Agapurin

Agapurin

Agapurin ist ein Arzneimittel, das die Mikroblutzirkulation verbessert; es wirkt angioprotektiv und vaskulärprotektiv. Das Präparat verringert die Erythrozyten- und Thrombozytenaggregation, fördert die Fibrinolyse und senkt den Fibringehalt im Blut.

Darreichungsform und Inhalt

Agapurin gehört zu den Vasodilatatoren. Der internationale Wirkstoffname lautet Pentoxifyllin.

Das Präparat ist als Tablette sowie als Lösungsmittel für die intravenöse Infusion erhältlich.

Die bikonkaven Tabletten mit weißer, glänzender Überzugshülle enthalten 100 Milligramm Pentoxifyllin sowie Hilfsstoffe:

  • Laktosemonohydrat
  • Maisstärke
  • kolloidales wasserfreies Siliciumdioxid
  • Rutschpulver
  • Magnesiumstearat

Die Hülle besteht aus Natriumcarboxymethylcellulose, kristalliner Saccharose, pulverförmiger Saccharose, Rutschpulver, Methylenparaben, kolloidalem wasserfreiem Titandioxid und Akazien-Gummi

Agapurin Retard ist eine Tablettenform mit verlängerter Wirkdauer, die mit einer Filmhülle überzogen ist und 400 mg oder 600 mg Pentoxifyllin sowie Hilfsstoffe enthält:

  • Hydroxypropylmethylcellulose (HPMC) 2200/1500
  • Polyvidon 40
  • Rutschpulver
  • Magnesiumstearat

Zur Zusammensetzung der transparenten, farblosen Infusionslösung gehören 100 mg Pentoxifyllin pro Ampulle sowie Natriumchlorid und Wasser für Injektionszwecke.

Anwendungshinweise

Im Fachinformationblatt zu Agapurin sind unter den Zuständen, für die dieses Arzneimittel indiziert ist, folgende aufgeführt:

  • Störungen des peripheren Blutkreislaufs im Rahmen atherosklerotischer, diabetischer und entzündlicher Prozesse
  • Exazerbationen der zerebralen Durchblutung bei postapoplektischen und ischämischen Zuständen
  • Gewebsstoffwechselstörungen im Rahmen von Varikose, Ödemen, Neuritis des Nervus ischiadicus (Beinlähmung), trophischen Geschwüren des Unterschenkels sowie dem postthrombotischen Syndrom
  • Zerebrale Atherosklerose
  • Raynaud-Syndrom
  • Virus-assoziierte Neuroinfektionen
  • Zerebrovaskuläre Störung
  • Durchblutungsstörungen der Gefäßhaut und der Netzhaut
  • Ischämische Herzerkrankung
  • Verlaufszustand nach einem Herzinfarkt
  • Otosklerose
  • Vaskuläre Impotenz
  • Bronchialasthma
  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)

Kontraindikationen

Die Anwendung von Agapurin ist bei den folgenden Erkrankungen und Zuständen kontraindiziert:

  • Neigung zu Blutungen, Netzhautblutungen sowie massive Blutungen
  • Porphyrin
  • Schwere Arrhythmie
  • Schwerer Schlaganfall oder Herzinfarkt
  • Schwer verlaufende Form der Atherosklerose der Koronar- oder zerebralen Gefäße

Das Kindesalter, die Schwangerschaft und die Stillzeit sowie eine individuelle Unverträglichkeit gegenüber Pentoxifyllin und anderen Derivaten der Methylxanthine sind ebenfalls Gegenanzeigen gemäß den Angaben in der Packungsbeilage zu Agapurin

Anwendung und Dosierung

Agapurin wird einmal täglich nach dem Essen eingenommen; die Einnahme mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. einem großen Glas Wasser) ist ratsam. Die Therapie sollte nicht abgebrochen werden.

Die Anfangsdosis beträgt 200 Milligramm dreimal täglich. Bei langfristiger Therapie oder bei mangelnder Verträglichkeit wird die Einzeldosis auf bis zu 100 Milligramm reduziert; die Einnahmfrequenz bleibt dabei unverändert. Die maximale Tagesdosis darf 1200 Milligramm nicht überschreiten.

