Proktitis

Proktitis – Entzündung der Schleimhaut des Enddarms Proktitis – eine entzündliche Erkrankung der Schleimhaut des Mastdarms. Die Entzündung kann sich auch auf Bereiche höher im Darmkanal ausdehnen. Oft wird die Proktitis fälschlicherweise mit einer Paraproktitis verwechselt; bei dieser entzünden sich jedoch das umgebende Bindegewebe und die Muskulatur.

Ursachen, Formen und Symptome der Proktitis

Proktitis kann sich bei falscher Ernährung, übermäßigem Alkoholkonsum oder dem Verzehr von scharfen Speisen entwickeln. Häufig entsteht die Proktitis vor dem Hintergrund einer chronischen Verstopfung. Regelmäßige Stuhlgangsstörungen fördern venöse Stauungen im Mastdarm; diese Blutstase verletzt die Schleimhaut und führt zu einer stagnierenden Entzündung.

Das Risiko einer parasitären Proktitis wird durch Invasionen von Parasiten (Balantidien, Trichomonaden, Ruhr-Amöben) erhöht. Eine Gonokokken-Infektion kann zu einem Mastdarmtripper führen.

Die Proktitis des Mastdarms kann sich bei Unterkühlung oder Erkrankungen der Beckenorgane (Blasenentzündung, Prostatitis) entwickeln. Auch Darmkrankheiten ohne entzündlichen Prozess können die Entstehung der Krankheit provozieren, beispielsweise Hämorrhoiden. Man unterscheidet akute und chronische Formen der Proktitis. Akute Proktitis wird in katarhal-hämorrhagisch, katarhal-eitrig und polypös eingeteilt. Bei der akuten Form liegt eine oberflächliche Infektion der Darmschleimhaut vor. Bei der katarhal-hämorrhagischen Form bilden sich im Mastdarm zerstreute punktförmige Blutergüsse. Bei der katarhal-eitrigen Form ist die Darmschleimhaut gleichmäßig von eitrigem Exsudat bedeckt. Bei der polypösen Form entstehen am Mastdarm polypöse Wucherungen.

Die ulzerös-entzündliche (erosive) Proktitis wird durch das Auftreten von Ulzerationen oder Erosionen an der Darmschleimhaut begleitet. Akute Proktitis entwickelt sich meist innerhalb weniger Tage, während die chronische Form gewöhnlich über Monate oder sogar Jahre verläuft. Bei dieser Form sind tiefe Schichten der Darmschleimhaut betroffen. Eine atrophische Proktitis führt zu einer Verdünnung und Glättung der Falten, während eine hypertrophe Proktitis durch Verdickung zu lockeren Faltungen führt.

Das Hauptsymptom der akuten Proktitis ist ein Schmerz im Bereich des Mastdarms, der häufig von eitrigem oder blutigem Sekret aus dem After begleitet wird. Die Schmerzwahrnehmung verstärkt sich bei der Defäkation. Weitere Symptome der akuten Form sind Durchfall, Verstopfung sowie Rückenschmerzen und Schmerzen in den Geschlechtsorganen.

Bei der chronischen Form wechseln sich Phasen der Verschärfung und Remission ab. Während einer Verschärfung treten Schmerzempfindungen im Bereich des Mastdarms oder des Rektums sowie periodisch im unteren Beckenbereich auf. Im Stadium der Remission ist das einzige Symptom oft die Anwesenheit von Schleim im Stuhl. Ein Mastdarmtripper kann durch eine Mastdarmstenose und chronische Verstopfung begleitet werden.

Diagnostik und Behandlung einer Proktitis

Zur Präzisierung der Diagnose werden bei Auftreten der Symptome spezielle Untersuchungen durchgeführt. Bei der digitalen Rektaluntersuchung tastet der Arzt die entzündeten Darmwände ab. Die Rektoskopie ermöglicht eine direkte Besichtigung der Darmwände und erlaubt eine genaue Differenzierung der Proktitis von anderen Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen.

Zur Klärung des Stadiums und Charakters der entzündlichen Veränderungen dienen die Zytologie des Darminhalts sowie die Biopsie der Darmwand. Diese Methoden ermöglichen zudem eine Differenzierung der Proktitis von Darmtumoren.

