Angiodystonie

Angiodystonie (vaskuläre Dystonie) – eine Störung der tonischen Anpassungsfunktion der Blutgefäße, die auf Defekte in der Wandstruktur sowie in der Entwicklung der Muskelschicht zurückzuführen ist. Sie wird durch Unangemessenheit, Mangelhaftigkeit oder Überschuss der Funktion gekennzeichnet, was sich in einer Beeinträchtigung der lokalen oder allgemeinen Gefäßfunktion manifestiert. Angiodystonie kann sowohl arterielle als auch venöse Gefäße betreffen.

Angiodystonie manifestiert sich bei einer Störung des Gefäßtonus Der vaskuläre Tonus – die Hauptfunktion des glatten Muskels der Gefäßwand, die für die Aufrechterhaltung mechanischer Eigenschaften und geometrischer Kennwerte der Wände sowie des Lumens verantwortlich ist.

Zerebrale Angiodystonie – eine Störung des tonischen Gefäßtonus im Gehirn, die sich durch ein charakteristisches Symptomkomplex manifestiert.

Angiodystonie ist keine eigenständige Erkrankung. Sie stellt vielmehr eine Verwirrung des Gefäßtonus dar, wobei die Ätiologie (funktional oder organisch), die Lokalisation sowie der Entwicklungsmechanismus variieren können. Angiodystonie tritt meist begleitend und rezidivierend als Teil eines Symptomkomplexes auf, der durch die zugrundeliegende Haupterkrankung bedingt wird. Eine Angiodystonie kann im Kontext folgender Erkrankungen beobachtet werden:

  • Angiodystonie entsteht durch eine Pathologie der Blutdrüsen (Eierstöcke, Nebennieren, Hypophyse, Schilddrüse) sowie durch eine Störung der Funktion des vegetativen Nervensystems.
  • Die Hauptursachen für Angiodystonie sind Funktionsstörungen der endokrinen Drüsen und des autonomen Nervensystems.
  • Herdinfektionen
  • Erkrankungen der inneren Organe (z. B. Amyloidose, chronische Schilddrüsenüberfunktion, Pankreatitis, Atherosklerose und weitere)
  • Erkrankungen des Nervensystems sowie Kopftraumen oder Gehirnerschütterungen in der Vorgeschichte
  • Allergische Reaktionen
  • Hypokinese
  • Langdauernde infektiöse Prozesse
  • Persönlichkeitsmerkmale des Patienten (erhöhte Ängstlichkeit und Reizbarkeit sowie eine ausgeprägte Beeinträchtigung)

Angiodystonie ist bei Erwachsenen in höherem Maße eigen, wird jedoch in letzter Zeit zunehmend auch bei Schulkindern diagnostiziert.

Die Angiodystonie wird nach folgenden Kriterien klassifiziert:

  • Je nach Ätiologie und Pathogenese unterscheidet man zwischen primärer (neurogener) und sekundärer Angiodystonie.
  • Je nach Lokalisation unterscheidet man zwischen der lokalisierten (monoregionalen) und der generalisierten (polyregionalen/systemischen) Angiodystonie.
  • Je nach Verlaufstyp unterscheidet man die persistierende Form von der krisenhaften Angiodystonie.
  • Je nach arteriellem Blutdruck, auf dessen Hintergrund sich eine Gefäßtonus-Störung entwickelt, unterscheidet man Angiodystonien mit normotonischem, hypertensivem oder hypotensivem Hintergrund.

Die Merkmale der Angiodystonie

Die Hauptmerkmale der Angiodystonie umfassen Kopfschmerzen unterschiedlicher Art und Ätiologie, Schwankungen des arteriellen Blutdrucks, Schwindel, Schlaflosigkeit, Taubheitsgefühl der Gliedmaßen sowie systematisches Ohrensausen. Zudem entwickelt sich ein Gefühl von Schwere im Kopf. Bei einigen Patienten treten eine Verschlechterung des Gedächtnisses sowie Störungen der Sehfunktion, des Gehörs und des Geruchs auf. In Einzelfällen zählen Gelenkschmerzen sowie Nacken- oder Rückenschmerzen zu den Symptomen.

Die Kopfschmerzen, die ein Merkmal der Angiodystonie darstellen, werden im temporalen sowie im frontotemporalen Bereich lokalisiert. Der Schmerz kann stumpf, drückend oder stechend sein.

In seltenen Fällen kann eine Depression eines der Symptome der Angiodystonie sein. Diese wird durch Kontrollverlust über den emotionalen Zustand sowie Atembeschwerden charakterisiert und entwickelt sich auf dem Hintergrund erschöpfender Kopfschmerzen, die den Lebensrhythmus stören. Häufig treten Kopfschmerzen zusammen mit Erschöpfung und Stress auf; der Schmerz kann jederzeit im Tagesverlauf entstehen, auch nach langanhaltender Erholung in Ruhe.