Agapurin ist als retardiertes Präparat (verlängerte Wirkdauer) sowie in Form von überzogenen Tabletten verfügbar. In diesen Fällen ist lediglich eine Reduktion der Einnahmfrequenz möglich.

Agapurin kann als Lösung für Injektionen wie folgt verabreicht werden:

  • Intramuskulär: Üblicherweise wird das Präparat mit einer Einzeldosis von 100 Milligramm ein- bis zweimal täglich injiziert. Der Inhalt der Ampulle löst sich nicht auf.
  • Intravenös: Gemäß den Anweisungen ist es erforderlich, Agapurin in 250 bis 500 ml einer 0,9 %igen Natriumchlorid- oder 5 %igen Glukoselösung zu verdünnen. Das Präparat sollte langsam, nicht schneller als 150 ml pro Stunde, infundiert werden. Bei guter Verträglichkeit kann die Tagesdosis auf bis zu zwei Ampullen (entsprechend 200 Milligramm) erhöht werden.
  • Intravenös: Die Therapie beginnt mit der Verabreichung des Inhalts einer Ampulle in 20 bis 50 ml isotonischer Natriumchloridlösung über einen Zeitraum von 10 Minuten. Bei langwieriger Behandlung ist eine Erhöhung der Dosis auf bis zu zwei bis drei Ampullen möglich, die jeweils getrennt in 30 bis 50 ml Lösung verabreicht werden.

Die optimale Dosierung von Agapurin wird vom behandelnden Arzt individuell für den jeweiligen Patienten festgelegt.

Nebenwirkungen

Agapurin kann folgende Nebenwirkungen verursachen:

  • Störungen des Zentralnervensystems: Schlafstörungen, Angstzustände, Krämpfe, Schwindel und Kopfschmerzen.
  • Des Verdauungssystems – Darmatonie, cholestatische Hepatitis, Verschlimmerung der Cholezystitis, Appetitlosigkeit, Mundtrockenheit;
  • Der Blutgefäße und Hautdecken – Wassereinlagerungen, Hyperämie des Gesichts, Blutandrang zum Patienten und zur oberen Brustkorbregion, Brüchigkeit der Nägel;
  • Des kardiovaskulären Systems – Kardialgie, Arrhythmie, Tachykardie, Senkung des arteriellen Blutdrucks, Fortschreiten der Angina pectoris;
  • Der Sinnesorgane – Skotome, Sehstörungen;
  • Störungen des Hämostase- und Blutzirkulationssystems: Felty-Syndrom, Hypofibrinogenämie, Thrombozytopenie, Panzytopenie sowie Blutungen aus Magen, Darmkanal, Schleimhäuten und subkutanen Kapillaren;
  • Allergische Reaktionen: Nesselsucht, Juckreiz, anaphylaktischer Schock und Angioödem.

Symptome einer Agapurin-Überdosierung:

  • Übelkeit.
  • Schwindel
  • Herzrasen
  • Blutdruckabfall
  • Fieber
  • Erregungszustände
  • Bewusstlosigkeit
  • Areflexie
  • tonisch-klonische Krämpfe

Spezielle Hinweise

Bei älteren Patienten ist eine Dosisreduktion ggf. notwendig.

Das Rauchen kann die therapeutische Wirkung von Agapurin herabsetzen.

Analoga

Pentoxifyllin gehört zur Gruppe der Präparate

  • Wasonit
  • Pentilin
  • Pentoxifyllin
  • Trental
  • Fleksital

Agapurin-Wirkstoffanaloge nach Wirkmechanismus:

  • Nikotin
  • Teonikol

Haltbarkeit und Lagerungsbedingungen

An einem trockenen, dunklen Ort bei einer Temperatur von bis zu 25 °C lagern und vor Kindern schützen.

Die Haltbarkeitsdauer des Präparats hängt von der Darreichungsform und der Konzentration des Wirkstoffs ab und beträgt zwischen 3 und 5 Jahren.

Ob Dies sollten Sie wissen:

Das Hustenmittel Terpinkod gehört zu den am häufigsten verkauften Präparaten, jedoch nicht aufgrund seiner therapeutischen Wirksamkeit.


Impressum | Datenschutz | Über uns | Kontakt