Die Entwicklung der Medizin hat Todesursachen durch Infektionskrankheiten zurückgedrängt. Stattdessen haben sich Erkrankungen, die mit Stoffwechselstörungen einhergehen, an die erste Stelle gerückt. Zu den Haupttodesursachen zählen pathologische Veränderungen des hämodynamischen Systems (Blutkreislauf). Die Bildung von Blutgerinnseln führt zur Verschlussreaktion der Gefäße sowie zum Auslösen von Infarkten in Organen wie dem Herzmuskel, den Nieren und dem Gehirn. Dem Beginn dieses Prozesses geht eine Fehlernährung voran – das sogenannte metabolische Syndrom, das als Pandemie des 21. Jahrhunderts gilt. Es ist eng mit einer bewegungsarmen Lebensweise sowie ernährungsbedingten Fehlern verbunden. Die Ablagerung von Fettreserven im Körper führt zu einer Störung der Stoffwechselregulation, die sich in zwei Komponenten unterteilen lässt:
Das Ungleichgewicht zwischen diesen Prozessen führt zu einer Verschiebung der Energie zugunsten der Ablagerung im Fettgewebe. So entwickelt sich das metabolische Syndrom, dessen Symptome durch vaskuläre Störungen in allen Organen manifestiert werden. In erster Linie leiden jedoch die Gefäße mittleren Durchmessers: Arterien und Venen.
Die Gesamtheit der Symptome, die auf eine Stoffwechselstörung hindeuten, hat eine gemeinsame Ursache: die Insulinresistenz. Folgende Faktoren tragen zu ihrer Entstehung bei:
Die genetische Analyse von Stammbäumen macht eine Veranlagung zur Insulinresistenz bereits in einer Generation sichtbar. Das bedeutet: Befindet sich bei Großeltern das metabolische Syndrom, so befinden sich Enkelinnen und Enkel ab Geburt in der Risikozone.
Bei Menschen, die unter extremen Bedingungen leben, entwickelt sich eine Fettüberwucherung selten. Der Organismus stellt sich auf Kosten von Energie ein; die Fettreserven werden tatsächlich nicht mobilisiert. Dieser ähnliche Zustand wird vererbt, wobei Umweltfaktoren wesentliche Modifikationen zum festgelegten Genotyp beitragen. Befindet sich der Mensch in günstigen Bedingungen, so verbraucht er keine Energie und versorgt sich damit "für den Notfall".
Die am weitesten verbreitete Form der Insulinresistenz ist die Hypokinesie in Kombination mit einer kohlenhydratreichen Ernährung. Diese werden leicht zu Glucose abgebaut, und die eingesparte Energie wird für die Synthese von Fettgewebe genutzt, das ein endokrines Organ darstellt, welches einen ständigen Bedarf an diesem Brennstoff aufweist.
Dennoch entwickelt sich bei Menschen mit genetischer Veranlagung das metabolische Syndrom schneller, und seine klinischen Erscheinungsformen sind schwerwiegender.
Unter Insulinresistenz versteht man eine verminderte Empfindlichkeit gegenüber Insulin. Insulin ist ein wichtiges Hormon, das Stoffwechselprozesse steuert. Nährstoffe, die im Blut zirkulieren, können ohne Insulin nicht in die Speicher für die Energiebereitstellung aufgenommen werden. Es entsteht eine paradoxe Situation: Die Glukosekonzentration im Blut ist erhöht, während die Speicher gleichzeitig einen akuten Mangel an Kohlenhydraten aufweisen. Der Zustand der Insulinresistenz wird zunächst durch eine gesteigerte Hormonsekretion der Bauchspeicheldrüse kompensiert. Im weiteren Verlauf entwickelt sich das vollständige Krankheitsbild, das dem metabolischen Syndrom entspricht und Ähnlichkeiten mit dem Typ-II-Diabetes aufweist. Die Langerhans-Inseln in der Bauchspeicheldrüse werden erschöpft, woraufhin die Produktion von eigenem Insulin einstellt.
