Obere Hohlvene

Die obere Hohlvene ist eine kurze, dünnwandige Vene mit einem Durchmesser von 20 bis maximal 25 mm und liegt im vorderen Mediastinum. Ihre Länge variiert durchschnittlich zwischen fünf und acht Zentimetern. Die obere Hohlvene gehört zum großen Kreislauf und entsteht durch die Verschmelzung der beiden (linken und rechten) Kopfnervenvenen. Sie sammelt das Venenblut aus dem Kopf, den oberen Abschnitten des Brustkorbs, dem Hals sowie den Händen und mündet in den rechten Herzvorhof. Der einzige Nebenfluss der oberen Hohlvene ist die unpaare Vene (Hinterhornvene). Im Gegensatz zu anderen Venen besitzt dieser Behälter keine Klappen.

Obere Hohlvene

Die obere Hohlvene verläuft nach unten gerichtet, tritt auf Höhe des zweiten Randes in das Perikard und mündet etwas tiefer in den rechten Herzvorhof ein.

Die obere Hohlvene wird umgeben von:

  • Links – die Aorta (aufsteigender Abschnitt);
  • Rechts – das mediastinale Pleuragebiet;
  • Voran – der Thymus und die rechte Lunge (das mediastinale Gebiet, das mit der Pleura abgedeckt ist);
  • Hinten – die Wurzel der rechten Lunge (die vordere Oberfläche).

Das System der oberen Hohlvene

Alle Gefäße, die in das System der oberen Hohlvene münden, liegen dem Herzen nahe genug, sodass sich unter dem Einfluss des Druckes die Effekte seiner Kammer auf sie übertragen; zudem wirken auf sie während der Atembewegungen des Brustkorbs. Durch diese Faktoren entsteht im System der oberen Hohlvene ein ausreichend starker negativer Blutdruck.

Die Hauptnebenvenen der oberen Hohlvene sind die plexus capitis (Hals- und Kopfvenen). In ihnen herrscht ebenfalls stets sehr niedriger Druck, weshalb das Risiko einer Luftembolie bei Verletzung dieser Venen besteht.

Das System der oberen Hohlvene bilden folgende Venen:

  • Die Gefäße des Halses und des Kopfes;
  • Die Venen der Brustwand sowie einige Venen der Bauchdecken;
  • Die Venen des oberen Schultergürtels und der oberen Extremitäten.

Das Blut aus der Brustwand fließt in den Nebenfluss der oberen Hohlvene – die unpaare Vene, welche das Blut aus den Interkostalvenen aufnimmt. In der unpaaren Vene befinden sich zwei Klappen, die in sie münden.

Die äußere Halsvene liegt auf Höhe des Kieferwinkels unterhalb des Ohrläppchens. In diese Vene fließt das Blut aus den Geweben und Organen, die im Kopf und im Hals gelegen sind. Zur äußeren Halsvene gehören hinter dem Ohr, okzipitale, supraclaviculäre und die Jugularis interna (Flurjaremnaja) Venen.

Die mediale Halsvene beginnt daneben an den jaremnigen Löchern des Schädels. Diese Vene bildet zusammen mit dem umherschwirrenden Nerv und der allgemeinen Kopfschlagader ein Bündel aus Gefäßen und Nerven des Halses sowie schließt Venen des Gehirns, meningeale, okuläre und diploitscheskije Venen ein.

Die Adergeflechte der Wirbeltiere, die in die obere Hohlvene einmünden, werden in mediale (innerhalb des Ductus) und äußere (auf der Körperoberfläche gelegene) unterteilt.

Das Syndrom der Kompression der oberen Hohlvene.

Das Syndrom der Kompression der oberen Hohlvene, das sich durch eine Verengung ihrer Durchgängigkeit manifestieren kann, entwickelt sich aus verschiedenen Gründen:

  • Im Rahmen des Fortschreitens onkologischer Erkrankungen. Bei Tumoren der Lunge und Lymphome sind die Lymphknoten häufig in unmittelbarer Nähe zur oberen Hohlvene gelegen; auch können Metastasen von Brustkrebs, Weichteilsarkomen oder Melanomen zu einer Verengung führen.
  • Auf dem Hintergrund kardiovaskulärer Funktionsstörungen;
  • Bei der Entwicklung einer retrosternalen Struma im Rahmen einer Schilddrüsenpathologie;
  • Im Verlauf bestimmter Infektionskrankheiten, wie Syphilis, Tuberkulose und Histoplasmose;
  • Durch iatrogene Faktoren;
  • Bei essentieller fibroser Mediastinitis.

Das Syndrom der Kompression der oberen Hohlvene kann je nach zugrundeliegendem Faktor allmählich fortschreiten oder sich rasch entwickeln. Zu den Hauptsymptomen gehören:

  • Schwellung
  • Husten
  • Anfallssyndrom
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Schwindel
  • Schluckstörung
  • Veränderung des Hautbildes
  • Schläfrigkeit
  • Atemnot
  • Ohnmachten;
  • Thorakodynien;
  • Anschwellen der Venen des Brustkorbes und in einigen Fällen – des Halses sowie der oberen Extremitäten;
  • Zyanose und Blutüberfüllung der oberen Abschnitte des Brustkorbes und des Patienten.

Zur Diagnosestellung des Syndroms der obere Hohlvene wird eine Röntgenuntersuchung, die in der Regel durchgeführt wird, verwendet, um den pathologischen Herd sichtbar zu machen sowie dessen Grenzen und Ausdehnungsgrad zu bestimmen. Zusätzlich werden in einigen Fällen folgende Verfahren angewendet:

  • Die Computertomographie – zur genaueren Erfassung der Organanordnung des Mediastinums;
  • Die Phlebographie – zur Einschätzung des Ausmaßes des Verschlussherdes sowie zur Differentialdiagnostik zwischen Gefäß- und Lymphgefäßerkrankungen.

Basierend auf den durchgeführten Untersuchungen unter Berücksichtigung der Geschwindigkeit des Fortschreitens des pathologischen Prozesses wird die Therapie (Pharmakotherapie, Chemotherapie oder operative Intervention) festgelegt.

Bei Vorliegen einer Thrombose als Ursache für die Venenveränderung erfolgt eine Thrombolyse, gefolgt von der Gabe von Gegenmitteln (z. B. Natriumheparin oder therapeutische Dosen Warfarin).

Ob Beachten Sie Folgendes:

In Großbritannien gibt es ein Gesetz, das Chirurgen erlaubt, Patienten von einer Operation abzulehnen, wenn sie Raucher oder übergewichtig sind; die operative Intervention wird ihnen nicht auferlegt.


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