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Das Reiter-Syndrom

Hauptmanifestationen des Reiter-Syndroms Das Reiter-Syndrom, auch bekannt als reaktive Arthritis, ist eine Autoimmunentzündung der Gelenke, des Augenbindegewebes und anderer Schleimhäute. Sie entsteht häufig im Anschluss an eine Darm- oder Harnwegsinfektion. Als Auslöser kommen meist Chlamydien, Kolitis oder Ureaplasmose in Frage. In der überwiegenden Mehrheit der Fälle betrifft die Erkrankung Männer im Alter von 20 bis 40 Jahren; bei Frauen ist sie deutlich seltener und tritt bei Kindern praktisch nicht auf. Zu den Komplikationen des Reiter-Syndroms können Gelenkversteifungen, Sehstörungen, erektile Dysfunktion sowie Unfruchtbarkeit gehören. Darüber hinaus kann die Erkrankung auch Nieren und Herz sowie die Aorta schädigen.

Symptome des Reiter-Syndroms

Beim Reiter-Syndrom treten die Symptome nach 1 bis 2 Wochen der Infektion auf und können sich an verschiedenen Stellen manifestieren:

  • Harnröhre: Sie entzündet sich primär. Bei Männern geht das Wasserlassen mit krankhaften Empfindungen einher; es treten Absonderungen aus der Harnröhre auf. Die Entzündung kann auch die Prostata betreffen. Bei Frauen verläuft der entzündliche Prozess milder – manifestiert durch spärlichen Ausfluss aus der Scheide und Dyskomfort beim Wasserlassen.
  • Bindehaut des Augapfels: Sie rötert sich und entzündet. Es wird Brennen, Jucken und Schleimfluss bemerkt;
  • Gelenke: Entzündungen und Schmerzen unterschiedlicher Schweregrade treten gleichzeitig im Kniegelenk, in den Fingern sowie am Fersenbein auf. Bei schweren Fällen entzünden sich auch die Wirbelkörper.
  • Schleimhaut: Auf Zunge, im Mund und an der Kopfhaut des Gliedes entstehen kleine, schmerzlose Geschwüre.
  • Haut: Unter den Nägeln kann die Haut eine gelbliche Schattierung annehmen; auf Handflächen und Fußsohlen bilden sich charakteristische dichte Flecken.

Diese Symptome des Reiter-Syndroms verschwinden nach 3–4 Monaten, jedoch kann die Arthritis rezidivieren. Gelegentlich entwickeln sich Gelenk- und Wirbelsäulenverformungen, was in seltenen Fällen zur Arbeitsunfähigkeit führt.

Diagnostik des Reiter-Syndroms

Die Diagnose des Reiter-Syndroms wird anhand der Patientenbeschwerde, der Anamnese sowie nachweisbarer Kombinationen aus Konjunktivitis, Arthritis, Enterokolitis und Urethritis gestellt; laborchemische und instrumentelle Befunde bestätigen die Diagnose.

Laboruntersuchungen umfassen die allgemeine und biochemische Blutanalyse sowie die allgemeine Urinanalyse. Das Vorhandensein oder Fehlen einer Chlamydieninfektion wird mittels der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) ermittelt. Zytologische Untersuchungen von Schleimhaut, Gebärmutterhalskanal, Augapfelbindehaut sowie Prostatasekret und Samenflüssigkeit werden durchgeführt. Zudem erfolgt die Untersuchung des Gelenkergusses und das Nachweisverfahren für HLA-B27.

In der Röntgenologie der Gelenke zeigen sich eine asymmetrische Verschmälerung des Gelenkspalts sowie eine unsymmetrisch paraartikuläre Osteoporose. Bei langdauerndem Krankheitsverlauf treten im Rahmen der radiologischen Diagnostik erosiv-destruktive Veränderungen auf, wobei fünfzackige Spornbildungen an den Knochen, isolierte Knochensporen und plurale Gelenkerosionen wahrscheinlich sind; etwa in der Hälfte der Fälle liegt einseitiges Sakroiliit vor.

Zu den diagnostischen Kriterien zählen:

  • Die chronologische Verbindung zwischen einer enteralen oder urogenitalen Infektion und dem Auftreten von Arthritis, Konjunktivitis sowie Schleimhaut- und Hautinfektionen.
  • Alter und Geschlecht der Patientinnen und Patienten
  • Akute Arthritis der Gelenke der unteren Extremitäten, begleitet von einer Fünffingerbursitis sowie Enthesiopathien
  • Reiter-Syndrom – Behandlung und Prävention Entzündung des Mucuspolow-Traktes sowie Chlamydien, die das Epithel des Gebärmutterhalskanäls oder der Harnröhre infizieren
  • Asymmetrische seronegative Oligoarthritis sowie rezidivierende oder nichtspezifische Urethritis

Therapie des Reiter-Syndroms

Die Therapie des Reiter-Syndroms ist nicht immer erfolgreich und kann sehr langwierig sein. Während der akuten Phase werden Patientinnen Antibiotika wie Tetracyclin oder Erythromycin verschrieben; die Dauer beträgt bei mittlerer Dosierung 3–4 Wochen. Zur Behandlung der Arthritis kommen antiphlogistische nichtsteroidale Mittel zum Einsatz. Fehlt der Effekt, werden Glukokortikoide in das entzündete Gelenk injiziert. Bei Chronizität erfolgt eine Langzeitanwendung chinolinhaltiger Präparate; gelegentlich rezidivieren Entzündungen von Gelenken und Wirbelsäule. Die starke Entzündung des Augapfelbindehauts wird mit Augentropfen oder Salben unter Zusatz von Kortikosteroiden behandelt. Zur Prophylaxe des Reiter-Syndroms ist auf die Hygiene des Sexuallebens zu achten, Darminfektionen rechtzeitig vorzubeugen sowie Urethritis und Enterokolitis zu behandeln.

Ob Sie sollten Folgendes beachten:

Ein regelmäßiger Besuch im Solarium erhöht das Risiko für Hautkrebs um 60 %.


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