In der Regel werden alle Merkmale der Angiodystonie gemeinsam festgestellt, was die Diagnostik dieser Störung erleichtert.

Zu den Merkmalen der Angiodystonie zählen laut klinischer Forschung:

  • Veränderungen des Gefäßdurchmessers sowie des Lumenlichts.
  • Verringerung der Blutung
  • Erweiterung des Gefäßlumens

Folgen der Entwicklung des Störungsbilds: Zerebrale Angiodystonie

Die zerebrale Angiodystonie kann sich infolge verschiedener endogener Faktoren sowie aufgrund exogener Einflüsse (z. B. Stresssituationen, Konsum schwer verdaulicher Nahrung) entwickeln.

Zerebrale Angiodystonie erfordert eine sorgfältige Diagnostik. Bei fehlender adäquater Behandlung kann sich im Rahmen einer Angiodystonie eine Enzephalopathie – eine nicht-entzündliche Hirnerkrankung – entwickeln. Die auf zerebrale Angiodystonie zurückzuführende Enzephalopathie manifestiert sich durch folgende Symptome:

  • Langdauernde Depressionen;
  • Häufige Kopfschmerzen im Zusammenhang mit Stress und Erschöpfung;
  • Bewusstseinsstörungen sowie Gedächtnisstörungen;
  • Schwindelgefühle;
  • Initiativearmut.

Begleitende Symptome können eine erhöhte Erschöpfbarkeit, Stimmungsschwankungen, Kopfbeschwerden sowie Schlafstörungen umfassen.

Diagnostik der Angiodystonie

Bei Verdacht auf eine Angiodystonie ist eine komplexe Diagnostik erforderlich. Zu den Hauptmethoden gehören nichtinvasive Verfahren, wobei die Enzephalografie (Forschung der Hirngefäße) eine zentrale Rolle spielt; sie basiert auf der Registrierung von Widerstandsänderungen und Gewebereaktionen unter dem Einfluss schwacher elektrischer Impulse hoher Frequenz. Damit lassen sich objektive Daten über das vaskuläre System des Gehirns gewinnen: Gefäßtonus, Reaktivität der Hirngefäße, Elastizität ihrer Wände sowie die Größe der pulsierenden Blutfüllung.

Für die Diagnostik einer Angiodystonie werden zudem folgende Verfahren eingesetzt:

  • Zur Diagnostik einer Angiodystonie wird eine Ultraschalluntersuchung (Duplexsonographie) der arteriellen und peripheren Gefäße durchgeführt.
  • Zusätzlich erfolgt ein Screening ischämischer Veränderungen des Herzmuskels mittels EKG.

Im Verdachtsfall einer Angiodystonie ist eine Differenzierung der Symptome gegenüber psychosomatischen Störungen erforderlich.

Behandlung und Prognose der Angiodystonie

Angiodystonie ist keine eigenständige Erkrankung, sondern eine sekundäre Störung, die sich vor dem Hintergrund anderer Krankheiten entwickelt; dies bestimmt die therapeutische Taktik. Daher sollte die Behandlung primär auf die Beseitigung der Grunderkrankung ausgerichtet sein.

Ein Zeichen der Angiodystonie ist ein Kopfschmerz im Schläfen-und Scheitelbereich Bei diagnostizierter Angiodystonie soll die Behandlung in den folgenden Richtungen erfolgen:

  • Die Bestimmung und Auswahl einer optimalen Therapie für die Grunderkrankung, welche die Angiodystonie ausgelöst hat;
  • Eine Therapie zur Normalisierung des Gefäßtonus (z. B. Bewegungstherapie oder Physiotherapie zur Stärkung der vaskulären Regulation);
  • Symptomatische Behandlung der Angiodystonie.
  • Änderung des Lebensstils (Normalisierung des Schlafregimes und der Erholung, Aufgeben schädlicher Gewohnheiten sowie Anpassung der Ernährung).

Die Angiodystonie erfordert eine ständige Überwachung durch den behandelnden Arzt, auch wenn kein symptomatischer Komplex vorliegt.

In seltenen Fällen kann die Behandlung einer Angiodystonie komplex sein; dies wird oft auf einen vollständigen Verlust der Arbeitsfähigkeit des Patienten zurückgeführt, sofern ein ausgeprägter symptomatischer Komplex besteht. Bisher fehlen Kriterien zur Auswahl optimaler medikamentöser Präparate zur Korrektur der Funktionsstörungen und zur Linderung der Symptome. Die Therapie erfolgt bei Angiodystonie individuell unter Berücksichtigung der Organismusreaktionen auf die komplexe Behandlung.

Ob Sie sollten Folgendes wissen:

Im Darmkanal kommen, leben und sterben Millionen von Bakterien; diese sind nur bei starker Vergrößerung sichtbar, wenn sie in einer gewöhnlichen Kaffeetasse zusammengetragen wären.


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