Neutropenie

Kurze Charakteristik der Erkrankung

Neutropenie

Unter Neutropenie versteht man eine Erkrankung, die durch einen verminderten Gehalt an Neutrophilen im Blut gekennzeichnet ist.

Neutrophile sind Blutzellen; ihre Reifung erfolgt im Knochenmark über zwei Wochen. Nach dem Eintritt in den systemischen Blutkreislauf suchen und zerstören sie fremde Erreger. Mit anderen Worten: Die Neutropenie stellt eine eigene Schutzarmee des Organismus gegen Bakterien dar. Eine Senkung der Anzahl dieser Schutzmechanismen führt zu einer erhöhten Anfälligkeit für verschiedene Infektionskrankheiten.

Bei Kindern wird die Neutropenie im ersten Lebensjahr durch einen Neutrophilenwert unter 1500 pro mm³ charakterisiert, während sie bei Erwachsenen ab dem zweiten Lebensjahr als Wert unter 1000 pro mm³ definiert ist.

Kinder des ersten Lebensjahres sind vor allem von einer langdauernden, gutartigen Neutropenie betroffen. Diese Erkrankung ist durch eine Zyklizität gekennzeichnet: Die Anzahl der Neutrophilen schwankt im Verlauf der Zeit; sie sinkt auf sehr niedrige Werte und steigt wieder auf das normale Niveau an. Die langdauernde gutartige Neutropenie dauert in der Regel 2 bis 3 Jahre.

Ursachen der Neutropenie

Die Entstehungsgründe der Erkrankung sind vielfältig: Dazu zählen verschiedene Virus- und bakterielle Infektionen, die schädliche Wirkung bestimmter Medikamente auf den Organismus, eine aplastische Anämie sowie schwere entzündliche Erkrankungen.

In einer Reihe von Fällen lässt sich die Ursache der Neutropenie nicht feststellen; die Erkrankung entwickelt sich dann als eigenständige Pathologie.

Stadien und Formen der Neutropenie

Das Krankheitsbild lässt sich in drei Stadien einteilen:

Die leichte Form der Neutropenie ist durch einen Neutrophilenwert über 1.000 pro ml gekennzeichnet;

Bei der mittleren Form liegen die Neutrophilenwerte zwischen 500 und 1.000 pro ml.

Die schwere Form der Neutropenie ist durch einen Neutrophilenwert unter 500 pro ml gekennzeichnet.

Das Krankheitsbild kann sowohl eine akute als auch eine langdauernde Verlaufsform annehmen. Die akute Form zeichnet sich durch den raschen Verlauf aus, wohingegen die chronische Form über mehrere Jahre bestehen kann.

Symptome der Neutropenie

Die Symptome hängen von der Art der sich auf dem Hintergrund einer Neutropenie entwickelten Infektion oder Krankheit ab. Schweregrad und Verlauf der Infektion werden durch die Form, Dauer sowie die zugrundeliegende Ursache der Neutropenie bestimmt.

Ist das Immunsystem beeinträchtigt, so ist der Organismus einer Attacke durch verschiedene Viren und Bakterien ausgesetzt. In diesem Fall manifestieren sich die Symptome der Neutropenie als Geschwüre an den Schleimhäuten, erhöhte Körpertemperatur sowie Lungenentzündung. Bei fehlender adäquater Behandlung kann eine Entwicklung eines toxischen Schocks eintreten.

Die chronische Form weist eine günstigere Prognose auf.

Bei einem Neutrophilen-Spiegel von unter 500 pro mm³ entwickelt sich die gefährliche Form der Erkrankung, die als fieberhafte Neutropenie bezeichnet wird. Sie ist durch ausgeprägte Schwäche, hohes Fieber (38 °C), Tremor und eine Verschlechterung der Herzfunktion gekennzeichnet. Derartige Zustände sind schwer zu diagnostizieren, da ähnliche Symptome auch bei Lungenentzündungen oder bakteriellen Blutinfektionen auftreten können.

Die Behandlung der Neutropenie

Behandlung der Neutropenie Die Behandlung der Erkrankung hängt vom zugrundeliegenden Auslöser ab: Es wird primär die verursachende Infektion behandelt. Je nach Schweregrad und Form der Neutropenie entscheidet der Arzt über eine stationäre Therapie im Krankenhaus oder eine ambulante Behandlung zu Hause. Das therapeutische Hauptziel liegt in der Stärkung des Immunsystems.

Zur medikamentösen Therapie werden Antibiotika sowie Immunmodulatoren eingesetzt. Bei sehr schweren Verläufen erfolgt die Isolierung des Patienten in einem keimfreien Raum unter gleichzeitiger Anwendung von UV-Bestrahlung.

Ob Sie sollten wissen:

Gebildete Menschen sind weniger anfällig für Hirnerkrankungen; intellektuelle Aktivität fördert die Bildung einer zusätzlichen Schutzbarriere, die das Gehirn vor Schäden bewahrt.


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