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Die postpartale Depression

Die postpartale Depression ist eine Untergruppe der klinischen Depression, die Frauen betrifft; sie tritt bei Männern nach der Geburt in der Regel seltener auf. Nach Angaben von Studien liegt die Prävalenz der postpartalen Depression bei Frauen zwischen 5 % und 25 %, während sie bei Männern, insbesondere jungen Vätern, zwischen 1 % und 25,5 % liegt. Hormonelle Veränderungen – eine Ursache der postpartalen Depression

Die Ursachen der postpartalen Depression sowie die Mechanismen ihrer Ätiologie sind bis heute nicht vollständig geklärt. Nach Angaben einer in den USA durchgeführten Studie konnte gezeigt werden, dass das Risiko für eine postpartale Depression bei Frauen mit 85 %iger Wahrscheinlichkeit anhand chemischer Veränderungen zweier Gene im DNA-Molekül vorhergesagt werden kann, die mittels Blutanalyse während der Schwangerschaft ermittelt wurden.

Manchmal wird die postpartale Depression mit einer postpartalen Psychose verwechselt; deren Verlauf ist jedoch deutlich schwerwiegender. Sie tritt viel seltener auf und wird durch Denkstörungen, Wahnvorstellungen, Halluzinationen sowie eine Desorganisation von Sprache und Verhalten begleitet.

Eine postpartale Depression kann zu einer Beeinträchtigung der Mutter-Kind-Bindung führen. Frauen mit dieser Diagnose neigen dazu, vermehrt negative Ereignisse im Zusammenhang mit der Kindespflege wahrzunehmen und zu bewerten.

Die Ursachen der postpartalen Depression

Die Ätiologie der postpartalen Depression ist bis heute nicht vollständig aufgeklärt. Während einige Studien einen Vitaminmangel im Organismus als mögliche Ursache identifizieren, deuten andere darauf hin, dass die signifikanten hormonellen Schwankungen während der Schwangerschaft die wahrscheinlichere Ursache darstellen. Dennoch bleibt unklar, warum lediglich 10–15 % der Frauen postpartal an einer Depression leiden, obwohl hormonelle Veränderungen bei allen Gebärenden auftreten.

Die Dauer der postpartalen Depression

Eine postpartale Depression in leichter Form (mit milden, kurzen depressiven Episoden) entwickelt sich im Verlauf von vier bis mehreren ersten Wochen nach der Geburt und dauert bis zu sechs Monate. In 10–20 % der Fälle handelt es sich bei der postpartalen (perinatalen) Depression um eine schwere Form mit psychotischen Episoden; die Untersuchung einer Depression in leichter Form kann jedoch bis zum Jahr und länger dauern. Im Allgemeinen hängt die Dauer der postpartalen Depression von der individuellen Person ab, da ein Hauptmerkmal der Erkrankung die Unlust ist, sich um Hilfe zu wenden.

Symptome einer postpartalen Depression

Zu den Symptomen einer postpartalen Depression zählen:

  • Unruhe, Wut oder erhöhte Reizbarkeit;
  • Trauer und Traurigkeit
  • Gefühl von Niedergeschlagenheit und Schuld
  • Angst, dem Kind oder sich selbst Schaden zuzufügen
  • Übermäßige Unruhe oder völliges Desinteresse am Kind
  • Energieverlust
  • Hoffnungslosigkeit
  • Soziale Rückzugstendenz
  • Kopfschmerzen, Brustschmerzen, Herzpalpitationen sowie Taubheitsgefühle oder Kältegefühl in Händen und Füßen; schnelle, oberflächliche Atmung
  • Schlafstörungen
  • Appetitminderung
  • Störungen der Konzentration und des Gedächtnisses
  • Geringes Selbstwertgefühl
  • Unfähigkeit, einfache Probleme zu lösen
  • Verlust der sexuellen Lust
  • Verlust des Interesses an zuvor angenehmen Aktivitäten

Risikofaktoren einer postpartalen Depression

Obwohl die Ursachen der postpartalen Depression bis heute nicht vollständig geklärt sind, gibt es eine Reihe von Faktoren, die das Risiko für deren Auftreten erhöhen und zu ihnen gehören:

  • Die physiologischen Traumata, die während der Geburt entstanden;
  • Ein erhöhter Prolaktinspiegel
  • Ein Rückgang des Oxytocinspiegels
  • Die Substitution des Stillens durch die künstliche Ernährung
  • Das Rauchen
  • Ein geringes Selbstwertgefühl
  • Eine pränatale Depression im Rahmen der Schwangerschaft
  • Eine mangelnde soziale Unterstützung
  • Ein stressbelasteter Lebensstil
  • Negative eheliche Beziehungen
  • Ein einsamer Familienstand
  • Ein niedriger sozioökonomischer Status
  • Eine nicht geplante oder unerwünschte Schwangerschaft

Diese Faktoren korrelieren mit der postpartalen Depression: Ein hoher pränataler Depressionsgrad steht in Zusammenhang mit einem hohen postpartalen Depressionsgrad, während ein niedriger pränataler Depressionsgrad mit einem niedrigen postpartalen Depressionsgrad verknüpft ist. Hilfe und Unterstützung durch Angehörige – ein wichtiger Aspekt bei der Behandlung der postpartalen Depression

Behandlung der postpartalen Depressionen

Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass die postpartale Depression auf verschiedene Weise behandelt werden kann: Liegen soziale Faktoren (wie Geldmangel oder fehlende Unterstützung) zugrunde, sollte die Behandlung auf die Verbesserung der Partnerschaft, die Einbeziehung zusätzlicher Betreuungshilfe durch Verwandte sowie kognitive Verhaltenstherapie ausgerichtet sein.

Weitere Behandlungsvarianten bei postpartaler Depression:

  • Medizinische Abklärung zum Ausschluss physiologischer Ursachen
  • Kognitive Verhaltenstherapie (eine Form der Psychotherapie)
  • Die Einnahme entsprechender Medikamente
  • Der Besuch von Selbsthilfegruppen
  • Eine ausgewogene Ernährung
  • Ausreichend Schlaf

Ein erfahrener Arzt erstellt einen individuellen Behandlungsplan für jede Patientin. Dieser Plan kann verschiedene Kombinationen der oben genannten Therapieformen beinhalten sowie die Einbeziehung des Partners.

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