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Endemische Schilddrüsenvergrößerung

Allgemeiner Krankheitsbild

Ursachen des endemischen Struma

Unter endemischer Struma versteht man eine Vergrößerung des Schilddrüsenvolumens, die durch einen Jodmangel im Körper hervorgerufen wird.

Als Ursache für den Jodmangel kann eine unausgeglichene Ernährung dienen – etwa ein unzureichender Verzehr von Fisch, Fleisch, Seetang, Krabben, Milchprodukten, Haferflocken und Hülsenfrüchten. Daneben deckt die menschliche Ernährung zu 90 % des täglichen Jodbedarfs.

Ein weiterer möglicher Grund für das Auftreten der endemischen Struma sind Erkrankungen des Schilddrüsenkanals (SCHKT), die eine schlechte Jodresorption verursachen. Auch bei Pathologien im Darm- oder Magenbereich kann sich eine endemische Struma entwickeln, selbst wenn die Ernährung des Patienten reich an jodhaltigen Lebensmitteln ist.

Etwa 5 % der täglichen Joddosis werden über das Wasser aufgenommen; zusätzlich erhält der Mensch eine ähnliche Menge durch die Luft, die mit Jod-Mikroelementen angereichert ist.

In Regionen mit einem geringen Jodgehalt in der Umwelt besteht ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer endemischen Struma. Dies gilt beispielsweise für den mittleren Streifen Russlands einschließlich Moskaus. Ein Jodmangel wird zudem in Gebieten mit erhöhter Strahlenbelastung beobachtet.

Das Auftreten einer endemischen Struma kann durch die systematische Einnahme von Arzneimitteln provoziert werden, die die Jodaufnahme blockieren. Dazu zählen Kaliumperchlorat, Lithiumcarbonat, Nitrate sowie Sulfonamide und weitere Substanzen.

Eine erbliche Veranlagung zur Entwicklung einer endemischen Struma ist möglich, wenn ein genetischer Defekt in der Leistungsfähigkeit der Schilddrüsenhormone vorliegt.

Symptome der endemischen Struma

Die Vergrößerung (Hyperplasie) der Schilddrüse bei der endemischen Struma ist eine Reaktion des Organismus auf die niedrige Jodkonzentration und das daraus resultierende Hormondefizit. Parallel zur endemischen Struma entwickelt sich häufig die Begleiterkrankung Hypothyreose.

Durch die Zunahme der Masse der Schilddrüse versucht der Organismus, das Hormondefizit zu kompensieren; dies führt zum Auftreten folgender Symptome einer endemischen Struma:

  • Schwäche
  • Verminderte körperliche Belastbarkeit
  • Herzbeschwerden
  • Kopfschmerzen

Diese Symptome einer endemischen Struma können bereits im subklinischen Stadium der Erkrankung auftreten, wenn die Schilddrüsenmaße noch innerhalb des Normbereichs liegen und der Hormonspiegel unverändert ist.

Bei weiterem Wachstum der Schilddrüse treten neue Symptome der endemischen Struma auf:

Diagnose des endemischen Struma

  • Das Gefühl eines Kloßes im Halsbereich.
  • Schluckbeschwerden und Atemnot
  • Trockener Husten
  • Erstickungsanfälle

Die Symptome der endemischen Struma im schwersten Stadium sind kardiale Pathologien – die sogenannte Entwicklung eines sog. Herzfehlers, ausgedrückt in einer Erweiterung und Überfunktion des rechten Vorhofs sowie der Kammer.

Zu den möglichen Komplikationen der endemischen Struma zählen Blutungen in der Schilddrüse, scharfe und subakute Thyreoiditiden sowie die maligne Entartung knotiger Formen der Erkrankung.

Die Diagnostik der endemischen Struma umfasst...

In der Diagnostik der endemischen Struma werden labormedizinische Blut- und Urintests eingesetzt. Das Blut von Patientinnen mit klinischen Symptomen dieser Erkrankung wird auf den Spiegel der Hormone TTG, T3, T4 sowie das Thyreoglobulin untersucht.

