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Disarthrie im Kindesalter

Dysarthrie bei Kindern – Diagnostik und Korrektur Eine Untersuchung der ungenügenden Versorgung durch die Nerven des Sprechapparates, zu denen Infektionen der kortikalen und subkortikalen Bereiche des Gehirns gehören, führt zu einer Aussprachestörung, die in der Medizin als Dysarthrie bezeichnet wird. Diese Störung ist sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern möglich; im Kindesalter kann sie jedoch zusätzlich zu Problemen beim späteren Leseunterricht und in der Schriftsprache führen.

Um mit einer kindlichen Dysarthrie zurechtzukommen, kann ein Sprachtherapeut unterstützen. Die Erkennung dieser Erkrankung lässt sich anhand folgender Merkmale relativ einfach feststellen:

  • Das Sprechen des Kindes ist verschleimt und taub.
  • Häufig weisen die Aussprache von Lauten und Wörtern eine nasale Schattierung auf.
  • Es entsteht der Eindruck, als würde das Kind mit einem 'vollgepackten Mund' sprechen.

Bulbäre und pseudobulbäre Disarthrie im Kindesalter sowie Dysphonie und Dysphagie sind Merkmale einer bulbären oder arteriosklerotischen Pseudobulbärparese.

Formen der kindlichen Disarthrie

Je nach Lokalisation der Hirninfektion werden bei Kindern und Erwachsenen folgende Formen der Disarthrie unterschieden:

  • Korkische Disarthrie – entsteht durch eine Infektion jener Bereiche der Großhirnrinde, die für die Steuerung der Artikulationsmuskulatur zuständig sind. Ihr Unterschied zu anderen Formen der Disarthrie bei Erwachsenen und Kindern liegt in der Erhaltung der korrekten Wortstruktur bei gleichzeitig gestörter Silbenaussprache.
  • Bulbäre Disarthrie – resultiert aus einer peripheren Parese oder Lähmung der Artikulationsmuskulatur, die durch eine Infektion des Zungewurzel- und Schlundkerns sowie ihrer Nerven verursacht wird; sie geht mit Schluckstörungen einher.
  • Pseudobulbäre Disarthrie bei Kindern – Als Vorbedingung für das Auftreten dieser Störung gelten Infektionen der motorischen kortiko-nukleären Bahnen, wodurch eine Zerebralparese der Muskeln entsteht, die über zentrale Nervenbahnen sowie den Hypoglossus verbunden sind; als Erscheinungsform dieser Störung zeigt sich die Monotonie des Sprechens.
  • Extrapyramidäre Disarthrie – Sie kann sowohl durch eine Infektion der kortikalen Knoten als auch ihrer nervösen Verbindungen bedingt sein. Diese Form wird durch eine Verwirrung mit undeutlicher, verschmierter Rede, Nasalektie sowie einer stark gestörten Prosodie, dem Sprechtempo und der intonationsmelodischen Struktur charakterisiert.
  • Parkinsonartige Disarthrie – handelt sich um eine Form der extrapyramidalen Dysarthrie bei Erwachsenen und Kindern, die durch Tremor-Lähmung gekennzeichnet ist; sie äußert sich in ausdrucksloser Rede, Stimmmodulationsstörungen sowie Bradylalie.
  • Kleinhirn-Disarthrie im Kindesalter – als Auslöser dieser Form können Infektionen des Kleinhirns sowie seiner afferenten und efferenten Bahnen dienen; die Störung beim Kind erkennt man an einer weitreichenden Beeinträchtigung mit wechselnder Lautstärke und gestörter Modulation der skandierenden Rede.
  • Kälte-Disarthrie: Tritt auf durch Abkühlung des Körpers oder bei Artikulation von Wörtern auf kaltem Untergrund und äußert sich als vorübergehende Artikulationsstörung.
  • Zischende Disarthrie im Kindesalter: Eine Aussprachestörung der zischenden und pfeifenden Laute, die dem lateralen Sigmatismus entspricht.

Diagnostik der Disarthrie bei Kindern.

Zur Sicherung einer korrekten Diagnose ist es erforderlich, das Kind zur Vorstellung beim Psychologen, Neurologen und Logopäden hinzuziehen; zudem müssen eine Reihe von Untersuchungen durchgeführt werden, um ein Gesamtbild der Störung zu erhalten.

  • Elektrophysiologische Untersuchungen (Elektroenzephalographie, Elektroneurographie und Elektromyographie)
  • Transkranielle Magnetstimulation
  • MRT des Gehirns.

Für die Diagnosestellung einer Dysarthrie im Kindesalter führt der Logopäde eine sorgfältige Untersuchung durch, die auch nicht-sprachliche Störungen einschließt. Dabei beurteilt der Arzt den Zustand der Sprech- und Mimikmuskulatur, untersucht den Aufbau des Sprachapparats, charakterisiert die Atmung des Kindes und bewertet den Umfang der Artikulationsbewegungen. Ein besonderer Stellenwert kommt der Anamnese der Sprechentwicklung zu. Bei der Diagnostik der mündlichen Rede beachtet der Logopäde:

  • Die prosodischen Aspekte der Sprache: Rhythmus, Tempo, Intonation und Deutlichkeit.
  • Die Synchronisation von Stimmbildung, Atmung und Artikulation.
  • Das phonematische Verständnis des Kindes sowie der Entwicklungsstand der lexikalisch-grammatischen Struktur der Sprache.

Die Diagnostik der gesprochenen Rede bei Dysarthrie im Kindesalter umfasst die Ausführung verschiedener Aufgaben durch das Kind, wie z. B. Diktat, Abschreiben von Textfragmenten, laut vorzulesen sowie die Prüfung des Verständnisses des gelesenen Materials.

Neben der Konsultation eines Neurologen und Logopäden wird zur Diagnosestellung einer Dysarthrie bei Kindern auch eine Vorstellung beim Psychologen empfohlen, um die allgemeine intellektuelle Entwicklung des Kindes zu untersuchen.

Es ist wichtig zu beachten, dass eine leichte Dysarthrie bei Kindern erst nach dem Alter von fünf Jahren diagnostiziert werden sollte. Dies liegt daran, dass selbst bei kerngesunden Kindern im früheren Alter ähnliche Erscheinungen auftreten können, die jedoch nicht auf einen Störungszustand hindeuten.

Behandlung von Dysarthrie bei Kindern

Behandlung einer leichten Dysarthrie bei Kindern Bei bestätigter Diagnose einer Dysarthrie in medizinischen Einrichtungen wird eine komplexe heilpädagogische Maßnahme gefordert. Parallel dazu erfolgt die Korrektur durch Pharmakotherapie und Heilsport sowie logopädische Maßnahmen.

In den Sitzungen legt der Sprachtherapeut besonderen Wert auf die Entwicklung aller Bereiche der Sprechfähigkeit des Kindes – der Konstruktion der grammatikalischen Ordnung, des phonematischen Gehörs sowie der Erweiterung des Wortschatzes. Dies soll sicherstellen, dass das Kind später keine Schwierigkeiten im Schulalltag hat.

Dysarthrie bei Kindern und Erwachsenen ist eine häufige Störung, die durch rechtzeitige Diagnosestellung und Korrektur behandelt wird. Im Gegensatz zu Erwachsenen geht beim Kind die Dysarthrie mit einem Zerfall des Sprechsystems einher; es fällt schwer, Lesen und Schreiben zu erlernen, was später zu Schulproblemen führt. Der Logopäde spielt eine entscheidende Rolle bei der genauen Diagnosestellung und Korrektur dieser Störung, um dem Kind ein normales Leben zu ermöglichen.

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