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Das Elektrotrauma

Elektroschocktrauma

Ein Elektrotrauma ist eine Verletzung, die infolge einer Stromzufuhr oder eines elektrischen Schlagversuchs entstanden ist.

Als gefährlich gelten für den Menschen Ströme über 0,15 Ampere sowie Spannungen ab 36 Volt. Die Folgen können unter anderem Unterbrechung des Herz-Kreislauf- und der Atmungsfunktion sowie Bewusstlosigkeit sein; häufig treten zudem Verbrennungen von Haut, Schleimhäuten und Knochen an Eintritts- und Austrittsstelle sowie Störungen des zentralen und peripheren Nervensystems auf.

Einteilung der Elektrotraumen

Elektrotraumen werden nach dem Auftretensort, der Art der Stromwirkung (Augenblicks- oder Dauerstrom) sowie nach Traumatyp (lokal oder allgemein) klassifiziert.

Je nach Ort des Auftritts unterscheidet man Produktions-, Natur- und Haushalts-Elektrotraumen.

Je nach Art der Stromwirkung kann ein Elektrotrauma augenblicklich oder von langer Dauer sein. Ein augenblickliches Trauma entsteht durch einen Stromstoß im sehr kurzen Zeitraum und führt oft zu schweren Verletzungen, die eine Wiederbelebung sowie chirurgische Eingriffe erfordern. Bei langdauernden Elektrotraumen handelt es sich um eine unmerkliche, andauernde Strombelastung (z. B. bei Arbeit an leistungsstarken Generatoren); hier zeigen sich erhöhte Erschöpfbarkeit, Gedächtnisstörungen, Kopfschmerzen, Tremor und erhöhter Blutdruck.

Zusätzlich üblich ist die Einteilung in lokale und allgemeine Elektrotraumen: Zu den lokalen Traumaformen zählen Verbrennungen, Ophthalmia electrica (Stromblindheit), Metallisation der Haut durch Schmelzen kleiner Metallpartikel sowie mechanische Verletzungen. Allgemeine Elektrotraumen entstehen bei Strombelastung verschiedener Muskelgruppen und manifestieren sich durch Krämpfe, Herzstillstand oder Atemausfall.

Ursachen von Elektrotraumen

Zu den Hauptursachen (80–90 %) führen direkte Kontakte mit elektrischen Anlagen, die ohne vorherige Abschaltung durchgeführt werden. Die wichtigsten Gründe sind Fahrlässigkeit und Unachtsamkeit, beispielsweise durch falsches Abschalten oder einen unzureichenden Zustand der Isolierung.

Die Ursachen von Elektrotraumen lassen sich systematisch in technische (Gerätefehler, fehlerhafter Betrieb), organisatorische (Nichteinhaltung der Arbeitssicherheitsregeln) sowie psychophysiologische Faktoren (Ermüdung, verminderte Aufmerksamkeit) einteilen.

Beobachtungen zeigen, dass ein erheblicher Anteil der Elektrotrauma-Fälle auf den Abschluss und Beginn von Arbeitsschichten sowie auf Morgenschichtwechsel zurückzuführen ist. Beim ersten Fall spielt die Ermüdung eine große Rolle; beim zweiten – die Besonderheit des Arbeitsplans, da das Maximum an Arbeiten mit elektrischen Anlagen oft in den Morgenstunden liegt.

Erste Hilfe bei Elektrotrauma

Erste Hilfe bei Elektroschock – Ausschalten der Stromquelle Unabhängig vom Spezies des Elektrotraumas (nur helfend einzugreifen, wenn das Trauma nicht natürlich durch einen Blitzschlag verursacht wurde) ist die primäre Maßnahme: Den Betroffenen von der Stromquelle zu trennen. Dies kann auf verschiedene verfügbare Weisen erfolgen: Schalter betätigen, Hebelschalter umlegen, Verschlüsse öffnen oder elektrische Leitungen abtrennen.

Bei der Rettung von Personen nach einem Elektrotrauma müssen Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden: Leitungen vom Betroffenen zu trennen ist nur unter Verwendung isolierter Werkzeuge möglich oder durch Berührung mit trockenen Gegenständen; zudem müssen Gummihandschuhe unbedingt getragen werden. Ungeschützte Hände sollten den Stromverletzten niemals berühren, solange die Stromquelle nicht abgeschaltet ist.

Personen, die ein Elektrotrauma erlitten haben, sind entweder auf eine ebene Oberfläche zu legen oder es ist zwingend erforderlich, einen Rettungswagen hinzuziehen und folgende Maßnahmen durchzuführen:

1. Den Puls prüfen; bei dessen Abwesenheit (Unterbrechung des Blutkreislaufs) ist eine indirekte Herzmassage durchzuführen.

2. Die Atmung prüfen und im Falle ihres Ausfalls eine künstliche Beatmung durchführen.

3. Sind Puls und Atmung vorhanden, sollte das Opfer in Bauchlage positioniert werden; der Kopf wird zur Seite gedreht, um eine freie Atmung zu gewährleisten und ein Verschlucken von Erbrochenem zu verhindern.

4. Bei Verbrennungen im Rahmen des Elektrotraumas ist die Auflegung trockener und steriler Verbandmaterialien erforderlich. Bei Verbrühungen an Händen oder Füßen sollten zwischen den Fingern zusammengelegte Binden oder Wattepads angelegt werden.

Den Betroffenen auf andere begleitende Traumata zu untersuchen und ggf. zu versorgen;

Ist das Opfer bei Bewusstsein, so sollte es reichlich Flüssigkeit (z. B. Liquor) trinken;

Beim Elektrotrauma darf dem Betroffenen keine Elektrizität zugeführt werden; eine Verlegung in ein medizinisches Fachkrankenhaus ist unbedingt erforderlich, um dort professionelle Hilfe zu leisten und den Zustand zu überwachen. Dies gilt auch dann, wenn äußerlich Infektionen als unbedeutend erscheinen: Der Zustand des Patienten kann sich jederzeit ändern.

Ob Bitte beachten Sie:

Jeder Mensch besitzt nicht nur einen einzigartigen Fingerabdruck, sondern auch einen individuellen Zungenabdruck.


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