Vitamin H

Das wasserlösliche Vitamin H, auch als antiseborrhoisches Vitamin bezeichnet, wird über die Nahrung aufgenommen und kann im Darm synthetisiert werden. Es nimmt an allen Austauschprozessen (Eiweiß-, Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel) teil; bei einem Defizit können Anämien sowie verschiedene Dermatosen entstehen. In einigen Quellen wird Biotin als Vitamin H oder Vitamin B7 bezeichnet.

Vitamin-H-Gehalt in Lebensmitteln

Die Bedeutung des antiseborrhoischen Vitamins: Vitamin H in Lebensmitteln

Das antiseborrhoische Vitamin wirkt fördernd auf die Bildung von Fettsäuren und unterstützt deren Verwertung gemeinsam mit den Kohlenhydraten. Der minimale Tagesbedarf beträgt etwa 0,15 bis 0,2 Milligramm. Für schwangere und stillende Frauen liegt dieser Bedarf bei 0,25 bis 0,3 Milligramm pro Tag.

Lebensmittel, die Vitamin H enthalten:

  • Hefen
  • Milch
  • Leber
  • Die Nieren;
  • Die Hühnereier;
  • Die Nüsse;
  • Der Fisch.

Zudem wird es in verschiedene Multivitamin-Komplexe aufgenommen, insbesondere bei akutem Vitaminbedarf (hoher Bedarf durch intensive körperliche Belastung) sowie bei vermindertem Konsum (Krankheiten des Verdauungstrakts, fortgeschrittenes Alter, unausgeglichene Ernährung). Im Gegensatz zu anderen Vitaminen ist das Risiko einer Überdosierung beim Biotin minimal.

Das Defizit an Vitamin H

Der Zustand der Haare – sowohl deren Gesundheit als auch die ausreichende Versorgung mit Biotin im menschlichen Organismus – stehen in direktem Zusammenhang. Biotin reguliert unter anderem die tägliche Anzahl der abfallenden Haare, dient als Prophylaxe gegen Haarausfall und schützt vor dem Entstehen grauer Haare.

Je nach Fortschreiten des Vitamin-H-Mangels treten Symptome wie Blässe, Trockenheit und Schuppenbildung der Haut auf; im Bereich der Lippen kann sich eine Entzündung entwickeln. Bei schweren Fällen werden Übelkeit, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Schwäche, Depression, Haarausfall, Bindehautentzündung, Muskelschmerzen sowie ein Verlust des Muskeltonus beobachtet; zudem können Verwirrungen in der Bewegungskoordination, Anämie, eine Erhöhung des Blutzuckerspiegels und erhöhte Werte für „schlechtes“ Cholesterin auftreten.

Ein alimentärer Vitamin-H-Mangel ist in der Praxis selten. Er tritt häufig bei Menschen auf, die über längere Zeit feuchte Eigelbe verzehren, da das darin enthaltene Protein die Aufnahme des Biotins hemmt. Zudem wird ein Defizit beobachtet bei Patienten mit parenteraler Ernährung über einen langen Zeitraum, wenn sie Biotin-Präparate nicht erhalten. Auch kann es bei langdauernder antibakterieller Therapie zu einem Mangel kommen, wenn die Darmmikroflora aufgrund der Antibiotika nicht mehr in der Lage ist, das Vitamin vollständig zu synthetisieren.

Ein Vitamin-H-Mangel kann auch im Zusammenhang mit einem Magnesiumdefizit auftreten, da Magnesium für die Aktivierung des Biotins notwendig ist; ferner bei dauerhaftem Konsum von Süßstoffen statt Zucker sowie bei Lebensmitteln, deren Konservierungsstoffe schwefelhaltige Verbindungen sind. Ein Defizit wird zudem bei Personen beobachtet, die Alkohol missbrauchen.

Milch und Nüsse – Quellen für Vitamin H

Ein Vitamin-H-Defizit lässt sich durch laborchemische Urinuntersuchungen bestätigen oder widerlegen; die Tagesausscheidung liegt zwischen 11 und 183 µg. Bei Verdacht auf ein Biotinmangel wird eine Probentherapie mit 10 mg Substanz pro Tag durchgeführt; eine klinische Besserung und das Verschwinden der Symptome bestätigen die Diagnose.

Ein Vitamin-H-Mangel kann bei erblichen Defekten des Biotinstoffwechsels (Biotidase-Defizienz) auftreten. Die Erkrankung zeigt sich häufig wenige Tage nach der Geburt, bleibt in einigen Fällen jedoch unbemerkt und entwickelt sich allmählich.

Bei gestörter Stoffwechselregulation wird das für die Epidermis wichtige Vitamin H durch Verdauung und Proteinaufnahme nicht ausgeschieden. Ohne Korrektur des Zustands treten bei dieser Patientengruppe psychische Verwirrungen, epileptiforme Krampfanfälle sowie Entwicklungsstörungen auf; im fortgeschrittenen Stadium entwickelt sich ein Koma mit tödlichem Ausgang. Zur Normalisierung der Lebensqualität ist eine tägliche Biotinzufuhr von 5–10 mg erforderlich.

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