Bei Patientinnen mit diesem Erkrankungstyp ist das Gleichgewicht der Schilddrüsenhormone gewöhnlich gestört und es wird eine erhöhte Konzentration des Thyreoglobulins beobachtet; die Kennzahlen der Jodausscheidung im Urin sind in der Regel vermindert.

Zur Diagnostik der endemischen Struma kommen instrumentelle Verfahren wie die Ultraschalluntersuchung (US) zum Einsatz. Mit diesem Verfahren lässt sich das Ausmaß der Erkrankung als diffuse oder knotige Form feststellen. Der funktionelle Zustand der Schilddrüse wird mittels eines radioisotopenen Szintigramms bewertet.

Bei der nodösen Form der endemischen Struma dient die Schilddrüsenbiopsie zusätzlich zur Abklärung des gutartigen oder bösartigen Charakters.

Die Behandlung der endemischen Struma

Das therapeutische Vorgehen bei endemischer Struma orientiert sich am Stadium der Schilddrüsenhyperplasie. Bei einer unbedeutenden Vergrößerung des Organs ist die Anwendung von Jodpräparaten in mehreren Kursen indiziert. Zur obligatorischen Behandlung der ersten Stufe gehört zudem eine jodreiche Ernährung.

Die Behandlung der endemischen Struma bei Vorliegen einer Hypothyreose erfordert die Einleitung einer substitutiven Hormontherapie mit L-Thyroxin.

Bei der nodösen Form der endemischen Struma ist im späten Stadium vorrangig ein chirurgischer Eingriff indiziert. Zur Prophylaxe eines Rückfalls wird in der postoperativen Phase eine hormonelle Substitutionstherapie durchgeführt.

Prophylaxe der endemischen Struma

Eine wirksame Prophylaxe gegen die Entwicklung einer endemischen Struma ist der regelmäßige Verzehr von jodiertem Speisesalz. Es ist entscheidend, das Salz bereits vor dem Kochen hinzuzufügen, da Hitzeeinwirkung den Jodgehalt im Salz zerstört.

Die Wahrscheinlichkeit eines Auftretens einer endemischen Struma lässt sich durch den regelmäßigen Verzehr von Meeresfrüchten, Walnüssen und Datteln verringern. In der Ernährung sollten Fischfilets sowie andere jodreiche Lebensmittel unbedingt enthalten sein. und anderer jodreicher Lebensmittel unbedingt vorhanden sein .

Endemische Struma im Kindesalter

Behandlung des endemischen Struma mit L-Thyroxin

Die endemische Struma im Kindesalter ist die häufigste Jodmangelkrankheit. Meistens handelt es sich um die diffuse Form der Erkrankung. Nach den statistischen Daten der letzten zehn Jahre hat die Häufigkeit der endemischen Struma bei Kindern auf 6 % zugenommen und macht heute etwa 25 % aller kinderärztlichen Erkrankungen aus.

Solche hohen Morbiditätsraten sind auf eine beeinträchtigte Ernährungslage und ungünstige ökologische Bedingungen zurückzuführen. In einem Drittel der Fälle wurde die endemische Struma bei Kindern im Teenageralter (diagnostiziert ab dem 14. Lebensjahr) festgestellt.

Die charakteristischen Symptome der endemischen Struma bei Kindern weisen eine intensivere Ausprägung auf. Zudem wird die Erkrankung im Kindesalter häufig durch die Entwicklung eines endemischen Kretinismus erschwert, was sich in einer Hemmung der intellektuellen und körperlichen Entwicklung sowie in neurologischen Störungen äußert.

Angesichts der hohen Morbiditätsrate und schwerwiegender Folgen einer endemischen Struma bei Kindern ist eine Jodprophylaxe ab der Schwangerschaft der Mutter bis zum gesamten Leben des Kindes empfehlenswert.

Ob Sie sollten wissen:

Zahnärzte sind relativ neu in den Beruf eingetreten. Noch im 19. Jahrhundert gehörte das Entfernen kranker Zähne zu den Aufgaben des gewöhnlichen Friseurs.


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