Das metabolische Syndrom ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:
Die Komplikationen des metabolischen Syndroms ähneln denen beim Typ-2-Diabetes.
Beim Erkennen der Merkmale steht vorrangig die Änderung des Lebensstils im Fokus; eine körperliche Inaktivität in Beruf und Alltag wird durch sportliche Aktivitäten ausgeglichen. Es ist ratsam, mit täglicher Morgengymnastik zu beginnen.
Auf Rauch und Alkohol zu verzichten: Beide Substanzen wirken auf das Endocannabinoidsystem, was zu gesteigertem Appetit und mangelnder Kontrolle über die Nahrungsmenge führt.
Die Änderung des Ernährungsregimes verhindert die weitere Entwicklung des metabolischen Syndroms; nach der Behandlung steht vorrangig die Gewichtsreduktion im Fokus. Eine Abmagerung um 10 % der Ausgangsmasse senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen entsprechend um dieselben Prozentsätze.
Es ist wichtig: Die Gewichtsabnahme sollte nicht forciert werden; ein Verlust von mehr als 10 % des Körpergewichts führt im Jahr zu einer Belastung des kardiovaskulären und endokrinen Systems.
Neben der Einhaltung ärztlicher Anweisungen ist bei Adipositas konsequent eine Diät erforderlich. Eine Rückkehr zur vorherigen Lebensweise würde einen Rückfall auslösen, weshalb ein radikaler Wandel ratsam ist.
Bei metabolischem Syndrom schließt die Diät Zutaten aus, die den Appetit steigern; die Einschränkung von scharfen und salzigen Speisen trägt ebenfalls zur Reduktion der Nahrungsmenge und Getränke bei. Dennoch wird eine vollständige Fleischabsage nicht empfohlen; vielmehr sollte deren Verzehr auf maximal ein Mal pro Tag beschränkt werden.
Das ist wichtig! Bei metabolischem Syndrom sollten Sie die ärztlichen Empfehlungen befolgen: Messung des Blutzuckerspiegels und bei Bedarf Einschränkung von zuckerhaltigen Lebensmitteln.
Die Reduktion oder vollständige Eliminierung von Zucker aus dem Speiseplan wird durch den Verzehr kohlenhydratarmer Produkte erreicht, die wenig Kalorien enthalten und die Insulinproduktion nicht beeinflussen.
Zur Normalisierung der Funktion des Gastrointestinaltrakts werden ballaststoffreiche Lebensmittel wie Kohl, Bohnen und Trockenobst empfohlen.
Um die Entstehung einer arteriellen Hypertonie zu verhindern, sollte die Natriumzufuhr durch den Verzehr von Zitronensaft reduziert oder ersetzt werden.
Bei Entwicklung eines metabolischen Syndroms ist die Diät nicht primär durch eine Fettreduktion zu gestalten; entscheidend ist vielmehr die Anpassung des Ernährungsregimes: bis zu sechs Mahlzeiten pro Tag mit der letzten Nahrungsaufnahme drei Stunden vor dem Schlaf. Auch das Essverhalten spielt eine wesentliche Rolle: Die Aufnahme sollte langsam und ohne Eile erfolgen, da ein hastiges Essen nicht zur Sättigung führt, solange sich die Magenwände nicht ausreichend ausdehnen können. Bei langsamer Verwertung werden die Lebensmittel bereits im Mund durch Verdauungsenzyme verarbeitet, wodurch das Sättigungsgefühl Signale von den Rezeptoren des Gastrointestinaltrakts erhält.
Die Adipositas ist weltweit als Krankheit anerkannt; ihre Entwicklung hängt jedoch vom individuellen Verhalten der Betroffenen ab. Bei Neigung zur Fülle sollte auf die Gesundheit geachtet und ein gesundes Ernährungsverhalten beibehalten werden.
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