Keratokonus

Symptome des Keratokonus

Keratokonus (vom griechischen Wort «kerato» – Hornhaut und «konos» – Kegel) bezeichnet eine Erkrankung der Hornhaut, bei der diese kegelförmige Auswölbungen entwickelt. Durch degenerative Prozesse werden Lamellen der Hornhaut (die Bowman-Schicht) zerstört, was zu einem Verlust der Hornhauthärte führt; unter dem Druck des Kammerwassers wird die Hornhaut nach außen vorgewölbt. Der Keratokonus führt zu einer starken Sehverschlechterung, doch ein vollständiger Verlust der Sehfähigkeit tritt fast nie auf.

Der Keratokonus ist nicht selten: Laut medizinischer Statistik erkranken etwa 1 von 2000 Menschen. Die Häufigkeit der Erkrankung hängt weder vom Geschlecht noch von der ethnischen Zugehörigkeit ab; die ersten Symptome treten in der Regel nach dem Beginn der Pubertät und bis zum 20. Lebensjahr auf.

Ursachen des Keratokonus

Die genauen Ursachen für das Auftreten degenerativer Prozesse in der Hornhaut, die zum Keratokonus führen, sind bisher unbekannt. Ein sicherer Einflussfaktor ist jedoch das Vorliegen von Autoimmunprozessen, bei denen Immunzellen körpereigene Strukturen zerstören. Diese Annahme wird gestützt durch Beobachtungen, dass der Keratokonus häufig bei Menschen auftritt, die an Bronchialasthma leiden oder andere immunologische Auffälligkeiten haben.

Zu den Faktoren, die zur Entstehung eines Keratokonus beitragen, gehört die Langzeitgabe von Kortikosteroiden. Dies beeinflusst das Immunsystem und untermauert dessen Rolle bei der Krankheitsentstehung.

Es wurde eine Abhängigkeit der Häufigkeit des Keratokonuses von ungünstigen ökologischen Bedingungen festgestellt: Ein langdauernder Aufenthalt in staubiger Luft führt zu wiederkehrenden Mikrotraumen an der Hornhaut. Zudem deuten Hinweise auf den Einfluss genetischer Faktoren auf die Entwicklung der Erkrankung hin. In den meisten Fällen bleibt jedoch die genaue Ursache des Keratokonus ungeklärt.

Symptome des Keratokonus

In der Regel treten die Symptome des Keratokonus zunächst in einem Auge auf; später schreitet der Prozess auch auf das zweite Auge über. Der Keratokonus findet selten nur in einem Auge statt, häufiger sind verschiedene Stadien seiner Erscheinungsform in beiden Augen. Ein Hauptsymptom ist die Sehverschlechterung: Zuerst bemerken Patienten diese bei schlechter Beleuchtung, später wird die Verschmierung des Bildes auch bei gutem Lichtverhältnis deutlich. Die Augen ermüden schnell, und es können unangenehme Empfindungen wie Jucken oder Brennen auftreten.

Patienten mit Keratokonus beschreiben das Sehen vor den Augen als unscharfes Bild, vergleichbar mit dem Blick durch ein Glas in starkem Regen. Das Symptom Monokulare Polyopie – wenn anstelle eines einzigen Bildes mehrere wahrgenommen werden –, ist charakteristisch und besonders beim Erkennen heller Gegenstände auf dunklem Hintergrund ausgeprägt. Dem Patienten wird angeboten, einen weißen Punkt auf schwarzem Papier zu betrachten; statt des zentralen Punktes sieht er mehrere Punkte, die chaotisch über das Blatt verteilt sind, wobei sich diese Anordnung bei der Prüfung nach einiger Zeit nicht ändert.

Der Patient ist bei der Auswahl der Korrekturlinsen verlegen und benötigt einen häufigen Wechsel derselben.

Die Symptome des Keratokonus schreiten gewöhnlich im Laufe von Monaten oder Jahren fort, bevor die Erkrankung stagniert und auf einem bestimmten Stand bleibt. In seltenen Fällen schreitet der Keratokonus ununterbrochen weiter, was zu häufigen Hornhautbrüchen und einer Gefahr für den Augenverlust führen kann.

