Prazosin

Prazosin – selektiver Blocker postsynaptischer α-Adrenozeptoren; ein Präparat mit antihypertensiver und vaskulärer Wirkung. der alfa1-Adrenorezeptoren ein Präparat mit antihypertensiver und vaskulärer Wirkung.

Darreichungsform und Inhalt

Verfügbar als Tabletten (à 30 Stück in Polypropylen-Kartuschen, je eine Kartusche in einer Pappschachtel).

Wirkstoff: Prazosin (pro Tablette 0,5 mg bzw. 1 mg)

Anwendungsangaben

  • Arterielle Hypertonie
  • Dekompensierte Herzinsuffizienz

Kontraindikationen

Absolute Kontraindikationen:

  • Herzinsuffizienz mit erniedrigtem linksventrikulärem Füllungsdruck
  • Konstriktive Perikarditis
  • Hypotonie
  • Perikardtamponade
  • Kindesalter bis zum 12. Lebensjahr
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Überempfindlichkeit gegen das Präparat

Anwendung und Dosierung

Prazosin ist zur Einnahme bestimmt; die Nahrungsaufnahme hat keinen Einfluss auf die Wirksamkeit des Präparats.

Zur Behandlung der arteriellen Hypertonie wird die Therapie initial mit 0,5 mg vor dem Einschlafen begonnen. Die Dosis wird schrittweise erhöht, zunächst auf bis zu 1 mg dreimal täglich (3–4-mal), um eine konstante Blutdrucksenkung zu erreichen (dafür sind gewöhnlich 4 bis 8 Wochen erforderlich). Die optimale Tagesdosis pro Patient kann zwischen 3 und 20 mg variieren; häufig liegt sie bei 6 bis 15 mg. Die Gesamttagesdosis wird in 3–4 Einzeldosen aufgeteilt.

Bei der Anwendung von Prazosin als Monopräparat ist eine Toleranzentwicklung zu berücksichtigen. Diese kann bereits nach 3–5 Tagen oder später im Verlauf der Behandlung auftreten und erfordert dann entweder eine Erhöhung der Prazosindosis oder die zusätzliche Gabe eines Diuretikums.

Bei einem langsam einsetzenden oder unzureichenden blutdrucksenkenden Effekt werden weitere antihypertensive Präparate oder Diuretika hinzugefügt. In diesem Fall wird die Dosis des Prazosins auf 1–2 mg dreimal täglich reduziert, das zweite Wirkstoffpräparat hinzugesetzt und anschließend schrittweise wieder die Dosis erhöht, wobei das am besten geeignete Therapieschema ausgewählt wird.

Die Anwendungsdauer des Prazosins ist nicht beschränkt.

Bei einer stabilen Herzinsuffizienz werden 3 bis 20 mg pro Tag in 3 bis 4 Einzeldosen verabreicht.

Die maximal zulässige Tagesdosis für Erwachsene liegt bei 20 mg.

Nebenwirkungen

  • Seitens des zentralen und peripheren Nervensystems: Kopfschmerzen, Schwäche, Schwindel, Schlafstörungen, emotionale Verwirrungen, Halluzinationen, Angstzustände, Reizbarkeit, Depression, Müdigkeit sowie Parethesien.
  • Seitens des kardiovaskulären Systems: Anginöse Schmerzen, Atemnot, Tachykardie und Herzklopfen; arterielle Hypotonie (insbesondere orthostatisch); bei Langzeitanwendung – Wassereinlagerungen in den unteren Extremitäten; selten – Orthostasekollaps (tritt häufiger nach der Einnahme der ersten Dosis auf).
  • Aus dem Urogenitalsystem: beschleunigtes Wasserlassen;
  • Aus dem Verdauungssystem: Durchfall oder Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen, Mundtrockenheit;
  • Aus dem Sehorgan: Sehstörungen, Dunkelpunktbildung (Mydriasis), Hornhaut- und Bindehautrötungen sowie Ohrensausen;
  • Allergische Reaktionen: Hautausschlag, Juckreiz;
  • Weitere Symptome: Überhitzung, Nasenverschluss, vermehrtes Schwitzen, Gelenkschmerzen, Epistaxis, Auftreten von Antinukleärkörpern, Haarausfall, Potenzverlust sowie Priapismus.

Wichtige Hinweise

Während der Behandlung muss die Herzfrequenz und der arterielle Blutdruck ständig kontrolliert werden, sowohl in liegender als auch in stehender Position.

Bei Patienten unter Therapie mit Beta-Adrenoblockern, Sympatholytika und Diuretika ist das Risiko für eine Hypotension erhöht.

Die medikamentöse Interaktion

Prazosin ist mit Nifedipin nicht verträglich. Sein Effekt wird durch Sympatholytika, Diuretika und Beta-Adrenoblocker verstärkt.

Die gleichzeitige Anwendung von Beta-Blockern und ACE-Hemmern kann das Risiko für einen ausgeprägten arteriellen Blutdruckabfall erhöhen, insbesondere nach der ersten Einnahme von Prazosin.

Der gefäßerweiternde Effekt von Kalziumkanalblockern und Alpha-Blockern kann synergistisch oder additiv sein; bei gleichzeitiger Anwendung von Prazosin mit Verapamil ist die Entwicklung eines ausgeprägten arteriellen Blutdruckabfalls teilweise auf eine pharmakokinetische Wechselwirkung zurückzuführen: Die maximale Konzentration steigt an, und die Gesamtkonzentration des Prazosins nimmt zu.

Indometazin kann die Wirkung von Prazosin herabsetzen.

Prazosin beschleunigt die Steigerung der Digoxinspiegel im Blutplasma und kann den blutdrucksenkenden Effekt von Clonidin verändern.

Bei Patienten unter Propranolol-Therapie besteht nach Einnahme der ersten Prazosin-Dosis das Risiko eines ausgeprägten arteriellen Blutdruckanstiegs.

Lagerfristen und Lagerbedingungen

Das Präparat sollte bei einer Temperatur von bis zu 25 °C vor Licht geschützt an einem trockenen, für Kinder unzugänglichen Ort aufbewahrt werden.

Die Haltbarkeitsdauer beträgt 3 Jahre.

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