Galaktorrhöe

Galaktorrhöe – ein Prozess der Milchabsonderung aus den Brustdrüsen, der Milch oder milchähnlichen Flüssigkeit.

Galaktorrhoe – Ausfluss einer milchähnlichen Flüssigkeit aus der Brust Bei der Schwangerschaft und der Laktation ist die Galaktorrhoe ein physiologischer Zustand. Wird das Syndrom der Galaktorrhöe bei einer Frau außerhalb der Schwangerschaft beobachtet oder dauert es länger als sechs Monate nach dem Absetzen, handelt es sich um eine Pathologie. Charakteristisch für dieses Syndrom ist die Milchabsonderung infolge Berührung der Brust oder ihrer Stimulation. Es kann vorkommen, dass Flüssigkeit ohne sichtbaren Grund abgesondert wird. Der Umfang des absondernden Sekrets kann sowohl reichlich als auch gering sein.

Galaktorrhöe kann auch bei Männern vorkommen, tritt bei Frauen jedoch deutlich häufiger auf.

Hauptursachen der Galaktorrhöe

Die Regulation der Milchabsonderung im Körper erfolgt durch die Zusammenarbeit bestimmter Hormone, deren Funktion im Hypophysen- und Hypothalamusbereich gesteuert wird. Bei Störungen dieser Prozesse entwickelt sich die vorliegende Pathologie. Zu den häufigsten Ursachen gehören:

  • Vorhandensein einer Geschwulst in der Vorderhypophyse (Prolaktinom, Somatotropinom);
  • Störungen der regulatorischen Einflüsse des Hypothalamus auf die Hypophyse
  • Funktionsstörungen der Schilddrüse (Hypothyreose oder Hyperthyreose)
  • Ein Ungleichgewicht des optimalen Hormonhaushalts im Körper
  • Schwangerschaft sowie die Stillphase
  • Niereninsuffizienz oder Nierenmangel
  • Nebennierenpathologie (östrogenproduzierende Tumore, Hypokortizismus)
  • Zu häufige Selbstuntersuchung der Brust auf das Vorhandensein von Tumoren (täglich oder mehrmals täglich)
  • Die Einnahme bestimmter Medikamente, die eine hormonelle Dysbalance verursachen
  • Eierstockpathologien (z. B. Polyzystisches Ovarialsyndrom)
  • Sie gelten als heilig
  • Pathologische Reflexaktivierung durch mechanische oder saugende Stimulation der Milchdrüsen
  • Drogenkonsum (z. B. Opioide, Cannabis)
  • Das Tragen ungeeigneter und zu enger Kleidung
  • Die Phytopharmakotherapie mit Mitteln, die den hormonellen Hintergrund des Organismus beeinflussen (Fenchel, Anis, Brennnessel)

Wenn der genaue Auslöser der Galaktorrhö nicht geklärt ist, wird diese Form als essentielle Galaktorrhö bezeichnet.

Symptome der Galaktorrhö

Ein Hauptsymptom der Galaktorrhö ist eine Störung des Menstruationszyklus: Es kommt entweder zur vollständigen Ausbleiben oder zu einem sehr dürftigen und unregelmäßigen Ablauf. Das Syndrom der Galaktorrhö kann auch ohne Zyklusstörungen verlaufen; in diesem Fall empfindet die Patientin keine Veränderungen im Organismus.

Eine Störung des Menstruationszyklus wird in der Regel von folgenden Symptomen der Galaktorrhö begleitet: Schwere und Anschwellen der Brustdrüsen, Kopfschmerzen sowie dumpfe Schmerzen in den Brüsten. Möglich sind zudem eine verstärkte Haarwuchsneigung auf der Brust und Sehstörungen. Ein weiteres Symptom ist die Entwicklung einer Gynäkomastie (Brustwachstum bei Frauen). Eine Senkung der Libido ist ebenfalls möglich. Durch reichliche Absonderungen können Ekzeme und Hautmacerationen entstehen.

Die Farbe des Sekrets ist bei der Galaktorrhöe diagnostisch bedeutsam. Ein milchiges Aussehen weist auf das Vorhandensein von Kasein und Laktolose hin, was eine Ausscheidung physiologischer Muttermilch bedeutet. Ist die Farbe jedoch braun oder grünlich und unterscheidet sich vom typischen Muttermilchbild, so deutet dies auf endokrine Störungen hin. Rötliche bis blutige Sekrete signalisieren das Vorliegen von Tumoren in der Milchdrüse. Tumor im vorderen Hypophysenbereich – eine der Ursachen für Galaktorrhoe

Diagnostik der Galaktorrhöe

Die Therapie der Galaktorrhöe richtet sich nach der Beseitigung ihrer Ursache. Da die Ursachen vielfältig sein können, ist für die Diagnosestellung oft eine Vielzahl von Untersuchungen erforderlich.

Die Diagnostik beginnt mit einer allgemeinen Untersuchung des Patienten und einer Anamneseerhebung. Diese Angaben können bei der Klärung der Ursache der Galaktorrhöe helfen.

Bei Verdacht auf eine Hypophysengeschwulst wird der Patient an einen Augenarzt überwiesen; es werden Computertomographie oder Magnetresonanztomographie durchgeführt. Zudem muss das Hormonprofil im Blut, insbesondere Prolaktin, bestimmt werden, um die Ursache der Galaktorrhöe zu klären.

Die umfassende Diagnostik umfasst Ultraschalluntersuchungen von Leber, Eierstöcken, Nieren und Milchdrüsen sowie die Untersuchung der wichtigsten Lymphknotenregionen. Fehlt eine Klärung des Grundes, können zusätzliche diagnostische Verfahren eingeleitet werden.

Behandlung der Galaktorrhöe

Als Erstmaßnahme bei der Therapie der Galaktorrhöe ist es notwendig, die zugrundeliegende Ursache zu beseitigen; dies trägt in der Regel zur Reduktion oder vollständigen Elimination der Symptome bei. Fehlt eine Klärung des Grundes, werden medikamentöse Präparate verschrieben, die den Prolaktinspiegel im Blut senken. Bei leichter essentieller Galaktorrhöe werden Medikamente oft nicht eingesetzt, sondern es wird empfohlen, das Tragen von BH zu unterlassen.

Ist die Ursache eine Geschwulst, so ist keine Panik geboten; in der Regel sind solche Tumoren selten bösartig und sprechen meist gut auf die Therapie an. Je nach individuellem Fall kann entweder eine medikamentöse oder eine chirurgische Behandlung gewählt werden.

Es kommt vor, dass eine Behandlung der Galaktorrhöe gar nicht erforderlich ist, da sie zur spontanen Selbstheilung neigt. In diesem Fall muss lediglich während eines bestimmten Zeitraums die Stimulation der Brustdrüsen vermieden werden.

Ob Wissen Sie Folgendes:

Es gibt sehr interessante medizinische Syndrome; so beispielsweise das Syndrom des pathologischen Sammelns von Gegenständen. Bei einer Patientin, die an dieser Manie litt, wurden im Magen 2500 fremde Gegenstände gefunden.


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