Silikose

Allgemeine Charakteristik der Erkrankung

Silikose

Die Silikose zählt zu den Berufskrankheiten. Sie entsteht nach langdauerndem Einatmen von Staub, der freies Siliziumdioxid enthält. Am häufigsten erkranken die Lungen an Silikose bei Personen, die mit dem Bergbau, der Metallurgie, der Keramikindustrie und der Maschinenbaubranche verbunden sind.

Die größte Gefahr für den Menschen stellt feinst disperser Staub dar, dessen Teilchendurchmesser 2–3 µm beträgt. Er dringt leicht in die Bronchiolen und Alveolen ein und trägt zur Entwicklung von Fibrose sowie anderen Pathologien bei. Es ist zu beachten, dass Schwere der Symptome und Anzahl der Komplikationen von der Menge und Dauer der Einwirkung des Siliziumdioxids abhängt. Wenn die Schadstoffkonzentration in der Luft die Norm erheblich übersteigt und die Arbeiter dabei persönliche Schutzmittel nicht anwenden, entwickelt sich bei ihnen bereits nach 1–3 Jahren die akute Form der Silikose.

Im Gegensatz zur Pneumokoniose unterscheidet sich diese Erkrankung durch einen günstigeren Verlauf; jedoch wird die Behandlung der Silikose oft erschwert durch das Einsetzen eines tuberkulösen Prozesses sowie anderer Störungen der normalen Funktion der Atemorgane. Zudem setzen bei der akuten Form die Lungenfibrose und andere Komplikationen fort, auch nach Beendigung des Kontakts mit dem Siliziumdioxid, was den Behandlungserfolg beeinflusst.

Symptome und Krankheitsbild der Erkrankung

Im Laufe eines langdauernden Zeitraums beunruhigt die Krankheit des Patienten zunächst nicht, was auf ihre Chronizität hinweist. Die Anfangssymptomatik ist dürftig:

  • Atemnot, insbesondere bei körperlichen Belastungen;
  • Schmerzen im Bereich des Brustkorbs;
  • Selten trockener Husten;
  • Auswurfabsonderung.

Je nach Fortschreiten des pathologischen Prozesses zeigen sich die Symptome heller. Die Atemnot steigert sich und tritt oft auch in Ruhephasen auf. An die Haupterkrankung schließen sich begleitende Krankheiten an, beispielsweise Bronchialasthma und langdauernde Bronchitis. Zudem nimmt die Intensität der Schmerzempfindungen zu; der Husten bleibt trocken, wobei bei einigen Patienten zeitweise eine Auswurfabsonderung beobachtet wird. Eine große Menge des Auswurfs deutet auf das Entstehen von Komplikationen hin (Bronchiektasien, langdauernde Bronchitis).

Das äußere Erscheinungsbild der Patientinnen ändert sich nicht, doch bei radiologischer Untersuchung und sorgfältiger Inspektion können frühe Symptome des Emphysems, die Verkleinerung der Beweglichkeit der Lungenränder sowie eine Abschwächung der Atmung festgestellt werden. In einigen Fällen kann das Vorliegen einer Silikose der Lunge durch scharfe Atemgeräusche und trockenes Rasselgeräusch bestimmt werden.

Bei fortgeschrittenen Formen der Erkrankung wird der Husten beständig, es kommt zu reichlichem Auswurf, die Schmerzen im Brustkorb nehmen zu, es entsteht das Gefühl von Druck vor dem Brustkorb sowie Zyanose. Bei einigen Patienten werden Zeichen einer Herzinsuffizienz und Störungen des Herz-Kreislauf-Systems beobachtet. Der weitere Kontakt mit staubhaltigem Quarz führt zur Entwicklung eines hypertrophischen Prozesses und verändert die Schleimhaut der oberen Atemwege.

Behandlung der Silikose.

Behandlung der Silikose

In erster Linie müssen alle Kontakte mit Kieselstaub ausgeschlossen werden. Ferner sollten dem Patienten Inhalationen von Sauerstoff und Atemgymnastik verordnet werden. Die Gabe von Beruhigungs- und antihypertensiven Mitteln in dieser Phase ist nicht empfehlenswert. Bei schwerer Silikose der Lunge erfolgt die Durchführung einer bronchoalveolären Lavage. Bei obstruktivem Syndrom werden Broncholytika verordnet.

Sind die Hauttests mit Tuberkulin positiv, so sollten den Patientinnen antituberkulöse Präparate, beispielsweise Isoniazid, verabreicht werden. Bei Silikotuberkulose, bei der die Krankheit Silikose und Tuberkulose kombiniert sind, erhalten die Patienten mindestens drei verschiedene antituberkulöse Mittel, einschließlich Rifampicin.

Beim schweren Krankheitsverlauf mit Entwicklung einer massiven Fibrose neigen Ärzte zur Notwendigkeit eines chirurgischen Eingriffs, der in einer Lungentransplantation besteht.

Die Behandlung der Silikose ist notwendig, da andernfalls die Erkrankung eine Vielzahl von Komplikationen herbeiruft und das Auftreten begleitender Lungenerkrankungen provoziert, darunter Pneumothorax, Lungenhypertonie, Lungenemphysem, Tuberkulose sowie Pilzinfektionen.

Die Prognose der Silikose hängt vom Charakter der Erkrankung und ihrem Stadium ab. Ein langjähriger Verlauf verläuft tatsächlich oft asymptomatisch, sodass die Prognosen in den Anfangsstadien fast immer günstig sind. Bei einem rasch oder langsam fortschreitenden Verlauf bilden sich zahlreiche Komplikationen; es kommt zum Auftreten von Fibrosen des Lungengewebes sowie zu einer erneuten Lungenhypertonie. Es ist zudem festzustellen, dass bei diesen Formen der Krankheit ungünstige Veränderungen auch nach vollständiger Unterbrechung des Kontakts mit Siliziumdioxid fortsetzen können.

Ob Sie sollten wissen:

Die seltenste Erkrankung – die Krankheit „Kuru". Nur Vertreter des Stammes der Fore in Neuguinea sind davon betroffen. Der Patient stirbt durch Gelächter. Es wird angenommen, dass die Ursache für das Entstehen dieser Krankheit der Verzehr menschlichen Gehirns ist.


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