Wesentliche Aspekte > Erkrankungen > Kopfschmerzen im Kindesalter

Kopfschmerzen im Kindesalter

Kopfschmerzen bei Kindern – ein häufiges, jedoch für die Einschätzung schwieriges Symptom. Man unterscheidet funktionelle und symptomatische Kopfschmerzen. Bei den symptomatischen Kopfschmerzen lässt sich die Ursache ihres Entstehens feststellen. Bei den funktionellen Kopfschmerzen gelingt es hingegen meist nicht, die zugrundeliegenden strukturellen Störungen zu identifizieren. Stress – eine der Ursachen für Kopfschmerzen bei Kindern

Nicht selten werden Kopfschmerzen von erhöhter Reizbarkeit oder Weinen des Kindes begleitet. Die Häufigkeit der Kopfschmerzen bei Kindern zeigt sich gewöhnlich im Alter von sechs bis sieben Jahren (im Laufe der Schulreife) sowie im Alter von dreizehn bis fünfzehn Jahren (während der Pubertät). Im Schulalter ist die Klage des Kindes über Kopfschmerzen in der Regel glaubwürdig.

Ursachen von Kopfschmerzen bei Kindern

Für die Klärung der wahren Ursache von Kopfschmerzen hat die Beobachtung des Verhaltens des Kindes großen Wert. Wenn sich das Kind über Kopfschmerzen beklagt, muss zunächst die Lokalisation des Schmerzes (in Stirn-, Schläfen-, Hinterhaupt- oder Scheitelbereich; auf dem Gebiet der Augen, der Nase oder der Ohren) ermittelt werden. Im Vorschulalter ziehen Kinder bei Kopfschmerzen sich am Haar und pressen den Kopf mit den Händen zusammen. Auch die Charakteristik des Schmerzes ist wichtig: ob er allmählich zunimmt oder schlagartig eintritt, stumpf oder scharf ist, ob er kontinuierlich besteht oder nur nach der Einnahme beruhigender oder schmerzstillender Medikamente auftritt. Die Eltern sollten feststellen, ob die Kopfschmerzen des Kindes von Rötung oder blasser Hautfarbe, von Erregtheit oder Schlaffheit, von Schwäche, von Erbrechen, von Übelkeit und Schwindel begleitet werden. Das Auftreten starker Kopfschmerzen beim Kind kann mit körperlicher Belastung, Stresssituationen, der Einnahme bestimmter Medikamente, einer Fahrt im Transportmittel oder Übermüdung zusammenhängen.

Die Häufigkeit ist beträchtlich – Erkrankungen, die von Kopfschmerzen begleitet werden, lassen sich in drei Hauptgruppen einteilen: allgemeine Kinderkrankheiten, Hirnerkrankungen und Erkrankungen anderer Kopfregionen.

Starke Kopfschmerzen bei Kindern können infektiös-entzündliche Krankheiten in der akuten Phase begleiten (z. B. Angina, Pyelonephritis, Influenza, Lungenentzündung, rheumatische Entzündung). Die Kopfschmerzen entstehen auf dem Hintergrund einer allgemeinen Intoxikation des Organismus bei erhöhter Körpertemperatur; in diesem Fall gehen sie gewöhnlich nach der Einnahme schmerzstillender Präparate (Paracetamol, Efferalgan, Kalpol) zurück.

Zu den Ursachen von Kopfschmerzen zählen Stress, psychische und körperliche Belastungen, familiäre sowie schulische Konflikte, Überanstrengung und krampfartige Verspannungen der Muskulatur des Schultergürtels und des Halses. Der Schmerz, der sich als zusammenpressend oder drückend auswirkt, beginnt meist im Hinterhauptbereich und breitet sich allmählich auf den gesamten Kopf aus; bei körperlicher Belastung nimmt er nicht zu. Dieser Art von Kopfschmerz lässt sich nach einem Spaziergang, dem Schlaf oder einer Vorübung in der Regel selbstständig zurückbilden. Treten diese Kopfschmerzen häufiger als hundertmal pro Jahr auf, ist eine Untersuchung des Kindes notwendig.

