Chlamydien

Allgemeine Informationen zur Erkrankung

Symptome von Chlamydien bei Frauen

Chlamydieninfektionen bilden eine Erkrankungsgruppe, die nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Tieren auftritt. Sie weisen ähnliche Symptome und Entwicklungsmechanismen auf. Jeder Chlamydienbefall wird durch denselben Erreger verursacht: das Bakterium Chlamydia. Diese Mikroorganismen sind in der Natur weit verbreitet; neue Spezies dieser Gruppe werden regelmäßig entdeckt. Neben dem Menschen betreffen Chlamydien Vögel, Säugetiere, Gliederfüßer, Mollusken, Fische und sogar Pflanzen. Im Vordergrund unseres Interesses stehen jedoch Chlamydien bei Frauen und Männern, worüber wir in diesem Artikel berichten.

Der Erreger befällt vorwiegend das urogenitale System. In den USA liegt die Prävalenz bei 5–10 % der Bevölkerung im Alter zwischen 15 und 30 Jahren, also bei Personen mit aktivem Sexualleben. Für Deutschland existiert keine detaillierte Statistik; dennoch ist anzunehmen, dass die Erkrankungshäufigkeit nicht niedriger ausfällt als in den USA.

Übertragungswege von Chlamydien

In der Regel dringen Bakterien beim sexuellen Kontakt mit einem infizierten Partner in den Körper des gesunden Menschen ein. Eine Infektion kann sowohl über traditionelle als auch über analen Geschlechtsverkehr erfolgen. Fälle einer Verseuchung durch Oralsex werden äußerst selten beobachtet. Auch wird festgestellt, dass die Diagnose einer Chlamydieninfektion bei Neugeborenen nicht selten gestellt wird. Die Behandlung dieser Kinder erfordert eine Rückverfolgung auf den Infektionsweg der Mutter, wo sie und die Chlamydien infiziert waren.

Der häusliche Übertragungsweg ist unwahrscheinlich, da Bakterien außerhalb des menschlichen Organismus schnell absterben. Zudem fehlt für die Aktivierung einer Infektion eine bestimmte Anzahl von Erregern, die bei der Anwendung allgemeiner Haushaltsgegenstände und Hygieneartikel nicht vorhanden ist. Dennoch ist es ratsam, elementare Vorsicht in öffentlichen Toiletten, Wasserbecken, Saunen und anderen Orten walten zu lassen, wo sich Chlamydien ansammeln könnten.

Symptome der Chlamydiose

Die Inkubationszeit für die Symptome einer Chlamydiose bei Frauen und Männern beträgt in der Regel 7 bis 30 Tage; gewöhnlich treten die ersten Anzeichen etwa zwei Wochen nach der Infektion auf. Beachten Sie, dass die Erkrankung in 5 % der Fälle asymptomatisch verläuft: Nach einem ungeschützten Geschlechtsakt ist eine sofortige medizinische Abklärung ratsam, und es ist vorzuziehen, den sexuellen Kontakt mit unkontrollierten Partnern vollständig zu vermeiden.

Bei der Diagnosestellung einer Chlamydiose deuten die Symptome bei Frauen auf eine Infektion des Urogenitalsystems hin. Die Patientinnen beklagen:

  • transparente oder weiß-gelbe Sekrete aus der Vagina;
  • Dysurie (Schmerzen beim Wasserlassen)
  • Rötung der Schleimhaut sowie starkes Juckreiz im Bereich der Vulva
  • Schmerzen im Unterbauch sowie im Bereich des kleinen Beckens.

Die Chlamydiose bei Männern äußert sich durch ähnliche Symptome; hinzu kommt, dass sowohl Männer als auch Frauen während des Geschlechtsakts ein Brennen empfinden können.

Folgen und Komplikationen der Chlamydiose

Neben den Geschlechtsorganen und dem Urogenitalsystem kann die Chlamydiose weitere Organe und Systeme befallen: Atemwege, Auge, Nervensystem, Leber, Lymphknoten, Harnwege, Gelenke sowie das kardiovaskuläre System. Hinsichtlich der Folgen ist festzuhalten, dass eine Chlamydiose-Diagnose durch entzündliche Prozesse in Gebärmutter und Eileitern erschwert wird; dies gilt insbesondere für das Reiter-Syndrom sowie Infektionen von Augen und Gelenken. Früher wurde angenommen, dass die Erreger eine Prostatitis verursachen; heute wird dieser Zusammenhang bei Männern jedoch infrage gestellt.

Diagnostik der Chlamydiose

Diagnose von Chlamydien bei Männern und Frauen

Um Chlamydien bei Frauen und Männern nachzuweisen, werden moderne hochpräzise Forschungsmethoden eingesetzt; insbesondere die Polymerase-Kettenreaktion (PCR), deren Effektivität 90–95 % erreicht. Früher wurden zur Bestätigung des Vorhandenseins von Chlamydien Untersuchungen des Abstrichs verwendet, doch diese Methodik ist heute veraltet, da sie lediglich auf Verdacht beruht und das Risiko ärztlicher Fehler birgt. Die Methoden IFA (Immunfluoreszenz), PIF (Immunkristallviolettfärbung) sowie die Nachweisverfahren von Antikörpern sind aufgrund der geringen Genauigkeit der Ergebnisse und der Unmöglichkeit, eine akute von einer chronischen Infektion zu unterscheiden, nicht mehr gebräuchlich.

Therapie der Chlamydiose

Bei einem unkomplizierten klinischen Verlauf umfasst die Therapie die Gabe von Azithromycin oder Doxycyclin. Zu Azithromycin gibt es zahlreiche weitere (kommerzielle) Handelsnamen wie Azitroks, Azivok, Sumamed, Zitrolid, Chemomizin und andere. Wichtig ist zu beachten: Bei der Diagnose einer Chlamydiose können Symptome nur bei einem Partner auftreten; dies bedeutet keinesfalls, dass der zweite Partner gesund ist, da die Infektion absolut asymptomatisch verlaufen kann. Aus diesem Grund muss sich der kranke Mensch während der Behandlung sowie zwei bis drei Wochen nach Abschluss des Kurses sexuell enthalten. Zudem wäre es äußerst wünschenswert, die Antibiotika-Therapie mit nicht-spezifischen Mitteln und physiotherapeutischen Verfahren zur Stärkung der Immunität und Verhinderung von Rückfällen zu kombinieren. Ein Patient gilt als geheilt, wenn Untersuchungen – sowohl während als auch 1–2 Monate nach Abschluss der Behandlung durchgeführten – das Fehlen von Chlamydien bestätigen.

Bei rechtzeitiger und adäquater Behandlung ist die Prognose der Chlamydiose bei Frauen und Männern in der Regel günstig; jedoch stößt die moderne Medizin in Einzelfällen auf Schwierigkeiten. So kann eine falsche Anwendung antibakterieller Präparate dazu führen, dass sich die Infektion in ein langdauerndes Stadium entwickelt, das deutlich schwieriger zu behandeln ist. Diese chronische Form provoziert schwere Komplikationen und führt zur Verschlimmerung bestehender Entzündungsprozesse; daher ist es notwendig, ausschließlich auf erfahrene Ärzte zurückzugreifen und den Gedanken an eine Selbstheilung sofort aufzugeben.

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