Badekuren

Badekuren – Anwendung von künstlichem und natürlichem Mineralwasser zur Behandlung und Prophylaxe verschiedener Krankheiten. Eine Badekur umfasst eine Vielzahl (mehr als dreißig) unterschiedlicher Verfahren. Balneotherapie – Behandlung mit Mineralwasser

Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts bestand die Kurbehandlung aus den Verfahren der Badekur: dem Baden sowie Bädern mit Mineralwasser, vorzugsweise. Der Patientenaufenthalt in den Wasserbecken dauerte bis zu neunzehn Stunden und wurde von weltlichen Gesprächen begleitet. Damals ging man davon aus, dass das Heilwasser durch die Hautporen eindringt und Keime beliebiger Erkrankungen auswäscht.

Aussagen zu den Verfahren der Badekur

Die Verfahren der Badekur kommen bei Erkrankungen des Knochen- und Muskelsystems, des Nervensystems, des Kreislaufsystems sowie der Atmungsorgane zum Einsatz. Zudem werden sie bei Ernährungsstörungen und Stoffwechselveränderungen, bei Erkrankungen des subkutanen Gewebes und der Haut, bei langdauernden Vergiftungen, Hämopathien und Organerkrankungen, bei Augenkrankheiten, Erkrankungen des endokrinen Systems sowie Gefäßerkrankungen angewendet.

Allgemeine Kontraindikationen für die Badekur

Die Anwendung der Badekur ist bei bösartigen Neubildungen, ausgeprägter Atherosklerose, schwerem Diabetes mellitus, Thyreotoxikose, eitrigen Dermatitiden und Hautmykosen nicht empfehlenswert. Zudem sollte das Verfahren nach einem kürzlich erlittenen Herzinfarkt oder Schlaganfall, bei Herzaneurysma und großen Gefäßerkrankungen, bei Neigung zu dynamischen Störungen des Koronar- und Gehirnblutkreislaufs, bei Blutungsneigung sowie bei akuten entzündlichen Prozessen im Organismus vermieden werden.

Hauptmethoden der Badekur

Bei der Badekur werden Mineralwasser zur Vorbereitung der Bäder, als Getränk sowie für Magen-, Enteralkur und andere Formen der Einreibung genutzt; sie dienen zudem zum Waschen und Abtupfen. Das Prinzip des Effekts der Heilbäder basiert auf dem Einfluss hydrostatischer, mechanischer, radioflorider, thermischer und chemischer Faktoren auf den Organismus des Patienten. Bei der Anwendung der Badekur-Methoden werden die spezifischen Wirkungen des Mineralwassers mit dem mechanischen Reiz für Muskeln, Haut und Sehnen oder mit Leibesübungen ergänzt. Heute haben unter allen bekannten Methoden der Badekur vor allem Salzbäder, Radioflorid- (Radon-)Bäder sowie Gasbäder (Kohlensäure-, Stickstoff-) Verbreitung gefunden. Kohlensäurebäder wirken auf das Atmungssystem und den Blutkreislauf. Bei verschiedenen Formen schwerer Erkrankungen werden trockene Kohlensäurebäder eingesetzt; in speziellen Anlagen wirken sie auf den Patienten durch eine Mischung mit erhöhter Konzentration an kohlensaurem Gas.

Die Anwendung von Schwefelwasserstoff-Bädern stellt das gestörte Gleichgewicht der nervösen Prozesse wieder her, fördert die Funktion der sexuellen Drüsen sowie der Schilddrüse und wirkt schmerzstillend und entzündungshemmend. Der im Wasser gelöste Schwefelwasserstoff dringt über die Atemwege und die Haut in den Blutkreislauf ein. Das Verfahren der Balneotherapie

Stickstoffbäder wirken schmerzstillend und beruhigend; sie senken den arteriellen Blutdruck und verbessern die Hämodynamik.

Salzbäder werden aus jod- und bromhaltigen, chloridischen Natrium-Mineralwässern sowie aus Rapsen des Liman oder Seen und Meerwasser hergestellt. Diese Bäder wirken deutlich hydrostatisch und thermisch beruhigend sowie schmerzstillend. Radonbäder erzielen ebenfalls schmerzstillende und beruhigende Effekte und werden bei Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparats sowie peripherer Nervensysteme eingesetzt.

Wechselwärme-Bäder mit abwechselndem Einsatz von Mineralwasser unterschiedlicher Temperatur dienen zur Verbesserung der Hämodynamik bei Hautkrankheiten, Beingeschwüren und Endarteriitis der unteren Gliedmaßen.

Die Bewässerung des Kopfes sowie eine lokale Ganzkörperdusche werden bei Erkrankungen verschiedener Kopfbereiche, Neurosen, Neuralgien und Seborrhö eingesetzt.

Eine Badekur in Form einer steigenden (promotionalen) Dusche wird zur Behandlung von Geschlechtsorganerkrankungen, Prostatitis und Hämorrhoiden angewendet.

Die Wasserstrahlmassage mit Schwefelwasserstoff wird bei Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates, peripherer Nervensysteme sowie bei Adipositas eingesetzt.

Heilwasserbecken mit Meerwasser oder sulfidischen bzw. chloridischen Natrium-Mineralwässern werden üblicherweise für die Durchführung von Heilgymnastik bei Erkrankungen des Knochen-Muskelapparates genutzt.

Ob Sie sollten Folgendes beachten:

Patienten unter Antidepressiva-Therapie leiden häufig wieder an Depressionen; wer jedoch die Niedergeschlagenheit allein überwindet, hat alle Chancen, diesen Zustand dauerhaft zu vergessen.


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