Dopamin

Dopamin: Das Präparat mit vasokonstriktorer und kardiotroper Wirkung.

Darreichungsform und Inhalt

Dopamin wird als Konzentrat zur Herstellung von Infusionslösungen (in 5-mL-Ampullen, aufgestockt zu 5-, 10-, 250- oder 500-mL-Papppackungen bzw. Kartons) verabreicht.

Inhalt pro 1 ml:

  • Wirkstoff: Dopaminhydrochlorid – 5, 10, 20 oder 40 mg;
  • Hilfsstoffe: Natriumdisulfat, Chlorsäure 0,1 M (bis pH 3,5–5,0), Wasser für Injektionszwecke.

Anwendungsangaben

  • Schocks unterschiedlicher Genese (Herz-Kreislauf-Schock; nach Wiederherstellung des Blutvolumens – hypovolämisch, postoperativ, anaphylaktisch sowie infektiös-toxischer Schock)
  • Das Syndrom der niedrigen Herzleistung bei herzchirurgischen Patientinnen
  • Akute kardiovaskuläre Insuffizienz
  • Arterielle Hypotonie

Kontraindikationen

  • Thyreotoxikose
  • Tachyarrhythmien
  • Phäochromozytome
  • Kammerflimmern
  • Gleichzeitige Anwendung von Monoaminoxidasehemmern, Halogenverbindungen der Narkotika sowie Cyclopropan
  • Überempfindlichkeit gegenüber den Wirkstoffen des Präparats

Dopamin darf bei stillenden und schwangeren Frauen, Kindern bis zum 18. Lebensjahr sowie Patientinnen mit Hypovolämie, Aortenisthmusstenose, Herzinfarkt, Rhythmusstörungen (Kammerflimmern, Vorhofflimmern), metabolischer Azidose, Hyperkapnie, Hypoxie, Hypertonie im kleinen Kreislauf, okklusiven Angiopathien (einschließlich Blutpfropfembolie, Atherosklerose, diabetische Endarteritis, obliterierende Thrombangiitis, obliterierende Endarteritis, Morbus Rejano), Diabetes mellitus und Bronchialasthma (bei nachgewiesener erhöhter Disulfat-Sensitivität in der Anamnese) nicht angewendet werden.

Anwendung und Dosierung

Die Verabreichung erfolgt intravenös in Form einer Tropfinfusion.

Die Dosierung wird individuell je nach arteriellem Blutdruck, Schweregrad des Schocks sowie der Reaktion des Patienten auf die Therapie festgelegt:

  • Niedrigdosisbereich: 0,1–0,25 mg/min (0,0015–0,0035 mg/kg/Min) – zur Erzielung eines inotropen Effekts (Steigerung der kontraktilen Herzleistung) und zur Förderung der Diurese;
  • Mitteldosis-Bereich: 0,3–0,7 mg/min (0,004–0,01 mg/kg/Min) – zur Unterstützung einer intensiven chirurgischen Therapie;
  • Hochdosis-Bereich: 0,75–1,5 mg/min (0,0105–0,021 mg/kg/Min) – bei septischem Schock.

Zur Beeinflussung des arteriellen Blutdrucks wird eine Dosissteigerung bis auf 0,5 mg/min und darüber empfohlen; alternativ kann bei anhaltendem Dopamin-Bedarf Noradrenalin in einer Dosierung von 0,005 mg/kg/Min (bei einem Körpergewicht des Patienten von 70 kg) zusätzlich verabreicht werden.

Eine weitere Dosissteigerung ist unabhängig vom gewählten Dosierungsbereich bei Auftreten von Herzrhythmusstörungen kontraindiziert.

Bei Kindern wird das Präparat in einer Dosis von 0,004–0,006 mg/kg/Min (maximal 0,01 mg/kg/Min) verabreicht; im Gegensatz zu Erwachsenen muss die Dosierung bei Kindern schrittweise ausgehend von der Minimaldosis erhöht werden.

