Die Harnblase

Die Harnblase ist ein hohles Muskelorgan im Urogenitalsystem, das sich in der kleinen Beckenhöhle befindet. Sie erfüllt zwei Funktionen: die Speicherung und den Abtransport des Urins nach außen. Bei Frauen grenzt sie an die vordere Scheidenwand und den Gebärmutterkörper, bei Männern an die Prostata und Samenblasen.

Harnblase: Aufbau und Funktionen

Der Aufbau der Harnblase

In der Harnblase sind drei Bereiche zu unterscheiden: den Hals (Scheide), den Körper und den Grund. Auf dem Grund befinden sich die Mündungen der Harnleiter, während der Hals in die Harnröhre übergeht. Die Wände der Harnblase bestehen aus mehreren Schichten. Die innerste Schicht ist die Schleimhaut (Urothel), die zahlreiche Falten aufweist, die bei der Füllung der Harnblase praktisch vollständig geglättet werden. Unter dem Urothel liegt die Submucosa, die von Fasern des Bindegewebes gebildet wird. Zwischen ihnen befinden sich in großer Zahl Blutgefäße und Nervenendigungen. Die dritte Schicht besteht aus glatter Muskulatur. Oben ist die Harnblase mit einer serösen Hülle (Adventitia) überzogen. In der Norm erfolgt das Wasserlassen bei erwachsenen Menschen 4 bis 8-mal pro Tag, wobei es nachts praktisch nicht geschieht. Bei Zystitis nimmt jedoch die Häufigkeit des Wasserlassens zu, während sich das Volumen des ausgeschiedenen Urins deutlich verringert.

Die Funktionen der Harnblase

Die Harnblase erfüllt die Funktion der vorübergehenden Speicherung und des Abtransports des Urins. Bei seiner Füllung mit Urin wird eine Reizung zahlreicher Nervenendigungen in den Wänden ausgelöst. Dieser Reiz wird über leitende Nervenbahnen an das Großhirn weitergeleitet, wodurch ihm die Notwendigkeit des Wasserlassens signalisiert wird. Als Antwort darauf entsteht der Wunsch, die Toilette zu besuchen. Während des Wasserlassens führt ein nervöser Impuls, der von der Großhirnrinde ausgeht, zur Kontraktion der Muskelwand der Harnblase, woraufhin der gesamte Urin nach außen abfließt.

Die Harnblasenkrankheiten

Unter allen Erkrankungen des Urogenitalsystems wird am häufigsten die Zystitis (Blasenentzündung) beobachtet. Sie kann durch verschiedene pathogene Mikroorganismen ausgelöst werden, die über die Harnröhre aufsteigend oder von den Nieren absteigend in die Blase gelangen können. Zum Entstehen der Erkrankung tragen Unterkühlung, Verletzung der persönlichen Hygiene sowie das Vorhandensein von Harnsteinen bei.

Entzündliche Erkrankungen der Harnblase werden bei Frauen deutlich häufiger beobachtet als bei Männern; dies liegt daran, dass Frauen eine breitere und kürzere Harnröhre besitzen, durch die Infektionen leicht in den Blasenhohlraum eindringen können.

Bei einer Blasenentzündung klagen Patientinnen über ziehende Schmerzen im Unterbauch; das Wasserlassen ist heftig schmerzhaft, beschleunigt sich, und der Urin wird oft nur noch tropfenweise abgesondert.

Die Harnblase leidet nicht nur bei Entzündungen, sondern auch bei anderen Erkrankungen wie Blasensteinen oder Krebs.

Urologen befassen sich mit der Prophylaxe und Behandlung von Harnblasenerkrankungen; zur genauen Diagnose werden Urinanalysen, Ultraschall, Uroflowmetrie und Zystoskopie durchgeführt, wobei die Behandlung meist konservativ mit Antibiotika und Uroseptika erfolgt. Von großer Bedeutung ist zudem die Phytopharmakotherapie sowie eine Diät mit Einschränkung scharfer, salziger Speisen und alkoholischer Getränke; bei Bedarf wird eine physiotherapeutische Behandlung verordnet.

Die chirurgische Behandlung der Harnblase ist notwendig bei bösartigen Neubildungen oder Konkrementen im Blasenhohlraum, die sich nicht durch konservative Methoden entfernen lassen.

Man sollte bedenken, dass die Harnblase sowie andere Organe wie Nieren, Harnleiter, Prostata und weibliche Geschlechtsorgane schmerzen können; daher kann nur ein Arzt eine korrekte Diagnose stellen, wobei oft eine umfassende Diagnostik mit Einbeziehung anderer Fachärzte erforderlich ist.

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