Ein Lymphologe ist ein Facharzt, der sich mit der Prophylaxe, Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des Lymphsystems befasst.
Das Lymphsystem besteht aus zahlreichen Lymphgefäßen, durch die die Lymphe fließt. Diese Gefäße sorgen für den Abfluss des Gewebereflusses in das Blutkreislaufsystem, während die Lymphknoten den Menschen vor fremden Mikroorganismen und Substanzen schützen sowie der Immunabwehr dienen.
Ein Lymphologe beschäftigt sich mit der Diagnostik und Behandlung der folgenden Erkrankungen:
In den meisten Fällen wird eine Lymphstase der Hände nach einer Mastektomie beobachtet. Sie entsteht durch die Verletzung des lymphatischen Abflusses infolge der Operation, was zur Ausbildung eines persistierenden Ödems führt; mit dessen Behandlung befasst sich der Lymphologe.
Reagiert das Ödem gut auf die Therapie, spricht man von einem postmastektomischen Ödem. Es kann jedoch dazu kommen, dass sich das Ödem verschlimmert und in eine Lymphödemie übergeht.
In der Beratungsstelle des Lymphologen wird der Schweregrad der Erkrankung des Patienten bestimmt und die entsprechende Behandlung gewählt.
Eine Lymphstase der unteren Extremitäten entsteht auch infolge einer Störung des lymphatischen Abflusses. Sie kann angeboren sein (bei Unterentwicklung des Lymphsystems) oder erworben entstehen, beispielsweise durch Tumore, Operationsnarben oder Unfallverletzungen.
Die Behandlung der Lymphstase gliedert sich in zwei Phasen:
Lymphome sind bösartige Tumore des lymphatischen Systems. Sie zeichnen sich durch das Vorhandensein von Neubildungen in den Lymphknoten sowie inneren Organen aus. Das Hauptsymptom eines Lymphoms ist die Schwellung der Lymphknoten im Bereich der Leiste, am Hals und in den Achselhöhlen; diese Schwellungen nehmen unter einer Antibiotika-Therapie nicht zurück.
In der Sprechstunde des Lymphologen wird dem Patienten erläutert, dass zwei Gruppen von Tumoren des lymphatischen Systems existieren: Hodgkin-Lymphom und Nicht-Hodgkin-Lymphome. Von großer Bedeutung ist die korrekte Diagnose der Lymphom-Formen, da davon die weitere Behandlung sowie das Ergebnis abhängt.
Für die Diagnostik verwendet der Lymphologe verschiedene Methoden; jedoch ist die Biopsie entscheidend, da sie es ermöglicht, das Vorhandensein von Tumorzellen im Gewebe festzustellen. Zusätzlich nutzt der Arzt MRT, CT und Röntgen, womit nicht nur das Vorhandensein des Tumors festgestellt werden kann, sondern auch das Stadium der Erkrankung bestimmt wird.
Das Vorgehen bei der Therapie eines Lymphoms richtet sich nach seiner Art, dem Stadium und den klinischen Symptomen. Verläuft das Lymphom asymptomatisch, bleibt es in der Regel unverändert und erfordert keine Behandlung. Sobald jedoch eine Progression eintritt, ist eine Therapie zwingend erforderlich. Bei lokal begrenzter Tumorbildung erfolgt die Behandlung primär mittels Strahlentherapie oder Chemotherapie.
Die Behandlung eines aggressiven Lymphoms erfolgt durch mehrere Zyklen der Chemotherapie. Sollte diese Methode keine positiven Ergebnisse liefern, werden Transplantationen von Stammzellen oder Knochenmark durchgeführt.
Ein Lymphödem ist eine Gewebeschwellung, die durch einen gestörten Abfluss der Lymphe entsteht. Lymphologen unterscheiden Lymphödeme in zwei Typen:
Manchmal entwickeln Patienten ein langdauerndes Lymphödem, das nach Einschätzung der Lymphologen auf eine konventionelle Therapie nicht anspricht. Symptome wie Schwäche, Rötung, Schmerzen und Spannungsgefühl in der betroffenen Extremität sowie Merkmale des Lymphödems sind Anzeichen dafür, die eine unverzügliche Konsultation eines Lymphologen erfordern.
Lymphödem ist leider einer reinen Pharmakotherapie nicht zugänglich. Antibiotika und andere Medikamente werden von Lymphologen lediglich zur Beseitigung begleitender Symptome verschrieben. In seltenen Fällen kann ein Lymphologe eine chirurgische Behandlung zur Entfernung des excessiven Hautgewebes empfehlen.
Lymphogranulomatose (auch als Hodgkin-Lymphom bezeichnet) ist eine maligne Lymphom-Erkrankung. Sie tritt am häufigsten im Kindesalter sowie in den Altersgruppen um 20 und 50 Jahre auf. Die genauen Ursachen für das Entstehen der Lymphogranulomatose sind unbekannt. Vermutlich entsteht sie infolge einer Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus, was zu Mutationen in den Lymphozyten führt und deren unkontrollierte Vermehrung zur Folge hat.
Das Hauptsymptom der Lymphogranulomatose ist die krankhafte Schwellung der Lymphknoten, was eine dringende Konsultation eines Lymphologen erfordert.
Zur Diagnosestellung verschreibt ein Lymphologe dem Patienten biochemische und allgemeine Blutuntersuchungen sowie Ultraschalluntersuchungen der peripheren Lymphknoten, des kleinen Beckens und der Bauchhöhle. Zudem ist eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs obligatorisch. Um die Diagnose endgültig zu sichern, führt der Arzt eine histologische Untersuchung des Gewebes durch, das mittels Biopsie gewonnen wurde.
Diese diagnostischen Verfahren dienen dazu, das Ausmaß und den Schweregrad der Erkrankung festzustellen sowie die geeignete Therapie zu bestimmen.
Vor Beginn der diagnostischen Untersuchungen führt der Lymphologe in der Beratungsstelle eine Anamnese des Patienten durch: Er erhebt die Beschwerden und charakterisiert den Krankheitsverlauf, um die mögliche Ursache der Erkrankung zu klären und anschließend den betroffenen Körperabschnitt zu untersuchen. Zur Diagnosestellung verwendet der Lymphologe folgende Untersuchungsmethoden:
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