegeben, während kohlensäurehaltige Getränke ausgeschlossen werden.

Eine spezifische Therapie für Röteln existiert nicht. Die Behandlung erfolgt symptomorientiert unter Berücksichtigung des klinischen Zustands des Kindes. Komplikationen erfordern eine dringende stationäre Aufnahme; dies ist jedoch, wie bereits dargelegt, äußerst selten der Fall. Der Krankheitsverlauf verläuft in der Regel günstig: Die Symptome klingen nach wenigen Tagen ab und hinterlassen keine ernsthaften Folgen. Nach dem Abklingen der Erkrankung erwirbt das Immunsystem eine lebenslange Immunität. Es sind vereinzelte Fälle bekannt, bei denen Röteln bei Erwachsenen rezidiv auftraten; diese stellen jedoch extrem seltene Ausnahmen dar, die auf Besonderheiten des menschlichen Immunsystems zurückzuführen sind.

Zur Prävention von Epidemien kommen eine prophylaktische Impfung gegen Röteln sowie die Isolierung infizierter Kinder zum Einsatz. Von entscheidender Bedeutung ist es, den Kontakt zwischen kranken Kindern und schwangeren Frauen zu vermeiden, da dies bei nicht-immunen werdenden Müttern zu fetalen Entwicklungsstörungen führen kann.

Die Bevölkerung wurde in den nationalen Impfkalender aufgenommen. Der Impfstoff wird intramuskulär oder subkutan verabreicht, sobald das Kind ein Jahr alt ist. Eine erneute Impfung gegen Röteln erfolgt im 6. Lebensjahr. Die spezifische Immunität tritt bei 100 % auf und bleibt während des gesamten Lebens erhalten.

Ob Das wissen Sie:

Das menschliche Gehirn macht etwa 2 % der gesamten Körpermasse aus; es verbraucht jedoch 20 % des über das Blut zugeführten Sauerstoffs. Diese Tatsache macht das menschliche Gehirn außerordentlich empfindlich gegenüber durch einen Sauerstoffmangel verursachten Schäden.


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