Die Milchdrüsen sind die paarigen, drüsigen Organe, die bei Frauen nach der Geburt die Milch produzieren und bei Männern unentwickelt bleiben.
Die Größe und Form der Drüsen sind individuell unterschiedlich; sie hängen vom Alter, dem Entwicklungsstand der äußeren Geschlechtsmerkmale sowie vom Menstruationszyklus ab. Auf der vorderen Brustkorbfläche liegen sie zwischen den großen Brustmuskeln und dem vorderen Zahnfleck.
Aufbau der Milchdrüsen
Die Areola und die Brustwarze sind pigmentiert und weisen zahlreiche sensible Endigungen auf. Auf dem Areolarkranz münden Schweiß- und Talgdrüsen in Form von Tuberkeln.
Die Erforschung dieses Organs beginnt mit Untersuchungen zu den Reifungszeiten des Geschlechts, dem Einsetzen der Menstruation, der Anzahl der Schwangerschaften und Geburten. Zudem wird geprüft, ob die Frau nach der Geburt langfristig stillt sowie über erblich bedingte onkologische Erkrankungen der Drüsen.
Nach dem Absaugen der Milchdrüse erfolgt eine vertikale Betrachtung; die flache Lagerung wird sorgfältig geprüft. Bei der Inspektion werden Größe und Form, die Symmetrie der Drüsenanordnung, das Anschwellen der Brust, der Zustand des Warzenhofs sowie das vaskuläre Netz auf der Haut beurteilt.
Die gleitende Palpation der Brustdrüse ermöglicht es, ihre Beweglichkeit in Bezug auf die Haut und das darunterliegende Gewebe zu beurteilen. Zudem lassen sich pathologische Sekrete aus dem Warzenhof, Veränderungen des Warzenhofs sowie Indurationen der Areola erkennen. Zwingend erforderlich ist zudem die Untersuchung der Lymphknoten, die mit den Drüsen verbunden sind – im Bereich der Achsel und am Schlüsselbein.
Die Transilluminationsbeleuchtung der Brustdrüse hilft, pathologische Herde in ihr aufzudecken; informativer ist jedoch die Ultraschalluntersuchung. Diese wird bei Verdacht auf eine Erkrankung der Brust bei Frauen bis zu 30 Jahren empfohlen, während im höheren Alter die Mammographie durchgeführt wird. Auf den Röntgenaufnahmen der Mammographie zeigen sich bei Pathologie Schatten; Umfang und Anordnung können genau bestimmt werden.
Die Brustdrüse kann folgende pathologischen Prozesse entwickeln:
Mastitis ist eine entzündliche Erkrankung, die sich bei Frauen häufig im Stillverlauf entwickelt. Pathogene Bakterien (z. B. Staphylokokken, Streptokokken) dringen durch Risse oder Einrisse im Warzenhof in das Brustgewebe ein und verursachen dort Entzündungen. Der Krankheitsverlauf ist begleitet von allgemeinem Unwohlsein der Patientin sowie hohem Fieber; es kommt zum Anschwellen der Brustdrüse mit Zunahme des Umfangs. Bei der Palpation werden Indurationen und Schwäche festgestellt. Beim Übergang in die eitrige Phase können auf der Haut lokale Rötung und Erweichung auftreten. Die Behandlung erfolgt unter ärztlicher Aufsicht, beginnend mit konservativen Maßnahmen; zwingend gehören Antibiotika und eine Desintoxikation dazu. Bei eitriger Mastitis ist ein chirurgischer Eingriff erforderlich.
Thrombophlebitis venöser Gefäße sowie Tuberkulose und Echinokokkose können als Auslöser für infektiöse und entzündliche Erkrankungen der Brustdrüse dienen.
Galaktorrhoe bezeichnet die willkürliche Milchabsonderung; sie gilt als physiologisch, wenn sie im Rahmen einer Schwangerschaft oder Stillzeit auftritt. Eine Absonderung außerhalb dieser Phasen ist jedoch pathologisch und wird meist auf hormonelle Dysbalancen (insbesondere Prolactin-Überschuss) zurückgeführt. Die Therapie zielt darauf ab, die Hormonbalance wiederherzustellen.
Gutartige Prozesse wie die fibrozystische Mastopathie und das Fibroadenom können bei Brustdrüsenerkrankungen auftreten. Sie führen zu einem zyklusabhängigen Schmerz. In frühen Stadien ist eine hormonelle oder homöopathische Therapie indiziert, während im fortgeschrittenen Stadium eine sektorele Resektion notwendig ist.
Das maligne Karzinom ist die häufigste bösartige Erkrankung der Brustdrüse. Das Entstehungsrisiko wird durch Erblichkeit, ein frühes Einsetzen der ersten Schwangerschaft und eine lange Stilldauer beeinflusst; das Hauptgefahrenpotential liegt in der schnellen Metastasierung, wobei die Diagnose oft erst zufällig bei einer körperlichen Untersuchung gestellt wird.
Noduläre und diffuse Formen des Karzinoms sind am häufigsten. Das noduläre Karzinom manifestiert sich meist als bewegliche, dichte Formation mit klaren Rändern in der zentralen Zone oder dem oberen Quadranten, während beim diffusen Karzinom die Tastbarkeit fehlt und Hautveränderungen wie Ödeme, eine 'Zitronenhaut' oder eine Einziehung des Warzenkomplexes auftreten.
Die Therapie des Brustkreises orientiert sich am Stadium: In frühen Stadien erfolgt primär eine chirurgische Mastektomie, während in fortgeschrittenen Stadien die Operation mit Strahl- und Chemotherapie kombiniert wird.
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