Hirudotherapie

Hirudotherapie ist ein medizinischer Fachbereich, in dem bei der Behandlung medizinische Blutegel eingesetzt werden.

Hirudotherapie – medizinischer Spezialist, der bei Behandlungen medizinische Blutegel einsetzt

Die Hirudotherapie darf nicht auf neue Behandlungsmethoden reduziert werden. Nach historischen Quellen wurde sie bereits im antiken Griechenland von Ärzten breit angewendet. Der Begriff leitet sich von lateinisch "hirudo" (Blutegel) und griechisch "therapeia" (Behandlung) ab. Über den Nutzen und die Effektivität der Behandlung mit medizinischen Blutegeln schrieben Galen, Hippokrates und Avicenna; seit langem gelten Hirudotherapeuten als Experten für ein breites Profil, das sie befähigt, viele schwere Erkrankungen schnell und ergebnisreich zu heilen.

Der therapeutische Effekt der Hirudotherapie

Der therapeutische Effekt der Hirudotherapie resultiert aus einer Kombination von mechanischen, reflektorischen und biologischen Mechanismen.

Die Behandlung mit medizinischen Blutegeln gilt als eine ausreichend schonende Methode. Ihre Grundlage liegt in der Blutung, die sich ansaugende Egel herbeirufen.

Zusätzlich zur Verringerung der venösen Stauung und zur Verbesserung der Durchblutung des betroffenen Körperabschnitts gelangen Substanzen ins Blut, die entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkungen entfalten.

Neben etwa 30 Arten lassen sich weitere therapeutische Effekte des medizinischen Blutegels auf den Organismus unterscheiden. Zu den wichtigsten zählen:

  • das allgemeine reflektorische
  • immunstimulierender Effekt
  • das thrombolytische
  • das antikoagulative
  • das antihypoxische
  • das prothrombotische
  • das antimikrobiostatische
  • prothrombotisch
  • drucksenkend
  • analgetisch
  • das Drainieren

Die Leistungen der Hirudotherapie

Mit dieser Behandlungsmethode können sich nur erfahrene medizinische Fachkräfte, in der Regel Internisten, beschäftigen. In der Regel entwickelt der Hirudotherapeut für jeden einzelnen Fall die diagnostischen Methoden sowie das Therapieschema.

Der Hirudotherapeut kann bei der Behandlung einer ganzen Reihe verschiedener Erkrankungen eingesetzt werden, bei denen er nützlich ist:

  • Zu den rheumatologischen Erkrankungen zählen rheumatoide Arthritis und Arthrose sowie Sklerodermie.
  • Zu den Hautkrankheiten zählen Pyodermie, Sklerodermie, Haarausfall, Furunkulose, Karbunkel, Psoriasis sowie Ekzem.
  • Zu den neurologischen Erkrankungen gehören Neuritisen und Paresen.
  • Zu den ophthalmologischen Erkrankungen zählen Keratitis und Glaukom.
  • Zu den gynäkologischen Problemen gehören Unfruchtbarkeit, Störung des Menstruationszyklus, Mastopathie, Portioerosion sowie Ovarialzyste.
  • Zu den Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen zählen Ohrenentzündung sowie Erkrankungen des Nasenrachenraums.
  • Zu den urologischen Erkrankungen gehören erneute Unfruchtbarkeit bei Männern, Prostataadenom, langdauernde Prostatitis und Nierenerkrankungen.
  • Zu den Stoffwechselstörungen zählen Fettstoffwechselstörung (Adipositas), diathetische Veranlagung sowie Gicht.
  • Zu den kardiologischen Erkrankungen gehören Kreislaufinsuffizienz, Hypertonie, Myokarditis, ischämische Herzkrankheit und Herzinfarkt.
  • Erkrankungen des kardiovaskulären Systems – Thrombophlebitis, Phlebothrombose sowie Venenerkrankungen.

Außerdem kann die Hirudotherapie kosmetologische Probleme wie Cellulite, schlechte Hautfarbe und Falten behandeln.

Da die Hirudotherapie eine universelle Heilmethode darstellt, bedarf es seitens des Therapeuten fundierter Kenntnisse in zahlreichen medizinischen Disziplinen sowie der Fähigkeit, individuelle Behandlungspläne je nach Erkrankung zu erstellen.

Nach dem Heilkurs erstellt der Arzt ein Schema zur Prophylaxe der Krankheit und zur Stärkung des Immunsystems.

In der Regel umfasst die Hirudotherapie-Kurbehandlung bis zu zehn Sitzungen; jede Sitzung dauert mindestens eine Stunde. Die bei der Behandlung eingesetzten Blutegel werden ausschließlich einmalig verwendet, wodurch das Risiko einer Ansteckung anderer Patienten ausgeschlossen ist.

Kontraindikationen zur Hirudotherapie

Vor Beginn der Behandlung sollte der Arzt die medizinischen Unterlagen jedes Patienten sorgfältig prüfen, da es eine Reihe von Erkrankungen gibt, bei denen die Behandlung mit Blutegeln kontraindiziert ist. Darunter:

  • Hämophilie;
  • Hämorrhagische Diathese;
  • Langanhaltende Anämie.

Obwohl diese Behandlung sicher ist, raten Ärzte von der Anwendung von Blutegeln während einer Schwangerschaft sowie bei Hypotonie und Niereninsuffizienz ab.

Ob Bitte beachten Sie:

Die seltenste Erkrankung ist die sogenannte 'Kura'-Krankheit, die ausschließlich Vertreter des Stammes der Fore in Neuguinea betrifft. Der Patient stirbt vor Lachen. Als Ursache für das Auftreten dieser Krankheit wird angenommen, dass sie durch den Verzehr menschlichen Gehirns ausgelöst wird.


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