Die Apraxie

Die Apraxie (apraxia) – Störung zielgerichteter Handlungen trotz intakter elementarer Bewegungsabläufe; tritt bei Hirnläsionen der Großhirnrinde oder der Bahnen des Balkens auf.

Spezies der Apraxie:

  • Akinetische Apraxie (akinetisch; Synonym: psychomotorische Apraxie) – bedingt durch das Fehlen der Bewegungsantriebe;
  • Amnestische Apraxie (amnestisch) – Störung willkürlicher Handlungen trotz intakter Vorbewegungen;
  • Bilaterale Apraxie (bilateralis) – zweiseitige Apraxie; entsteht bei pathologischen Herden im unteren Teil der Dominanzhemisphäre des Großhirns;
  • Ideatorische Apraxie (ideatoria; griech. idea = die Idee; Synonyme: Marcus-Apraxie, Bongers-assoziative Apraxie, Bergs-ideatorische Apraxie) – Unfähigkeit, den Plan für konsekutive Handlungen zu formulieren, die zur Ausführung komplexer motorischer Akte notwendig sind;
  • Ideokinetische Apraxie (ideokinetisch; griech. idea = Idee + kinetikos = Bewegung) – bedingt durch den Verlust der Fähigkeit zur zielgerichteten Ausführung einfacher Handlungen, während die Möglichkeit ihrer zufälligen Ausführung erhalten bleibt;
  • Kinästhetische Apraxie – bedingt durch Störungen der kinästhetischen afferenten Wahrnehmung; charakterisiert sich durch die Suche nach notwendigen Bewegungen; entsteht bei Infektionen der Rinde des nachzentralen Gebietes der dominanten Halbkugel des Großhirns.
  • Konstruktive Apraxie: Unfähigkeit, einen Gegenstand aus seinen Einzelteilen zu konstruieren.
  • Kortikale Apraxie: Entsteht bei Infektionen der Rinde der dominanten Halbkugel des Großhirns.
  • Frontale (lobare) Apraxie: Störung der Programmierung komplexer, sequentieller motorischer Handlungen; sie entsteht bei Infektionen der Rinde präfrontaler Bereiche des Großhirns.
  • Motorische Apraxie: Unmöglichkeit, komplexe motorische Handlungen auszuführen, obwohl die Fähigkeit zur Planung der Reihenfolge der hierfür notwendigen Effekte erhalten ist.
  • Anzieh-Apraxie: Schwierigkeiten beim Anziehen, die bei Infektionen parieto-okzipitaler Bereiche der Großhirnrinde beobachtet werden.
  • Orale Apraxie: Motorische Apraxie der Gesichtsmuskulatur mit Störungen komplexer Bewegungen von Zunge und Lippen; führt zu Sprachstörungen.
  • Prämotorische (dynamische) Apraxie: Durch Automatisierungsverlust motorischer Handlungen und deren pathologische Trägheit bedingt; charakterisiert sich durch Störungen der Fertigkeiten, die zur Umwandlung isolierter Bewegungen in komplexe notwendig sind. Beobachtet bei Infektionen prämotorer Bereiche der Großhirnrinde.
  • Raumorientations-Apraxie: Störung der räumlichen Orientierung, hauptsächlich in der Richtung 'rechts-links'.
  • Gangapraxie: Störung des Gehens, die auf Fehlen vestibulärer, propriozeptiver und motorischer Verwirrungen sowie bei Ataxie beruht; sie wird bei Infektionen der Rinde der Frontallappen beobachtet.
Ob Sie kennen das bereits.

Im Bestreben, Patienten zu heilen, übertreiben Ärzte häufig. So hat beispielsweise Charles Jensen zwischen 1954 und 1994 mehr als 900 Operationen nach Entfernung von Neubildungen erlebt.


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