Diagnostik des Keratokonus

Der Arzt erhebt zunächst eine sorgfältige Anamnese und prüft die Sehschärfe. Bei der Spaltlampenuntersuchung stellt das Vorhandensein des Fleischer-Rings eines der diagnostischen Merkmale dar. Wird die Skiaskopie angewendet – ein Untersuchungsverfahren, bei dem ein Lichtstrahl auf die Hornhaut gerichtet wird –, entsteht beim Keratokonus der sogenannte Schereneffekt: Zwei widergespiegelte Lichtstreifen bewegen sich wie die Schneiden einer Schere.

Eine der aussagekräftigsten und genauesten modernen Diagnosemethoden ist die Anwendung des optischen Topographen zur Erstellung topographischer Karten der Hornhaut. Diese Methode ermöglicht es, den Keratokonus bereits in frühen Stadien zu erkennen; durch die Analyse der topographischen Karten über bestimmte Zeiträume lässt sich der Krankheitsverlauf dynamisch beobachten.

Behandlung des Keratokonus

Behandlung des Keratokonus Je nach Verlauf des Prozesses (schnelles Fortschreiten, Neigung zu Rückfällen oder im Gegenteil: langsame Symptomsteigerung mit längeren Phasen der Stabilität) kann die Behandlung chirurgisch sein.

Zu den konservativen Behandlungsmethoden gehören:

  • Die Korrektur mit halbstarren Kontaktlinsen basiert auf dem mechanischen Einpressen des Hornhautkonus durch spezielle Linsen, die im Zentrum hart und an der Peripherie weich sind.
  • Die Kollagen-Kreuzvernetzung (Corneal Collagen Crosslinking, CCL) ist eine relativ neue, jedoch hervorragend bewährte Methode zur Festigung der Hornhaut und Erhöhung ihrer Härte auf das 300-fache. Das Prinzip dieser Methode besteht in der Entfernung oberflächlicher Hornhautschichten, dem Einträufeln von Riboflavin sowie der anschließenden Bestrahlung des Auges mit einer ultravioletten Lampe für 30 Minuten. Anschließend wird ein spezielles Kontaktlinsen-Schutzschild angepasst, das die Hornhaut während der Regenerationsprozesse schützt. Diese Behandlung des Keratokonus ist sicher und wenig invasiv; sie erfolgt ambulant und erfordert keine allgemeine Narkose.

Bei schwerem Verlauf ist eine Operation im fortgeschrittenen Stadium des Keratokonus notwendig, da häufige Hornhautrupturen das Risiko eines Augenverlustes darstellen. Bisher werden zwei Operationsarten beim Keratokonus angewendet:

  • Implantation intrastromaler Ringsegmente (IKS) in die Hornhaut – feine Polymerbögen, die auf beiden Seiten des Augensehlochs liegen und durch den konstanten Blutdruck den Konus komprimieren.
  • Hornhauttransplantation oder -ersatz – die klassische Operationsmethode beim Keratokonus, bei der das eigene Hornhautgewebe entfernt und durch Spendergewebe ersetzt wird.

Therapie des Keratokonus mit Volksheilmitteln.

Bei der Behandlung des Keratokonus dienen Volksheilmittel als allgemeine Stärkungsmittel sowie prophylaktisch zur Vermeidung von Komplikationen wie Hornhautrupturen. Im Falle von Juckreiz, Brennen und schneller Ermüdung der Augen wird das Waschen mit Aufgüssen aus Heilkräutern (Kamille, Salbei, Mutter-und-Stiefmutter) empfohlen. Diese Kräuter können zudem als Tees zur immunologischen Unterstützung eingesetzt werden, beispielsweise Echinacea-Tee.

Ein weiteres Volksheilmittel bei der Behandlung des Keratokonus ist Honig sowie andere Produkte der Bienenzucht. Honig und Propolis werden lokal in Form von wässrigen Lösungen sowie systemisch als Nahrungsmittel eingesetzt; sie wirken dabei als allgemeine Stärkungsmittel und Immunstimulanzien.

Ob Wissenswertes:

Gebildete Menschen weisen ein geringeres Risiko für Hirnerkrankungen auf; intellektuelle Aktivität fördert die Bildung einer zusätzlichen Struktur, die krankhafte Prozesse kompensiert.


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