Das Behandlungsschema der Proktitis hängt in vieler Hinsicht von der Form und dem Grund der Erkrankung ab. Zum Schema gehören das Heilregime, hygienische Maßnahmen sowie die Beachtung einer Diät. Bei schweren Formen (katarhal-eitrige, erosive, ulzeröse, polypöse Proktitis) ist eine stationäre Behandlung indiziert. Dem Patienten mit akuter Proktitis wird Bettruhe verordnet.

Bei der Proktitis wird die Menge an angewendetem Zellstoff begrenzt; fette Speisen sowie scharfe Gerichte und Alkohol werden vollständig ausgeschlossen. Die Grundlage der Ernährung bei dieser Erkrankung bilden Suppen aus nichtfettigem Fleisch, fermentierte Milchprodukte (Kefir) sowie gehacktes mageres Fleisch.

Bei akuter Proktitis werden Antibiotika verordnet, die das Wachstum der Infektion unterdrücken. Dosierung und Therapiedauer des Antibiotikums bestimmt der behandelnde Arzt.

Zur lokalen Behandlung dieser Erkrankung werden fettfreie Mikroklistiere, Mikroklistiere mit Kollargol-Lösung sowie Kamillen-Auszüge verwendet. Zusätzlich können sitzende Bäder mit Kaliumpermanganat angewendet werden.

Bei langdauernder Proktitis im Remissionsstadium werden Sitzbäder und Fango-Anwendungen durchgeführt. Ein guter Effekt ergibt sich durch das Waschen des Darmkanals mit warmem Mineralwasser (Borjomi, Jessenuki). Das Waschen aktiviert die motorische Funktion des Verdauungstrakts und fördert den Abtransport von Schleim.

Die chirurgische Behandlung einer Proktitis wird nur in Ausnahmefällen angewendet. Eine rechtzeitige Therapie führt zu einer vollständigen Genesung. Die Beachtung hygienischer Empfehlungen und eine angepasste Diät verringern das Risiko für Verschlimmerungen erheblich.

Proktitis – Behandlung mit Volksheilmitteln

Proktitis kann mit Volksheilmitteln behandelt werden – Einsetzen von Klistieren mit Kräuteraufgüssen Einige Volksheilmittel können helfen, den entzündlichen Prozess im Mastdarm zu lindern. Zur Behandlung werden zwei Esslöffel Ringelblume mit einem Glas kochendem Wasser übergossen. Das Gemisch wird 15 bis 20 Minuten am Wasserbad unter ständigem Rühren erhitzt. Der entstandene Aufguss muss abgekühlt und durchgesiebt werden. Er sollte täglich dreimal bis viermal, zunächst verdünnt mit Wasser, eingenommen werden.

Der zubereitete Aufguss kann auch zum Waschen des Darmkanals verwendet werden: Ein Esslöffel Aufguss wird mit einem Esslöffel Borax (3 %) gemischt. Das resultierende Mittel wird täglich vor dem Schlafengehen als Einlauf verabreicht.

Bei Proktitis können Sie eine Mischung aus der Hälfte eines Esslöffels Melisse und Duschitsa herstellen. Dazu werden die Kräuter mit kochendem Wasser übergossen, anschließend 25 Minuten im Wasserbad erhitzt und der Sud zwei Stunden und 30 Minuten ziehen gelassen, um daraus Einläufe herzustellen.

Für das Sitzbad kann ein Aufguss aus Feld-Schachtelhalm verwendet werden: Die Hälfte eines Glases Schachtelhalms wird mit einem Liter kochendem Wasser übergossen. Der Sud wird zehn Minuten ziehen gelassen und anschließend abgeseiht. Das resultierende Filtrat eignet sich für das Sitzbad.

Bei einer Entzündung der Mastdarmschleimhaut (Proktitis) kann eine Mischung aus Eichenrindenextrakt, Zwetschenkernmark und dem Kraut des Wasserpfeffers hilfreich sein. Die Komponenten werden in gleichen Mengen gemischt, zu einem Brei zerrieben und mit warmem Schweinefett übergossen. Anschließend wird die Mischung 12 Stunden leicht erwärmt, abgeseiht, als Marlewyj-Pfropf aufbereitet und für mindestens fünf Stunden in den Anus eingeführt. Die Kur dauert etwa drei Wochen.

Ob Sie sollten das Folgende wissen:

Die mittlere Lebenserwartung von Linkshändern ist geringer als die von Rechtshändern.


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