Das Kreuzbein

Das Kreuzbein stellt einen einheitlichen Knochen dar, der aus fünf untereinander verschmolzenen Wirbeln gebildet ist. Dank dieser Verschmelzung kann das Kreuzbein große Belastungen tragen, die im Zusammenhang mit der aufrechten Körperhaltung des Menschen darauf wirken. Es hat die Form eines Dreiecks, dessen Grund nach oben und der Zipfel nach unten gerichtet sind. Der Grund des Kreuzbeins verbindet sich mit dem letzten Wirbel der Lendenabteilung und bildet das hervorstehende Vorwölbung (die Ausbuchtung).

Das Kreuzbein des menschlichen Skeletts

Die ventrale Oberfläche des Kreuzbeins ist glatt und konkav. Auf ihr sind vier parallele Querlinien bemerkenswert, die sich infolge der Verschmelzung der Wirbelkörper gebildet haben. Der Rücken ist konvex und uneben. Er weist fünf längslaufende Kämme auf, die den Stellen der Verschmelzung der Gelenkfortsätze entsprechen, sowie querlaufende Dornfortsätze des Kreuzbeins.

Schmerzen im Kreuzbein

Unter allen Wirbelsäulenbeschwerden sind die Kreuzschmerzen am stärksten; in der Medizin werden sie als Sakrodynie bezeichnet. Bei Frauen treten diese Schmerzen häufiger auf, da ihre Wirbelkörper nicht so fest miteinander verbunden sind wie bei Männern und somit körperliche Belastungen schlechter verkraften können. Zusätzlich wirken erhebliche Belastungen im Laufe der Schwangerschaft und Geburt auf das Kreuzbein von Frauen. Zu den Ursachen für das Entstehen von Kreuzschmerzen gehören:

  • Unfallverletzungen;
  • Entwicklungsanomalien des Kreuzbeins der Wirbelsäule
  • Thrombophlebitis der Becken- und/oder Oberschenkelvenen
  • Osteochondrose des Kreuzbeins
  • Spondylolisthese des Kreuzbeins
  • Tumore des Kreuzbeins
  • Infektionskrankheiten des Kreuzbeins
  • Divertikulose des Sigma-Darms
  • Stoffwechselstörungen im Bereich des Kreuzbeins

Neben den oben genannten Ursachen können bei Frauen Kreuzschmerzen im Rahmen der Menstruation, einer falschen Beckenlage sowie gynäkologischer Erkrankungen auftreten. Bei Männern sind sie eine Folge einer langdauernden Prostatitis oder eines Prostataadenoms.

Therapie von Kreuzschmerzen

Bei Auftreten krankhafter Empfindungen im Bereich des Kreuzbeins ist es notwendig, sich an einen Arzt (Nervenarzt) zu wenden. Falls erforderlich, wird dieser die Konsultation der angrenzenden Spezialisten veranlassen: Traumatologen, Gynäkologen und Urologen.

Die Behandlung von Kreuzschmerzen sollte in erster Linie auf die Beseitigung der Ursache dieses Symptoms gerichtet sein. Daneben ist die Verordnung schmerzstillender Medikamente sowie Massagen und Manualtherapie vorgesehen. Falls notwendig, kann der Arzt eine Reihe physiotherapeutischer Verfahren anordnen. Zur Behandlung gehören auch regelmäßige Beschäftigungen der Patienten mit Heilsport.

Kreuzbeinbruch

Ein Kreuzbeinbruch entsteht beim Sturz auf das Gesäß oder bei einem Treibstoß; dies ist gewöhnlich und wesentlich häufiger als bei einer Kompression des Beckens in vorderer Richtung. Die Betroffenen beklagen Kreuzschmerzen. Bei der Untersuchung fällt die Schwellung im Bereich des Traumas auf. Schwere Kreuzbeinbrüche können von reichlichem Hämatom begleitet sein. Die auftretenden Kreuzschmerzen strahlen in den Lendenwirbelbereich und das Inguinalgebiet aus.

Bei Verdacht auf einen Kreuzbeinbruch ist eine Röntgenuntersuchung in zwei Projektionen erforderlich. Falls notwendig, werden die Aufnahmen in schräger und seitlicher Ansicht angefertigt.

Die Behandlung erfolgt meist konservativ: Es wird strenge Bettruhe (auf dem Bauch liegend) für drei bis vier Wochen verordnet. Eine chirurgische Therapie ist nur bei sehr begrenzten Indikationen notwendig (massive Blutung aus den geschädigten Gefäßen, instabile Brüche). Im Operationverlauf erfolgt die Unterbrechung der Blutung (Hämostase), gefolgt von der Knochensynthese mittels spezieller Schrauben. Die Patienten sollten bis zur vollständigen Heilung ein striktes Regime einhalten; das Nichteinhalten dieser Bedingung kann zu erneuten neurologischen Störungen führen.

Nach Aufhebung der Bettruhe beginnt die schrittweise Mobilisation des Verletzten; es werden Physiotherapie und Massage verordnet sowie Heilsportübungen durchgeführt.

Ob Wissen Sie Folgendes:

In Großbritannien existiert ein Gesetz, das einem Chirurgen erlaubt, eine Operation an einem Patienten abzulehnen, wenn dieser raucht oder Übergewicht hat. Der Patient soll auch in diesem Fall von schädlichen Gewohnheiten absehen; andernfalls wird ihm keine operative Intervention angeboten.


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