Die Speiseröhre

Allgemeine Charakteristik der Speiseröhre

Die Speiseröhre verbindet den Pharynx mit dem Magen und ist am Verdauungsprozess beteiligt. Dieser Vorgang wird durch die Peristaltik der Speiseröhrenmuskulatur ermöglicht, welche die Nahrung in Richtung des Magens transportiert.

Speiseröhre

Die Länge dieses Organs beim Erwachsenen liegt zwischen 23 und 30 cm; die Wanddicke beträgt etwa 4 bis 6 mm.

Die Speiseröhre gliedert sich in drei Abschnitte:

  • Der zervikale Abschnitt misst etwa 5 bis 6 cm in seiner Länge; er befindet sich zwischen der Wirbelsäule und der Luftröhre.
  • Der thorakale Abschnitt erstreckt sich hinter dem Sternum. Seine Länge beträgt etwa 17 bis 19 cm, und er liegt zudem zwischen der Wirbelsäule sowie unterhalb von Aorta und Herz.
  • Der abdominale Abschnitt befindet sich zwischen dem kardialen Bereich des Magens und der Zwerchfellplatte; seine Länge beträgt 2 bis 4 cm.

Der Durchmesser des Ösophagus ist ungleichmäßig: Er verengt sich im Bereich des Pharynx-Ösophagus-Gelenks sowie dort, wo er an den linken Bronchus angrenzt, und verschmälert schließlich an der Stelle, durch die das Zwerchfell hindurchtritt.

Aufbau der Speiseröhre

Die Speiseröhre ist ein hohler Kanal, dessen Wand aus mehreren Schichten besteht:

  • Die Schleimhaut auskleidet das Lumen des Ösophagus. Zu ihrer Zusammensetzung gehören Schleimdrüsen, die Sekret produzieren und so das Schlucken erleichtern;
  • Die Muskelhülle ist in zwei Schichten angeordnet: eine äußere longitudinale und eine innere zirkuläre. Sie arbeiten nach dem Prinzip der Antagonisten: die erste dehnt den Ösophagus aus, während die zweite ihn verengt. Der untere Bereich der Muskelhülle bildet das sogenannte Pylorus-Äquivalent – die dichte Muskelplatte, die den Ösophagus vom Magen abtrennt;
  • Die adventizielle Schicht, bestehend aus Bindegewebe, umhüllt die äußere Oberfläche des Organs. Durch sie ist der Ösophagus mit den ihn umgebenden Organen verbunden. Aufgrund der Elastizität der Hülle kann der Ösophagus seine Umfänge ändern: sich erweitern oder verengen.

Funktionen des Ösophagus

Die Hauptaufgabe dieses Organs besteht in der Zufuhr von Nahrung zum Magen; diese Funktion wird auch als Transport- oder Motorfunktion bezeichnet.

Darüber hinaus dient der Ösophagus dem Schmieren der durch ihn fließenden Nahrung. Das Material für die Schleimbildung stammt aus den Drüsen der Schleimhaut, welche das Lumen des Organs auskleiden.

Schließlich ist der Ösophagus dazu bestimmt, die Rückführung von Nahrung aus dem Magen in den Schlund zu ermöglichen; dies bedeutet, dass er den Aufstieg der Nahrung nur in einer Richtung unterstützt.

Die Erkrankungen der Speiseröhre

Das Organ ist einem ganzen Spektrum verschiedener Erkrankungen unterworfen. Das Fehlen einer adäquaten Behandlung führt nicht nur zum Auftreten von Schmerzen, sondern kann auch die gesamte Verdauungsarbeit beeinträchtigen. Die am häufigsten vorkommenden Erkrankungen werden im Folgenden beschrieben:

