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Osteomyelitis des Gebisses

Kurze Charakteristik der Erkrankung

Symptome der Kieferknochenentzündung

Die Osteomyelitis des Gebisses zählt zu den gefährlichsten Erkrankungen des Knochensystems. Sie betrifft alle Elemente des Knochens, wird von entzündlichen und infektiösen Prozessen begleitet und führt zu schwerwiegenden Komplikationen. Es ist hinreichend bekannt, dass die Osteomyelitis des Gebisses zur Generalisierung führen kann – ein Zustand, bei dem nicht nur ein bestimmter Bereich des Knochenmarks, sondern das gesamte Knochensystem des Menschen betroffen ist.

Knocheninfektionen sind seit jeher bekannt. Die ersten Erwähnungen der Osteomyelitis des Gebisses finden sich in den Schriften von Avicenna, Galen, Hippokrates und Paracelsus; jedoch wurden die Ursachen und Behandlungsmethoden erst Ende des 19. Jahrhunderts aufgeklärt. Damals ging man davon aus, dass die Osteomyelitis des Unterkiefers häufig durch Staphylokokken verursacht wird. Heute gehören zu den Infektionserregern neben diesen auch gramnegative Bakterien wie Pseudomonas aeruginosa, Klebsiellen und E. coli. Zudem wird bei der Diagnose der Osteomyelitis des Gebisses eine antivirale Therapie empfohlen, da sich in mehr als 50 % der registrierten Fälle die Entzündung auf dem Hintergrund einer Virusinfektion entwickelt.

Hinsichtlich der Wege der Durchdringung von Bakterien und Viren in den Organismus sickern diese in der Regel durch einen kranken Zahn oder infolge einer Verletzung des Kieferapparates ein.

Typen der Osteomyelitis des Gebisses

Die odontogene Form dieser Erkrankung stellt eine Komplikation einer fortgeschrittenen Karies dar. Daher ist die rechtzeitige Füllung der Zahnhöhlen von entscheidender Bedeutung. Aus der Karieshöhle dringt die Infektion in die Pulpa ein und gelangt von dort direkt durch die Zahnwurzel ins Knochengewebe. Zusätzlich können sich Mikroorganismen auch über das Lymphgefäßsystem ausbreiten. In 70 % aller Fälle entwickelt sich bei Patienten eine odontogene Osteomyelitis des Unterkiefers, während Infektionen im Oberkiefer deutlich seltener auftreten.

Die hämatogene Osteomyelitis des Gebisses entsteht, wenn sich eine Infektion vom primären Entzündungsherd auf das gesunde Knochengewebe ausbreitet. Als Quellen für solche Übertragungen gelten Mandelentzündungen sowie andere langdauernde Erkrankungen und akute Infekte.

Die akute Osteomyelitis des Gebisses manifestiert sich als Reaktion des Organismus auf ein eingedrungenes Infektionsgeschehen. Klinisch zeigen sich Kopfschmerzen, allgemeines Unwohlsein, Schwäche, Appetitlosigkeit sowie Schlafstörungen. Die Körpertemperatur steigt dabei bis zu 38 Grad an. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung ist essenziell, da der Patient aufgrund ständiger Schmerzen und Kauunbehagens nicht normal ernähren kann. Je nach Verlauf des infektiösen Prozesses treten zudem Rötungen der Mundschleimhaut, Lymphknotenschwellungen sowie eine starke Beweglichkeit der Zähne im Bereich des Entzündungsherdes auf. In Einzelfällen kann die akute Osteomyelitis des Unterkiefers zu einer Infektion von Milz und Leber führen.

Die subakute Osteomyelitis des Gebisses entsteht, wenn eine adäquate Behandlung der akuten Form unterblieben ist. Beim Patienten treten Fisteln sowie Hautabszesse auf. Die typischen Entzündungssymptome können hierbei aufgrund des Abflusses von Exsudat und Eiter stumpf werden; dies bedeutet jedoch nicht, dass der entzündliche Prozess im Knochengewebe nicht weiterverläuft. Im Gegenteil: Er schreitet von Tag zu Tag fort und wird zunehmend gefährlicher.

Die chronische Osteomyelitis des Gebisses verläuft über einen längeren Zeitraum, wobei der Patient zeitweise alle äußeren Merkmale einer vollständigen Genesung aufweist. Dies ist jedoch eine Täuschung, da der entzündliche Prozess weiterhin aktiv bleibt und sich entweder früh oder spät in neue Verschlimmerungen entwickelt, die zur Bildung von Fisteln, Ablösung des toten Gewebes sowie zur Entstehung von Abszessen führen.

Symptome der Osteomyelitis des Gebissgewebes

Zusammenfassend lassen sich folgende Hauptsymptome dieser Erkrankung unterscheiden:

  • Vorhandensein von Vergiftungszeichen (Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Schwäche, Temperaturanstieg)
  • Schmerzen im Bereich des infizierten Zahnes, die sich bei Palpation oder Perkussion verstärken
  • Beweglichkeit der Zähne im Bereich der Infektion
  • Schwellung der Schleimhaut
  • Schwellung der Lymphknoten

Knochenmarkentzündung des Gebisses – Behandlung der Erkrankung

In erster Linie bedeutet der Behandlungsprozess die Entfernung des infizierten Zahnes. Wir werden feststellen, dass sich die Osteomyelitis des Unterkiefers in Fällen einreihen kann, bei denen eine Extraktion absolut notwendig ist; andernfalls würde sich der Entzündungsprozess auf das gesunde Gewebe ausdehnen und den Verlauf erheblich erschweren. Zudem wird dem Patienten frühzeitig eine Periostotomie – das Verfahren zur Eröffnung des Knochengewebes für die ungestörte Drainage des Exsudats (des Liquors, der sich bei der Entwicklung der Infektion und dem Absterben des Gewebes bildet) – angeboten. Den Patientinnen werden die Gabe von Antibiotika, das Spülen der Knochenhöhle mit antimikrobiellen Lösungen und eine symptomatische Therapie empfohlen. Bei besonders schweren Fällen treffen die Ärzte die Entscheidung über eine chirurgische Entfernung der nekrotischen Knochenanteile.

Ob Sie sollten wissen:

Die höchste gemessene Körpertemperatur bei Osteomyelitis des Gebisses wurde bei der Patientin Uilli Jones (USA) mit 46,5 °C festgestellt.


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