Starke Kopfschmerzen bei Kindern können durch Dehnung der Hirnhäute, Störungen des Gehirnbloodkreislaufs und einen gestörten Gefäßtonus verursacht werden. Sie weisen oft einen aufblähenden, pulsierenden oder drückenden Charakter auf. Die Untersuchung dient dazu, die zugrundeliegende Ursache zu klären.

Als Auslöser für sensorische Kopfschmerzen können Unlust zur Schule, zum Arztbesuch oder zur Nahrungsaufnahme dienen; in solchen Fällen kann ein Psychotherapeut oder Psychiater unterstützen. Eltern sollten das Kind dabei begleiten, ein tägliches Regime zu organisieren und emotionale sowie körperliche Belastungen zu reduzieren.

Beklagt sich ein Kind über Kopfschmerzen, die von Durchfall, Erbrechen, Schwindel, Hautrötung oder blasser Haut begleitet werden, so deutet dies auf eine Migräne hin. Oft zeigt sich Lichtscheu; es erscheinen vielfarbige Kreise vor den Augen oder das Sehbild wird verzerrt. Die Attacke dauert meist zwischen einer halben Stunde und fünf Stunden.

Plötzliche starke Kopfschmerzen beim Kind, lokalisiert im Stirn- oder Schläfenbereich oder den gesamten Kopf erfassend, können auf entzündliche Erkrankungen der Hirnhäute (Meningitis) oder des Gehirns (Enzephalitis) hinweisen; meist folgen darauf häufiges Erbrechen und Fieber.

Tritt eine starke Kopfschmerzen nach einem Schädeltrauma auf, insbesondere wenn gleichzeitige Übelkeit und Schwindel auftreten, ist eine Hirnverletzung oder -erschütterung zu vermuten.

Anhaltende starke Kopfschmerzen können auf einen erhöhten intrakraniellen Druck hindeuten; sie sind ein Symptom für Tumore, Zysten, Abszesse oder Parasiten. Bei Raumforderungen bleibt der Schmerz oft trotz schmerzstillender Medikamente bestehen und wird von Verwirrtheit, Lichtscheu, Apathie sowie Funktionsstörungen anderer Organe begleitet. Paracetamol – Tabletten zur Behandlung von Kopfschmerzen bei Kindern

Häufige Ursachen sind Entzündungen der Stirnhöhlen oder in der Frontalregion; hier tritt der Schmerz morgens auf, besonders bei erhöhtem Druck durch Eiteransammlung. Jüngere Schüler klagen gelegentlich über Kopfschmerzen im Rahmen einer akuten Mittelohrentzündung. Zudem können Kopfschmerzen durch Herpesausbrüche, Entzündungen des behaarten Kopfes (Capitis), Sehstörungen sowie Trigeminusneuralgie entstehen.

Behandlung von Kopfschmerzen bei Kindern

Zur Linderung unter häuslichen Bedingungen sollten körperliche und psychische Belastungen vermieden werden. Empfehlenswert sind eine leichte Massage des Schläfenbereichs, das Auflegen einer wärmenden Kompresse auf die Stirn sowie Schlaf an frischer Luft.

Vor Beginn der Behandlung muss die genaue Ursache geklärt werden: Der Arzt sollte eine sorgfältige Anamnese erheben und das Kind untersuchen. Zusätzliche Untersuchungen sind bei Verdacht auf Muskelverspannungen oder Migräne oft nicht erforderlich, während Labortests und bildgebende Verfahren zur Abklärung organischer Infektionen des Zentralnervensystems unerlässlich sind.

Zur Behandlung der Kopfschmerzen bei Kindern wird üblicherweise Paracetamol eingesetzt; bei der Dauertherapie kommen Dihydroergotamin und Betablocker zum Einsatz. Das Dihydroergotamin wird mit schrittweiser Dosissteigerung über einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen verabreicht. Bei erhöhter Anfälligkeit für Anfälle ist es ratsam, eine begrenzte Zeit lang antikonvulsive Präparate (Phenytoin, Carbamazepin) einzusetzen. Wenn das Kind zu Erbrechen neigt, sobald Medikamente eingenommen werden, sollten die Präferenzen auf rektale Zäpfchen gelegt werden.

Ob Sie wissen:

Ein Lächeln nur zweimal täglich kann den arteriellen Blutdruck senken und das Risiko für Infarkte sowie Schlaganfälle verringern.


Impressum | Datenschutz | Über uns | Kontakt