  • Der Magenausgangsspasmus gehört zur Gruppe der nervösen Muskelerkrankungen. Er äußert sich durch eine reflektorische Verengung des Schließmuskels, wodurch die Nahrung nicht in den Magen gelangen kann. Die Ursachen für das Entstehen dieser Erkrankung sind noch nicht vollständig geklärt. Auf dem Hintergrund eines Magenausgangsspasmus können verschiedene Komplikationen entstehen, die auf einer Stauung der Nahrung im Bereich der Speiseröhre beruhen. Bei Erwachsenen kann dies zur Entwicklung von Speiseröhrenkrebs und Magenkrebs sowie zu verschiedenen Entzündungen führen. Bei Kindern hingegen zu Lungenabszessen, Bronchopneumonien und weiteren Erkrankungen.
  • Brüche der Speiseröhre, einschließlich diafragmaler Brüche, können angeborene, traumatische oder erworbene Ursachen haben. Ein solcher Bruch ist durch das Verschieben des Magenbereichs sowie der abdominalen Zone der Speiseröhre in die Brusthöhle gekennzeichnet. Typische Beschwerden sind Aufstoßen (Rülpsen), thorakale Schmerzen und Sodbrennen im oberen Magenabschnitt, wobei diese Symptome meist nach reichlicher Nahrungsaufnahme auftreten; in einigen Fällen ist auch Erbrechen möglich.
  • Bei gutartigen Neubildungen verläuft die Entwicklung langsam und wird selten von Symptomen begleitet. In der Regel stellen sie sich zufällig heraus, wenn sich der Patient wegen Schluckbeschwerden (Dysphagie) wendet, die im Laufe einiger Jahre beobachtet wurden.
  • Der Ösophaguskrebs zeigt eine charakteristische Symptomatik. In frühen Stadien kann der Patient Unwohlsein im Bereich des Brustbeins, Dysphagie, Gewichtsverlust und vermehrte Speichelproduktion verspüren. Später entwickeln sich ausgeprägte Ösophagodyskinesien. Der Ösophaguskrebs ist derzeit eine der häufigsten Erkrankungen dieses Organs (60–80 % aller diagnostizierten Fälle). In der Regel handelt es sich bei den Patienten um Personen im Alter von 50 bis 60 Jahren, wobei das Vorkommen bei Rauchern und Alkoholikern deutlich häufiger beobachtet wird.
  • Die Ösophagitis wird in der Regel durch Sodbrennen und Schmerzen begleitet, die insbesondere beim Verzehr harter oder trockener Nahrung stärker ausgeprägt sind. In den Morgenstunden kann Übelkeit infolge des Aufstiegs von Magensaft in den Ösophagus auftreten. Die Reizung der Schleimhaut entwickelt sich schrittweise zur Entzündung und schließlich zur Erosion des Ösophagus. Eine Diagnose dieser Erkrankung ist ausschließlich durch eine Gastroskopie möglich. Das Management der Ösophagitis sollte konservativen Charakter haben, da die Wahrscheinlichkeit für Blutungen und das Risiko einer Ulzeration hoch sind. In der Regel wird bei Ösophagitis eine spezielle Diät verordnet, die den Speichelfluss nicht beeinflusst.
  • Fremdkörper in der Speiseröhre sind zwar keine eigenständige Erkrankung, stellen aber einen häufigen Anlass für die ärztliche Vorstellung dar. In der Regel können sich hier Nahrungsrückstände oder versehentlich verschluckte Gegenstände festsetzen. Meistens wird unter solchen Umständen ein Schmerz im Bereich der Speiseröhre empfunden; es treten Schluckbeschwerden auf. Wird der Fremdkörper nicht rechtzeitig entfernt, verschlechtert sich der allgemeine Zustand des Patienten.

Methoden zur Untersuchung der Speiseröhre

Die adäquate Behandlung der Speiseröhre kann nur dann vom Arzt festgelegt werden, wenn die Diagnose korrekt gestellt ist. Zu diesem Zweck werden in der Medizin verschiedene Untersuchungsmethoden eingesetzt:

  • Die Röntgenkontrastdarstellung ermöglicht es, Veränderungen im Verlauf der Speiseröhre aufzudecken, wie etwa Verschmälerungen oder Einengungen sowie andere Störungen sichtbar zu machen; diese Methode ist bei der Erstellung von Diagnosen wie einem Ösophagusbruch, Veränderungen des Reliefs der Schleimhaut und weiteren Befunden sehr aussagekräftig.
  • Bei der Ösophagoskopie kann die mediale Wand der Speiseröhre detailliert untersucht und ihr Zustand beurteilt werden; gegebenenfalls ist eine Biopsie entnehmbar. Diese Methode wird häufig zur Diagnostik von entzündlichen und tumorösen Prozessen in der Speiseröhre eingesetzt.
  • Die Ösophagotonografie und die Ösophagografie dienen der Registrierung von Kontraktionen, des Tonus sowie des Blutdrucks innerhalb der Wand der Speiseröhre.
  • Ein defekter kardialer Verschlussmechanismus erlaubt die Bestimmung des pH-Werts in der Speiseröhre.
Ob Bitte beachten Sie Folgendes:

Der menschliche Magen kommt mit Fremdkörpern und ohne ärztliche Intervention meist gut zurecht; es ist bekannt, dass Magensaft sogar Münzen auflösen kann.


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