Thalassotherapie

Die Thalassotherapie ist ein Verfahrenskomplex, der auf die Anwendung von Meerwasser, Schlamm, Wasserpflanzen und Luft in kosmetischen sowie therapeutischen Zwecken abzielt. Thalassotherapie mit Anwendung von Meeresalgen

Der Begriff der Thalassotherapie wurde erstmals 1867 vom französischen Arzt Jean-Bonnet geprägt; dennoch gelten die Engländer als Begründer: Der britische Arzt Richard Russell beschrieb in seiner Dissertation von 1753 die Vorteile des Meerwassers bei der Behandlung von Gicht. Später widmeten sich herausragende Ärzte, Gelehrte und Physiologen mit weltweiter Reputation der Erforschung der Thalassotherapie und anerkannten deren hohen therapeutischen Wert nicht nur für das Meerwasser, sondern auch für alle übrigen Faktoren.

Zu den Hauptkomponenten der therapeutischen und prophylaktischen Wirkung der Thalassotherapie gehören:

  • Das Meerwasser
  • Die Wasserpflanzen
  • Der Meerschmutz
  • Die Luft

Thalassotherapie: Behandlung mit Meerwasser

Das Meerwasser stellt eine reichhaltige Quelle unverzichtbarer Mikroelemente dar: Magnesiums, Jods, Kalziums, Kaliums, Schwefels, Kupfers, Eisens, Phosphors, Selens, Zinks, Broms sowie weiterer Elemente. Wissenschaftliche Studien belegen, dass die im Meerwasser enthaltenen Komponenten vom Organismus praktisch vollständig aufgenommen werden können, da ihr mineralischer Gehalt tatsächlich dem des menschlichen Blutes entspricht. Gleichzeitig verfügt der menschliche Organismus über die einzigartige Fähigkeit, aus dem Meerwasser genau jene Mikroelemente aufzunehmen, die er in diesem Moment benötigt.

Es wird angenommen, dass das Meerwasser im Vergleich zu ungesalzenem Wasser die Tauschfunktion der Haut um mehr als 25 % erhöht und dabei wohltuend auf die Funktionen von Schilddrüse, Nebennieren, Hypophyse sowie sexuellen Drüsen wirkt. Die körperliche Muskelarbeit bei Seefahrten oder gymnastischen Übungen verstärkt oxidatorische Prozesse in den Geweben; hierdurch wird der Verbrauch von Zucker und Fett intensiviert, die Diurese gesteigert und der Blutkreislauf wiederhergestellt. Diese Funktion des Meerwassers ermöglicht es schnell, fettige Ablagerungen und Cellulite zu vermeiden, die Haut elastischer und glatter zu machen.

Die Seefahrt im Rahmen der Thalassotherapie wirkt wohltuend auf das kardiovaskuläre und nervöse System, stärkt den Stützapparat (Stütz-Motorik) und beschleunigt den Stoffwechsel. Besonders Schwimmer mit Haltungsschwächen, ausgeprägten Merkmalen der Hypokinese sowie geschwächte Patienten werden dieser Belastung ausgesetzt.

Behandlung mit Wasserpflanzen

Wasserpflanzen sind das Hauptelement der Thalassotherapie und enthalten über 150 für die Gesundheit nützliche Mikroelemente. Ihre Anwendung in der Praxis der Thalassotherapie spielt eine Schlüsselrolle in der präventiven Medizin und Kosmetik.

Meerwasserpflanzen (in der Thalassotherapie werden flache Wasserpflanzen sowie Blattmeeres-Laminarien eingesetzt) wirken auf den menschlichen Organismus doppelt:

  • Sie unterstützen die Auflösung von Fettdepots sowie den Ausschluss von Schlacken und Toxinen.
  • Sie versorgen die Haut mit wertvollen Nährstoffen.

Durch dieses Verfahren der Thalassotherapie gehen Wassergeschwülste zurück, die Körperformen straffen sich merklich (es wird eine straffe Silhouette erreicht), sichtbare Spannungszeichen und Cellulite werden reduziert sowie das allgemeine Wohlbefinden verbessert.

Die Behandlung mit Meerwasserpflanzen ist nicht nur in der Kosmetik unverzichtbar und ergebnisbringend bei Hautalterungsprozessen, sondern auch als Wiederaufbauphase nach Verletzungen, Traumata, Operationen (einschließlich plastischer Eingriffe) sowie während der Schwangerschaft.

Wasserbehandlungen stellen ein Standardverfahren der Thalassotherapie dar und werden von den meisten Wellness-Anlagen angeboten.

Die Anwendung von Meereschlamm.

Der therapeutische Effekt dieser Thalassotherapie-Methode, beispielsweise der Fangobehandlung, beruht auf der hohen biologischen Aktivität der Peloidkomponenten (schlammige Ablagerungen), die Stickstoff-, Kohlenstoff- und Schwefelverbindungen sowie Schwefelwasserstoff und Eisen enthalten.

Die Anwendung von Meereschlamm ist bei zahlreichen otolaryngologischen, ophthalmologischen, chirurgischen und dermatologischen Erkrankungen indiziert; doch hat die Thalassotherapie mit Schlamm vor allem in der Kosmetik breite Verbreitung gefunden. Der mineralische Gehalt des Meerschlamms verbessert den Hautblutkreislauf, dringt tief in die Poren ein und reinigt sie von innen. Kosmetische Verfahren auf Basis schlammiger Masken und Anwendungen unterstützen im Kampf gegen Falten ("Apfelsinenschale"), Übergewicht sowie Zeichen vorzeitigen Hautalterings. Thalassotherapie mit Anwendung von Meeresschlamm

Äußerungen zur Thalassotherapie.

Die Thalassotherapie ist nach patientenseitiger Zufriedenheit eine Gesamtheit angenehmer, gesundheitsfördernder und prophylaktischer Verfahren. Sie wird sowohl kerngesunden Menschen als auch Patienten mit intakten kompensatorischen Fähigkeiten des Organismus bei Erkrankungen des Herzens, der Gefäße, der Atmungs-, nervösen und endokrinen Systeme sowie des Stütz- und Bewegungsapparates empfohlen.

Verfahren der Thalassotherapie wie die Fangobehandlung ermöglichen das Entgehen entzündlicher gynäkologischer Erkrankungen sowie von Störungen durch verminderte Sexualhormonspiegel (Hypoöstrogenie), Beckenbodenstörungen, Ovarialfunktionsstörungen und Unfruchtbarkeit.

Die Ergebnisse der Thalassotherapie sind:

  • Befeuchtung und Regeneration der Haut.
  • Reduktion von Übergewicht sowie Behandlung von Cellulite.
  • Reinigung des Organismus
  • Förderung des Stoffwechsels und Wiederherstellung des Blutkreislaufs
  • Positive Effekte auf das Nervensystem, Stressreduktion und Regeneration der Schlafqualität

Kontraindikationen bei der Thalassotherapie

In den Rezensionen zur Thalassotherapie werden folgende Kontraindikationen genannt:

  • Infektionskrankheiten
  • Lungenentzündung, Pleuritis und Bronchopneumonie
  • Aktive Tuberkulose
  • Erhöhter Fieberzustand
  • Herzbeutelentzündung (Pleuritis), kompensatorische Herzstörung, unregelmäßiger Herzschlag und Mitralstenose
  • Auszehrende Arteriosklerose
  • Starke Gewichtsabnahme
  • Schilddrüsenfunktionsstörung
  • Jodallergie
Ob Sie wissen

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