Die Geschwindigkeit der Dopamin-Gabe muss individuell angepasst werden, um eine optimale Reaktion des Patienten zu erzielen; meist gelingt es, den befriedigenden Zustand bei Dosierungen von weniger als 0,02 mg/kg pro Minute aufrechtzuerhalten.

Die Dauer der Infusion richtet sich nach den individuellen Besonderheiten des Patienten; positive Therapieerfahrungen liegen für Zeiträume bis zu 28 Tagen vor. Das Absetzen des Präparats nach Stabilisierung der klinischen Situation muss schrittweise erfolgen.

Für die Zubereitung können verwendet werden: 5 %ige Dextrose-Lösung, Ringer-Lactat und Natrium-Lactat sowie 0,9 %ige Natriumchlorid-Lösung (einschließlich Mischungen). Zur intravenösen Infusion von 400–800 mg Dopamin werden 250 ml Lösungsmittel benötigt, um eine Konzentration von 1,6–3,2 mg/ml zu erreichen. Die Infusionslösung muss unmittelbar vor der Anwendung hergestellt werden (Stabilität: bis zu 24 Stunden; bei Mischung mit Ringer-Lactat maximal 6 Stunden). Die Dopamin-Lösung sollte farblos und klar sein.

Nebenwirkungen

Im Rahmen der Therapie können Störungen einzelner Organsysteme auftreten, wie folgt:

  • Kardiovaskuläres System: Häufig treten Bradykardie oder Tachykardie, Angina pectoris, Palpitationen sowie eine Erhöhung des linksventrikulären enddiastolischen Blutdrucks auf. Zudem können Leitungsstörungen, Senkung oder Erhöhung des arteriellen Blutdrucks sowie Vasospasmus vorkommen; bei hohen Dosen entwickeln sich supraventrikuläre oder ventrikuläre Arrhythmien.
  • Zentralnervensystem: Häufig treten Kopfschmerzen auf. Seltener sind Schwindel, Angstzustände und Mydriase.
  • Verdauungssystem: Häufig treten Übelkeit und Erbrechen auf.
  • Allergische Reaktionen: Bei Patienten mit bronchialer Asthma können Schocks oder Bronchospasmen auftreten.
  • Lokale Reaktionen: Bei subkutaner Applikation von Dopamin können Nekrosen des subkutanen Gewebes und der Haut auftreten.
  • Die übrigen Nebenwirkungen treten weniger häufig auf (Azotämie, Dyspnoe, Piloerektion); selten tritt Polyurie ein (bei Gabe niedriger Dosen).

Besondere Hinweise

Bei Patienten im Schockzustand ist vor der Gabe von Dopamin eine Hypovolämie notwendig; es ist erforderlich, die Plasmanfusion sowie andere hämostatische Flüssigkeiten vorzusehen.

Die Infusion erfolgt unter Kontrolle des arteriellen Blutdrucks, der Herzfrequenz, der Diurese und des minutengenauen Volumens. Bei Abnahme der Diurese ohne begleitende Senkung des arteriellen Blutdrucks muss die Dopamin-Dosis verringert werden.

Monoaminoxidasehemmer können Arrhythmien, Kopfschmerzen, Erbrechen sowie andere Manifestationen hypertensiver Krisen hervorrufen. Daher ist bei Patienten, die in den letzten 2 bis 3 Wochen Monoaminoxidasehemmer eingenommen haben, eine Dopamin-Gabe in Anfangsdosen erforderlich, die nicht mehr 10 % der üblichen Dosen betragen.

Bei streng kontrollierten Studien zur Anwendung von Dopamin wurden keine Ergebnisse für Patienten unter 18 Jahren ermittelt; es liegen isolierte Berichte über Arrhythmien und Angina pectoris vor, die auf extravasale Infiltration (Verbreitung des Präparats in das Gewebe infolge Venenschädigung) bei intravenöser Gabe zurückzuführen sind. Um das Risiko von Nekrosen zu minimieren, ist es empfehlenswert, große Venen möglichst zu wählen; bei extravasaler Infiltration muss sofort eine Infusion von 0,9 %iger Natriumchlorid-Lösung in einer Dosis von 10–15 ml zusammen mit 5–10 mg Fentolamin erfolgen.

