Die Präeklampsie ist ein pathologischer Zustand während der Schwangerschaft, der durch das Auftreten von Ödemen (Wasserschwellungen), eine Erhöhung des arteriellen Blutdrucks sowie Proteinurie (Eiweiß im Urin) gekennzeichnet ist. Diese Erkrankung entwickelt sich gewöhnlich im zweiten und dritten Trimester, kann jedoch auch früher auftreten. Laut Statistik ist die Häufigkeit der Präeklampsie in letzter Zeit auf 7 bis 20 % angestiegen.
Die Präeklampsie ist eine Schwangerschaftskomplikation, die schwere Schädigungen im Organismus der Mutter verursacht. Daher bedarf die Schwangere einer obligatorischen Überprüfung und der notwendigen Therapie.
Zu den Hauptsymptomen gehören: Blutdruckanstieg, Proteinurie, Ödeme, Gewichtszunahme durch Flüssigkeitsretention, Kopfschmerzen, Oberbauchschmerzen, Oligurie, Schwindel, Sehstörungen sowie Übelkeit und Erbrechen.
Das klinische Bild der Präeklampsie korreliert mit ihrer Schweregrad. Die schwerste Form, die Eklampsie, ist durch das Auftreten von Krampfanfällen gekennzeichnet. Eine Eklampsie erfordert eine unverzügliche ärztliche Intervention und eine termingemäße Versorgung, da sie aufgrund der damit verbundenen Komplikationen ein direktes Risiko für Gesundheit und Leben darstellt.
Man unterscheidet drei Stadien der Präeklampsie.
1. Das leichte Stadium (leichte Präeklampsie) – gekennzeichnet durch einen Blutdruckanstieg von nicht mehr als 150/90 mm Hg, eine Proteinurie bis zu 1 g/l sowie Ödeme der unteren Extremitäten. Die Thrombozytenzahl in der Blutanalyse liegt bei 180·10⁹/l; das Kreatinin beträgt mindestens 100 µmol/l.
Eine leichte Präeklampsie kann asymptomatisch verlaufen, was die zukünftige Mutter daran hindert, den Beginn des Krankheitsverlaufs zu vermuten. Daher ist es notwendig, die Bedeutung der regelmäßigen Kontrolluntersuchungen und Labortests während der gesamten Schwangerschaft nicht zu vernachlässigen. Dies hilft dem Arzt, Merkmale einer Präeklampsie im Frühstadium rechtzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen nach ihrer Beseitigung einzuleiten.
2. Die mittelschwere Form der Präeklampsie – gekennzeichnet durch einen arteriellen Blutdruckanstieg bis zu 170/110 mm Hg, eine Proteinurie von mehr als 5 g/l, eine Thrombozytenzahl im Bereich von 150 bis 180·10⁹/l sowie ein Kreatinin zwischen 100 und 300 µmol/l.
3. Schwere Präeklampsie – gekennzeichnet durch einen Blutdruckanstieg über 170/110 mm Hg, eine Proteinurie von mehr als 5 g/l und ein Kreatinin von über 300 µmol/l. Es können Kopfschmerzen im Nacken- und Stirnbereich, Sehstörungen infolge von Schimmern vor den Augen sowie Schmerzen auf der rechten Seite aufgrund einer Lebervergrößerung auftreten. Eine schwere Präeklampsie kann in eine Eklampsie – eine der gefährlichsten Formen der Gestose – übergehen, die durch das Vorhandensein von Krampfanfällen charakterisiert ist. Schwere Präeklampsie und Eklampsie stellen Erkrankungen dar, die eine Gefahr für Gesundheit und Leben der Mutter sowie des Kindes darstellen können.
Der genaue Auslöser für das Entstehen einer Präeklampsie oder Eklampsie bleibt bis heute unklar. Es gibt verschiedene Hypothesen dazu: eine mangelhafte Ernährung der Mutter, ein erhöhter Fettgehalt im Organismus sowie eine unzureichende Blutversorgung während der Schwangerschaft. Zudem bestehen bestimmte Risikofaktoren für die Entwicklung dieser Erkrankung.
Die Erkrankung entwickelt sich meist bei Erstgebärenden, bei jungen Frauen sowie bei Schwangeren im Alter von über vierzig Jahren. Als Risikofaktor kann eine arterielle Hypertonie gelten, die bereits vor der Schwangerschaft bestand; hinzu kommen frühere Präeklampsien in früheren Schwangerschaften, Übergewicht, eine Präeklampsie bei Mutter oder Schwester sowie Erkrankungen wie Mehrlingsschwangerschaft, Nierenerkrankungen, rheumatoide Arthritis und Diabetes mellitus.
Das Vorgehen bei der Therapie einer Präeklampsie orientiert sich am Schweregrad der Erkrankung sowie am Reifegrad des Fötus.
Bei einer leichten Präeklampsie wird Bettruhe empfohlen, entweder zu Hause oder im Krankenhaus. Ärzte raten insbesondere dazu, die Zeit auf dem Rücken zu verbringen, was in gewissem Maße zur Senkung des arteriellen Blutdrucks beiträgt. Es erfolgt eine ständige Kontrolle der Mutter und des Kindes durch obligatorische Messung des arteriellen Blutdrucks, Gewichtsbestimmung, Ultraschalluntersuchungen sowie Kardiotokografie und Zählung der Wehentätigkeit. Steigert sich die Dynamik der Erkrankung, wird eine medikamentöse Therapie eingeleitet.
Zur Behandlung einer Präeklampsie wird Magnesiumsulfat eingesetzt, um das Risiko für eine Eklampsie zu verhindern, sowie eine antihypertensive Therapie zur Senkung des arteriellen Blutdrucks. Führt die angewandte Therapie nicht zum gewünschten Erfolg und verschlechtert sich der Zustand, erfolgt eine künstliche Wehentätigkeit oder ein Kaiserschnitt.
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