Venen

Die allgemeine Charakteristik der Venen

Venen sind Blutgefäße, die das Blut aus den Kapillaren in Richtung zum Herzen transportieren. Alle Venen bilden ein venöses System. Die Farbe der Venen hängt vom Blut ab. Das Blut ist gewöhnlich von Sauerstoff entblendet, enthält Zerfallsprodukte und hat eine dunkelrote Farbe.

Venen

Der Aufbau der Venen

Nach dem Aufbau sind die Venen den Arterien ähnlich, weisen jedoch Besonderheiten auf, wie zum Beispiel niedrigen Blutdruck und geringe Geschwindigkeit des Blutflusses. Diese Eigenschaften verleihen den Venenwänden spezifische Merkmale. Im Vergleich zu den Arterien haben Venen größere Durchmesser, eine dünne mediale Wand und eine gut ausgeprägte adventizielle Wand. In diesem venösen System befinden sich etwa 70 % des gesamten Blutvolumens.

Die Venen, die unterhalb der Höhe des Herzens liegen (z. B. Beinvenen), besitzen zwei Systeme: oberflächliche und tiefe Venen. Bei Venen auf gleicher oder niedrigerer Höhe als das Herz (z. B. Handvenen) finden sich an der medialen Oberfläche Klappen, die im Verlauf des Blutstroms öffnen. Wenn sich eine Vene mit Blut füllt, schließt sich die Klappe, was einen Rückfluss des Blutes verhindert. Der am besten entwickelte Klappenapparat findet sich bei Venen mit starker Entwicklung, wie z. B. den Venen der unteren Extremitäten.

Oberflächliche Venen befinden sich direkt unterhalb der Hautoberfläche. Tiefe Venen liegen im Verlauf der Muskulatur und gewährleisten den Abfluss von etwa 85 % des venösen Blutes aus den unteren Gliedmaßen. Tiefe Venen, die sich mit oberflächlichen Venen verbinden, werden als Kommunikans bezeichnet.

Durch Zusammenfluss bilden die Venen große venöse Stämme, die in das Herz münden. Die Venen verbinden sich untereinander in großer Zahl und bilden Adergeflechte.

Die Funktionen der Venen

Eine Hauptfunktion der Venen ist die Versorgung des Abflusses des Blutes, das mit kohlensaurem Gas und mit den Zerfallsprodukten gesättigt ist. Darüber hinaus gelangen über die Venen verschiedene Hormone aus den Blutdrüsen sowie Nährstoffe aus dem Gastrointestinaltrakt ins Blutsystem. Die Venen regulieren den allgemeinen und lokalen Blutkreislauf.

Der Prozess der Blutzirkulation durch die Venen unterscheidet sich stark von dem in den Arterien. In den Arterien wird das Blut unter dem Druck des Herzens während seiner Kontraktion (ca. 120 mmHg) befördert, wohingegen in den Venen der Blutdruck nur etwa 10 mmHg beträgt.

Auch ist zu beachten, dass die Bewegung des Blutes durch die Venen gegen die Schwerkraft erfolgt; dabei wirkt auf das Venenblut die Kraft des hydrostatischen Blutdrucks. Bei Funktionsstörungen der Klappen kann die Schwerkraft so groß werden, dass sie den normalen Blutfluss behindert. Dabei verformt sich das Blut in den Gefäßen, woraufhin diese als variköse Venen bezeichnet werden. Varikose Venen weisen eine aufgeblähte Struktur auf, was dem Namen der Krankheit (abgeleitet vom lateinischen *varix*, *varicis* – „die Schwellung") entspricht. Die Behandlungsmöglichkeiten für variköse Venen sind heute sehr umfangreich: Von Volksräten wird geraten, in dieser Lage zu schlafen, damit die Füße höher als das Niveau des Herzens liegen, bis zum chirurgischen Eingriff und zur Entfernung der Vene.

Eine weitere Erkrankung ist die Phlebothrombose. Bei einer Thrombose in den Venen bilden sich Blutklumpen (Blutpfropfe). Diese sehr gefährliche Erkrankung liegt daran, dass losgerissene Blutpfropfe sich durch das Blutsystem bis zu den Gefäßen der Lunge bewegen können. Wenn ein Blutpfropf von ausreichender Größe ist, kann sein Treffen in der Lunge einen tödlichen Ausgang herbeiführen.

Ob Das sollten Sie wissen:

Der gebildete Mensch ist weniger anfällig für Erkrankungen des Gehirns. Die intellektuelle Aktivität trägt zur Bildung einer zusätzlichen Struktur bei, die krankmachende Faktoren kompensiert.


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