Die Bestimmung des Dopamins bei okkludierenden peripheren Gefäßerkrankungen und/oder dem DIC-Syndrom (disseminierte intravasale Gerinnung) in der Anamnese kann zu starker Vasokonstriktion führen, gefolgt von Hautnekrosen und Angina pectoris; eine sorgfältige Überwachung ist erforderlich, und bei Verdacht auf periphere Ischämie muss die Dopamin-Gabe sofort eingestellt werden.

Arzneimittelinteraktionen

Die gleichzeitige Gabe von Dopamin in Kombination mit bestimmten Medikamenten kann zu unerwünschten Wechselwirkungen führen.

  • Adrenerge Stimulanzien sowie Monoaminoxidasehemmer (einschließlich Furazolidon, Prokarbazin und Selegilin) führen in Kombination mit Dopamin zu einer Verlängerung und Verstärkung der kardiostimulatorischen und pressorischen Effekte; dies potenziert den sympathikomimetischen Effekt.
  • Diuretika: Verstärkung des diuretischen Effekts.
  • Inhalative Anästhetika (abgeleitete Kohlenwasserstoffe wie Isofluran, Chloroform, Cyclopropan, Halothan, Enfluran und Methoxyfluran), trizyklische Antidepressiva sowie sympathomimetika (z. B. Maprotilin oder Kokain): Verstärkung des kardiotoxischen Effekts.
  • Beta-Adrenoblocker (z. B. Propranolol) und Butyrophenone: Abschwächung der dopaminergen Wirkung.
  • Guanethidin, Guanadrel, Methyldopa und Mekamylamin sowie Rauwolfia-Alkaloide (die Letzteren verstärken den Effekt von Dopamin): Abschwächung ihres blutdrucksenkenden Effekts.
  • Levodopa: Erhöhung der Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung von Arrhythmien.
  • Schilddrüsenhormone: Mögliche gegenseitige Verstärkung ihrer Wirkung.
  • Ergotamin, Ergometrin, Oxytocin und Methylergometrin: Verstärkung des Vasokonstriktions-Effekts sowie das Risiko für die Entwicklung eines Antoniusfeuers, einer Ischämie und einer schweren arteriellen Hypertonie bis hin zum intrakraniellen Bluterguss.

Dopamin kann den antianginalen Effekt von Nitratpräparaten herabsetzen. Nitrate können ihrerseits den pressorischen Effekt von Sympathomimetika abschwächen, wobei das Risiko für eine arterielle Hypotonie zunimmt (die gleichzeitige Anwendung ist je nach therapeutischem Ziel möglich).

Phenytoin kann Bradykardie und arterielle Hypotonie auslösen (abhängig von Applikationsgeschwindigkeit und Dosis), während Mutterkornalkaloide die Entwicklung eines Antoniusfeuers sowie eine Vasokonstriktion fördern.

Dopamin ist pharmazeutisch mit Oxidationsmitteln, alkalischen Lösungen (die Dopamin inaktivieren), Thiamin (das zur Zerstörung von Vitamin B1 führt) sowie Eisen-Salzen unvereinbar; bei der Kombination mit Herzglykosiden kann eine additive inotrope Wirkung eintreten, wobei die Kontrolle des EKGs aufgrund des erhöhten Arrhythmie-Risikos erforderlich ist.

Die Lagerfristen und -bedingungen

Das Präparat ist lichtgeschützt an einem für Kinder unzugänglichen Ort bei einer Temperatur von 8 bis 25 °C aufzubewahren.

Die Haltbarkeitsdauer beträgt drei Jahre.

Ob Bitte beachten Sie Folgendes:

Im Bemühen, Patienten zu heilen, übertreiben Ärzte häufig die Risiken. So hat beispielsweise Charles Jensen zwischen 1954 und 1994 mehr als 900 Operationen zur Entfernung von Tumoren durchgeführt.


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