In der medizinischen Literatur wird das Titze-Syndrom unter verschiedenen Bezeichnungen beschrieben: Perichondritis, Syndrom der Vorderbrustwand, Chondritis oder Syndrom des essentiellen Knorpelschmerzes. Alle diese Begriffe bezeichnen eine Entzündung des Knorpelgewebes im oberen Bereich des Brustbeins. Das Titze-Syndrom tritt bei Jugendlichen meist zwischen dem 12. und 14. Lebensjahr sowie bei Erwachsenen im Alter von 20 bis 40 Jahren auf. In der Regel ist die Infektion einseitig, in der Praxis werden jedoch auch bilaterale Fälle beobachtet. Obwohl das Titze-Syndrom oft als harmlose Erkrankung gilt, die ohne Behandlung ausheilen kann, verursacht es den Betroffenen regelmäßig Schmerzen und Unbehagen im Brustbereich.
Der deutsche Chirurg Titze, nach dessen Familiennamen das Syndrom der Vorderbrustwand benannt ist, hielt für den Hauptgrund eine ungenügende Ernährung, die zu einem Stoffwechselverstoß führt (zum Beispiel zur Hypovitaminose oder zum Kalziumstoffwechsel). Die Krankheit könne seiner Meinung nach auch durch häufige Erkrankungen der oberen Atemwege provoziert werden, die von starken Hustenattacken begleitet sind.
In Wirklichkeit sind die genauen Ursachen des Titze-Syndroms bis heute nicht geklärt, da eine Chondritis als seltene Pathologie gilt. Daneben lassen sich einige Faktoren identifizieren, die aktiv zum Entstehen und zur Entwicklung der Erkrankung beitragen:
Als Ursache des Titze-Syndroms können alle Erkrankungen betrachtet werden, die den Austausch in den Bindegeweben stören und die Immuneigenschaften des menschlichen Organismus verringern.
Da der Blutkreislauf im Knorpelgewebe nach einer operativen Intervention gestört ist und anfälliger für Verschmutzungen wird, kann eine Operation am Brustkorb ebenfalls eine Ursache des Titze-Syndroms darstellen.
Das Titze-Syndrom weist keine ausgeprägten Merkmale auf, sodass eine Diagnosestellung schwierig ist. Oft irren sich Ärzte bei der Abgrenzung. Dennoch lassen sich einige Hauptsymptome nennen:
Es ist zu beachten, dass das letzte Symptom dieser Liste – das Titze-Syndrom – ein weit verbreitetes Merkmal der Erkrankung darstellt. Wird bei der Palpation im Bereich des Übergangs zwischen Brustkorb und Rippenrand kein Schmerz empfunden, so ist die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen dieser Krankheit äußerst gering.
Ein weiteres charakteristisches Symptom des Titze-Syndroms ist eine kleine Anschwellung im Bereich des betroffenen Knorpels. Ihr Umfang beträgt in der Regel 3–4 cm, und sie weist eine dichte Oberfläche auf. Jede Berührung dieses Gebiets beim Patienten ruft krankhafte Empfindungen hervor. Wird bei einem Kranken eines dieser Hauptmerkmale beobachtet, kann die Entwicklung des Titze-Syndroms vermutet werden.
Bei einigen Patientinnen werden die oben genannten Symptome durch Atemnot, Appetitlosigkeit, Schwäche und Tachykardie begleitet. Selten treten als Zusatzsymptome des Titze-Syndroms Wassergeschwülste der Haut im Bereich des Brustkorbes sowie eine lokale Temperaturerhöhung auf.
Bei der Diagnostik dieses Syndroms hat die Röntgenuntersuchung keinen diagnostischen Wert, da eine Chondritis in frühen Stadien nicht sichtbar ist. Eine Bildgebung ist lediglich erforderlich, um onkologische Erkrankungen auszuschließen und das Vorliegen des Titze-Syndroms zu bestätigen; hierfür eignet sich eine Computertomographie (CT), die charakteristische Veränderungen bereits im Frühstadium erkennen kann.
Viele Experten sind sich einig, dass eine vollständige Heilung des Titze-Syndroms nur durch einen chirurgischen Eingriff möglich ist. Allerdings wird die Resektion in solchen Fällen als extremster Fall betrachtet, da das Syndrom der Chondritis bei Patientinnen oft über Jahrzehnte hinweg starke Besorgnis auslösen kann. Einige vermuten sogar nicht auf das Vorhandensein des Titze-Syndroms hin, da keine charakteristischen Symptome beobachtet werden.
Genau deshalb wird die Behandlung des Titze-Syndroms in der Regel auf den Einsatz der am weitesten verbreiteten konservativen Methoden zurückgeführt.
Die Behandlung des Mastodynie-Syndroms (Titze) mit rein physikalischen Methoden hilft nicht dabei, eine fibrozystische Bildung zu entfernen. Dennoch tragen diese Maßnahmen zur Verringerung der Wassergeschwülste und Entzündungen sowie zur Linderung der Schmerzen bei. Andererseits wird das Syndrom als chronische Erkrankung betrachtet, die selbst dann zurückkehrt, wenn sie für einen bestimmten Zeitraum verschwindet. So können durch den ständigen Einsatz entzündungshemmender und schmerzstillender Medikamente Nebenwirkungen entstehen.
Auch bei rheumatoider Chondritis können bestimmte Volksheilmittel unterstützend wirken. Zu den wichtigsten Maßnahmen gegen das Mastodynie-Syndrom (Titze) gehören:
Für das Heilbad werden 300 g Apotheken-Kamille mit 5 l kochendem Wasser übergossen, eine Stunde ziehen gelassen und abgeseiht. Das Sud wird ins Bad mit warmem Wasser eingegossen. Ein solches Bad ist bis zu 20 Minuten nach dem Tag empfehlenswert. Anstelle der Kamille werden auch Salbei und frische Fichtenzweige verwendet.
Die Behandlung des Syndroms von Titze mittels Volksmedizin (Auskochen) zielt in erster Linie auf die Verbesserung des Blutkreislaufs und die Steigerung der Immunität ab. In der Regel werden für das Auskochen folgende medizinische Komponenten verwendet:
Salbei
Bei dem Syndrom Titze helfen Kompressen aus Aufguss von Rosmarin, geriebenen Blättern der Melisse oder des Meerrettichs. Über die Kompresse muss das Umschlagtuch oder ein warmes Tuch gebunden werden.
Auch helfen Aufgüsse aus Brustbein in Bären- oder Schweinefett. Oft werden die entzündeten Bereiche mit alkoholischen Tinkturen aus Eukalyptus und Birkenknospen massiert. Nach der Prozedur sollte man sich unter eine warme Decke legen, um den erwärmenden Effekt zu verlängern.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass vor der Anwendung von Volksheilmitteln zur Behandlung des Syndroms Titze unbedingt ein Arzt konsultiert werden muss.
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