Leptospirose

Kurze Charakteristik der Erkrankung

Die Leptospirose wird auch als infektiöser Ikterus, Schweinehüterkrankheit, Weil-Fieber oder japanisches Fieber bezeichnet. Diese Bezeichnungen beschreiben eine akute Infektionsseuche, die durch pathogene Leptospiren (Bakterien aus der Familie Leptospiraceae) verursacht wird. Das Krankheitsbild zeichnet sich durch Symptome einer Intoxikation sowie multifokale Schädigungen von Leber und Nieren und Funktionsstörungen des Nervensystems aus. Bei schweren Verläufen beim Menschen treten Gelbsucht, Meningitis, hämorrhagische Syndrome und akute Niereninsuffizienz auf. Leptospiren

Ätiologie und Pathogenese

Die Erreger der Leptospirose gehören zu den parasitären Bakterien der Gattung Leptospiren (Familie Leptospiraceae). Sie dringen in den Wirtsorganismus durch Hautlücken oder Schleimhäute ein, wandern anschließend in die Lymphknoten über und vermehren sich dort florid. Die Infektion breitet sich weiter auf andere Organe und Systeme aus; dabei reichern sich die Leptospiren vorzugsweise in Nieren, Leber und dem Zentralnervensystem (ZNS) an. Die schädigende Wirkung der Mikroorganismen führt zu nekrotischen und degenerativen Gewebeveränderungen, einer Störung der Integrität des Epithels der renalen Kanälchen sowie zur Entwicklung eines akuten Nierenversagens und nachfolgend hämorrhagischer Effloreszenzen.

Epidemiologie der Erkrankung

Die Infektion kommt auf allen Kontinenten mit Ausnahme von Antarktika vor. Besonders verbreitet ist Leptospirose in Ländern mit tropischem Regenwetter. Überträger der Krankheit sind Waldmäuse, Wasserratten, Hunde, Großes Hornvieh, Schweine, Ratten sowie weitere Tiere. Bei Menschen manifestieren sich die Symptome nach dem Verzehr von Fleisch und Milch verseuchter Tiere, beim Aufarbeiten des Fleisches oder bei langanhaltendem Kontakt mit Wasser, das durch Ausscheidungen infizierter Träger kontaminiert ist. Die Art der Aufnahme des Erregers bestimmt die Risikogruppen. Am häufigsten erkranken Viehhalter, Hirten, Melker, Tierärzte sowie Personen, die auf Sumpfwiesen tätig sind. In der Regel wird Leptospirose bei Menschen in den Sommermonaten, insbesondere im August, diagnostiziert, wenn ideale Bedingungen für die Vermehrung der Bakterien herrschen.

Leptospirose – Symptome der Erkrankung

Die Inkubationszeit der Infektion liegt zwischen zwei Wochen und einem Monat. Das klinische Bild manifestiert sich durch folgende Symptome:

  • Starkes Fieber
  • Ein rascher Temperaturanstieg auf Werte zwischen 39 und 40 Grad Celsius
  • Starkes Kopfweh
  • Intensive Muskelkrämpfe, insbesondere im Wadenmuskel
  • Veränderungen des Hautbildes: Die Haut erscheint gerötet und ödematös. Bei den Patienten werden eine Erweiterung der Blutgefäße sowie eine Hyperämie der Bindehäute beobachtet, was häufig zu Blutergüssen führt.

In der ersten Krankheitswoche können Hautausschläge unterschiedlicher Art auftreten. Bei schweren Verläufen zeigen sich hämorrhagische Effloreszenzen, lokalisiert an den Ellenbeugen und in den Leistenbereichen. Die Behandlung der Leptospirose umfasst zudem die Korrektur von Funktionsstörungen der Leber, Nieren sowie des Herz-Kreislaufsystems, da bei Patientinnen Symptome wie Urinretention, das Pasternatski-Symptom, beschleunigte Atmung, ein Absinken des arteriellen Blutdrucks und Tachykardie auftreten können.

Die Fieberphase dauert etwa eine Woche, woraufhin die Temperatur wieder normalisiert ist. In einigen Fällen können erneute Temperaturschwankungen über 3–4 Tage auftreten; diesmal jedoch nur für 1–2 Tage. Bei manchen Patienten entwickelt sich ein Ikterus, begleitet von einer signifikanten Vergrößerung der Leber und einer Verfärbung des Urins.

Ohne Behandlung können schwere Komplikationen wie eine akute Hepatitis oder Niereninsuffizienz, Meningitis, Iritis, Iridozyklitiden sowie Enzephalitiden auftreten. Je nach Zustand des Immunsystems kann sich die Erscheinungsform der Erkrankung sowie andere schwerwiegende Folgen manifestieren. Symptome von Leptospirose beim Menschen

Diagnostik der Leptospirose

Zur Bestimmung des Vorhandenseins von Leptospiren werden die Blutmuster mittels direkter Mikroskopie untersucht; zudem wird der Erreger aus dem Blut auf Nährböden kultiviert. Die Diagnose kann serologisch mit Hilfe der Reaktionen Riga und RSK sowie durch Mikroagglutination bestätigt werden.

Leptospirose – Behandlung der Erkrankung

Alle Patientinnen unterliegen einer obligatorischen stationären Aufnahme. Die kausale Therapie erfolgt durch Penicillin; die Standarddosierung beträgt 6–12 Millionen Einheiten pro Tag. Das Hauptmittel bei Leptospirose ist Doxycyclin. Zusätzlich werden Gamma-Globuline eingesetzt. Da das Risiko für renale Pathologien besteht, werden den Patienten Osmotika und Saluretika empfohlen. Eine Hämodialyse wird bei Auftreten akuter Niereninsuffizienz eingeleitet.

Zur Prophylaxe ist eine regelmäßige Impfung des Personals in Viehbetrieben sowie in Unternehmen erforderlich, die sich mit der Milchproduktion befassen.

Ob Wissen Sie das?

Unsere Nieren können pro Minute drei Liter Blut filtern.


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